Elon Musk und Donald Trump

Sind was den chinesischen Protektionismus angeht einer Meinung: Elon Musk (links) und Donald Trump. - Fotomontage: Bettina Gschwend / Bildquellen: Wikimedia Commons

| von Gabriel Pankow

Da bahnt sich etwas an. Es begann schon vor einigen Wochen. Donald Trump lobte Elon Musk in den höchsten Tönen, gratulierte dem Tech-Unternehmer zum erfolgreichen Flug der SpaceX-Rakete.

Gegenüber den US-Medien lobte der Präsident insbesondere die Landung der Booster an der Küste Floridas in seinem ihm eigenen Sprachduktus: „Für mich war das erstaunlicher, als die Rakete hochgehen zu sehen, weil ich das noch nie zuvor gesehen habe. Niemand hat das vorher gesehen. Wie die Booster wieder zurückkamen. Sie sind so wunderschön gelandet.“

Die Landung der Booster

Eine dornige Beziehung

Die Beziehung zwischen den beiden Milliardären verlief seit den US-Präsidentschaftswahlen allerdings nicht ohne Differenzen. Nachdem Trump den US-Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet hat, trat Musk von seiner Berater-Funktion im Weißen Haus zurück.

Nun scheinen die beiden gleichermaßen extrovertierten Unternehmer, sich wieder anzunähern. Denn beiden ist Chinas Protektionismus ein Dorn im Auge.

In einer Reihe von Twitter-Nachrichten, die sich an Amerikas Präsidenten richteten, schoss Musk gegen den chinesischen Protektionismus auf dem Automarkt der Volksrepublik. Er sei generell gegen Importzölle, aber die „derzeitigen Regeln machen die Dinge sehr schwer“, twitterte Musk an Trump – öffentlich für alle Twitter-Nutzer einsehbar versteht sich.

„Amerikanische Autobauer dürfen noch nicht einmal 50 Prozent an ihrem eigenen Werk in China halten, aber es gibt fünf Elektroautobauer in den Vereinigten Staaten, die zu einhundert Prozent in chinesischem Eigentum sind“, twitterte Musk. Das sei wie bei den Olympischen Spielen beim Wettlauf „Bleischuhe“ an den Füßen zu tragen.

Musks Post auf Twitter

Tesla-Chef enttäuscht von Obama

Er habe dieses Thema schon mit der Regierung von Barack Obama erörtert, schrieb Musk auf Twitter weiter. Doch nichts sei passiert. „Ich will nur ein faires Ergebnis, idealerweise eines, in dem die Zölle/Regeln gleich moderat sind“, schrieb der Unternehmer außerdem. „Ich hoffe, das wirkt nicht unangemessen.“

Die Antwort von Trump, wie Musk ein fleißiger Twitter-Nutzer, ließ nicht lange auf sich warten. Er versicherte: "Das muss sich ändern." Er zitierte dessen Tweet und schrieb selbst, die amerikanischen Autobauer seien überall auf der Welt unfair behandelt worden – am gleichen Tag, als er die Einführung seiner Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verkündete.

Hier führt Trump Strafzölle auf Stahl- und Aluimporte ein

Warum Musk Schützenhilfe gegen China will

Musks Forderungen kommen nicht von ungefähr. Er tut sich mit Tesla schwer in China, dem größten Markt für Elektroautos, Fuß zu fassen.

Im vergangenen Oktober streute Tesla eine Nachricht, die für Aufsehen sorgte: Der kalifornische E-Auto-Spezialist werde bald in Shanghai ein Werk eröffnen. Das Werk selbst war nicht die Sensation, sondern die Eigentumsverhältnisse: Tesla sollte die Fabrik zu 100 Prozent gehören - und damit auch der komplette Gewinn aus den dort produzierten und in China verkauften Autos.

Diese Meldung ließ VW, Daimler, ja quasi alle anderen ausländischen Autobauer in China aufhorchen. Müssen sie doch seit jeher mit einem chinesischen Partner in einem Gemeinschaftsunternehmen produzieren, an dem die Chinesen mindestens 50 Prozent halten.

Doch zu früh gefreut. Dass sich Tesla wohl zu schnell sicher war, als Ausnahme-Autobauer eine Ausnahme-Genehmigung in China erhalten zu würden, war bereits Mitte Februar bekannt geworden, als sich die Nachricht verbreitete, dass die Pekinger Kommunisten eben keine Ausnahme für den Ausnahme-Unternehmer machen wollen.