Der Maschinenbau-Gipfel findet am 15. und 16. Oktober in Berlin statt.

Der Maschinenbau-Gipfel findet am 15. und 16. Oktober in Berlin statt. - Bild: Anna McMaster

19.06.2019: Maschinenbau-Gipfel - alles neu im Oktober und ich lade Sie ein!

Ich rede gar nicht um den heißen Brei herum, jetzt kommt Werbung! Am 15. und 16. Oktober ist Maschinenbau-Gipfel in Berlin und ich hoffe, Sie dort zu sehen. Da kann ja jeder kommen, werden Sie sich denken, und vermutlich überlegen, diesen Text nicht weiterzulesen. Sehen Sie, schon haben Sie einen Fehler gemacht, den Sie später bereuen werden. 

Na klar, das hier ist Werbung. Aber eben für eine gute Sache, wie ich finde. Den Maschinenbau-Gipfel führen wir seit 2005 gemeinsam mit dem VDMA in Berlin durch. Ziel ist es, mit Ihnen zusammen den kompletten Diskurs zum Wohl und Wehe der Branche zu führen, auch unter Beteiligung der Politik. Damit sind wir beim ersten Argument pro Maschinenbau-Gipfel. Sie kommt! Die Kanzlerin Angela Merkel gibt uns in Berlin die Ehre. Das Gute daran ist, dass sie mit der Aussicht auf Ruhestand nun kein Blatt mehr vor dem Mund nehmen muss. Wir erwarten von Frau Dr. Merkel Klartext, soweit es die diplomatischen Gepflogenheiten zulassen.

Argument 2: Sie kriegen mehr. Genaugenommen exakt das Dreifache. Denn: Wir haben den Gipfel in Sinne der Maschinenbauer-Community relauncht. Drei Themen gibt es, die uns bewegen. Digitalisierung, Märkte und Mobilität, also 'Computereinsatz jetzt überall im Betrieb', 'Wo und wie Geld verdienen' und 'Gibt es bald wirklich was anderes als meinen Diesel und was heißt das für mein Unternehmen?'. Jedes Thema bekommt quasi einen eigenen Kongress, wir beleuchten es von oben, von unten und von allen Seiten. Mit ausgesprochen hochkarätigen Rednern aus dem In- und Ausland, aus dem Maschinenbau, der Wissenschaft, aus anderen Branchen.  Die Liste unserer Referenten finden Sie hier - und sie wächst täglich weiter.

Somit wären wir bei 'Argument 3': Sie gestalten sich Ihren eigenen Kongress. Sie wechseln nach Herzenslust zwischen Digitalisierung, Märkte und Mobilität und gehen den Referenten, die Sie nicht hören wollen, geschickt aus dem Weg. Spaß beiseite: Sie picken sich Ihre persönlichen Favoriten heraus und erzeugen so den maximalen (neudeutsch:) Take-home-value!   

Argument 4 (das Schwabenargument): All das kostet nicht mehr. Eher im Gegenteil. Kommen Sie allein, gibt es zum rechten Zeitpunkt echte Sonderpreise. Kommen Sie zu zweit, zahlt ihr Compagnon deutlich weniger, Nummer drei wäre ebenfalls sehr stark rabattiert. Warum? Wir wollen Sie alle vor Ort haben. Denn:

Argument 5: Der Maschinenbau-Gipfel ist eine Netzwerkveranstaltung. Das ist uns sehr, sehr wichtig. Sie treffen Gleichgesinnte, Maschinenbauer, Entscheider aus anderen Branchen, Start-Ups, Wissenschaftler, Politiker. Alle, die zusammen mit Ihnen für die Branche wichtig sind. Der Austausch auf Führungs- und auf Fachebene zu all den bewegenden Themen gibt es nur beim Gipfel in Berlin. 'Zukunft produzieren' lautet der Claim des Gipfels und ja, das geht nur zusammen im Austausch. 

Argument 6: Sie nehmen Einfluss! Allein durch Ihre Anwesenheit signalisieren Sie beispielsweise den Politikern: Ich meine es ernst. Außerdem können Sie ja vor Ort durch Fragen, Netzwerken, Mitmachen dem Ganzen Ihren persönlichen Stempel aufdrücken.

Argument 7: Sie treffen uns von der Produktion. Nein, das ist kein Scheinargument! Sie können meinen Kollegen oder mir den ein oder anderen Impuls geben, der dann vielleicht in einer Story mündet. Die wir wiederum gerne durch alle Kanäle jagen. Wir sind ja Multiplikatoren - gerne auch für Sie!

Argument 8...N: Lass ich jetzt weg. Ich möchte Sie ja nicht langweilen mit einer tollen Abendveranstaltung, der Vergabe des 'Preis Deutscher Maschinenbau', der Ausstellung, die fast Messecharakter hat, den Thementischen zum Thema Automatisierung, der Start-Up-Meile, den Start-Up-Pitches, und , und, und...

Überzeugt? Dann sehen wir uns in Berlin am 15. und 16. Oktober!

Die Zukunft des deutschen Maschinenbaus

Mehr Informationen, Expertenwissen und die neuesten Trends erfahren Sie aus erster Hand auf dem 11. Deutschen Maschinenbau-Gipfel am 15. und 16. Oktober 2019 in Berlin. Tauschen Sie sich mit 500 Maschinenbauern, Technik-Visionären, Digital-Trendsettern, Politikern und vielen anderen Entscheidungsträgern der Branche über die Mega-Trends im Maschinenbau und die Technik der Zukunft aus.

JETZT INFORMIEREN: www.maschinenbau-gipfel.de

Europa am Scheideweg? Nein, denn Sie gegen ja wählen!
Europa am Scheideweg? Nein, denn Sie gegen ja wählen! - Bild: Pixabay

21.05.2019: Arbeitszeit, Handelsstreit und der restliche Wahnsinn

Europas Rechtsprechung, der US-Handelskrieg mit China und die Europawahl: Themen, die uns gerade beschäftigen. Auf die wir aber ehrlich gesagt wohl wenig Einfluss haben.

Als Zaungäste schauen wir gerade auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes in Sachen Arbeitszeiterfassung, auf Trumps Breitseiten in Richtung China und auf das österreichische Politchaos. Als Zaungäste wohlgemerkt: wir scheinen zur Tatenlosigkeit verdammt.

Die Sache mit der Arbeitszeit trifft mich vermutlich härter als Sie: Was bei Ihnen durch Arbeitszeitmodelle exakt geregelt ist, haut bei einer Redaktion überhaupt nicht hin. Da gibt es Abendtermine, massiv viele Dienstreisen zu Messen, Presseterminen auch ins Ausland und die ständige Aufgabe, unsere Web-Portale, Zeitungen und Zeitschriften möglichst sinnvoll zu befüllen. Arbeitszeiten regeln? Dafür gibt's kein Schema, nur allerhöchste Flexibilität von allen Beteiligten und viel Vertrauen zwischen den Kollegen und mir. Letztgenanntes wurde nach meinem Kenntnisstand bisher nicht missbraucht. Danke dafür an meine Teams von Produktion, Technik+Einkauf und Instandhaltung. Aber auch: Danke, Ihr Europa-Richter! You made all my next days!

Was der US-Präsident so treibt, versetzt uns gar nicht mehr ins Erstaunen. Mittlerweile haben wir uns an seine Art gewöhnt, glauben an ein Ende der je nach Standpunkt Komödie oder Tragödie spätestens zur nächsten Wahl. Und Glaube kann ja bekanntlich manchmal Berge versetzen - oder eben auch nicht. Nun gut. Im Wettstreit der Systeme ist jetzt Huawei ins Visier der Amerikaner geraten. Die Tech-Company trägt den Makel des verlängerten chinesischen Spionageapparats und wird mit Entzug von Android-Updates bestraft.

Brüssel muss Kante zeigen

Einer meiner Kollegen ist darüber massiv ärgerlich. Sein Huawei P10 war jetzt ja auch kein Schnäppchen - die Telefonate mit Verwandten und Freunden sowie Whatsapp-Nachrichten seien für die chinesische Regierung eher nicht von Belang...Und wir Europäer? Die Angst, dass Trump dann doch mit Autosanktionen um die Ecke kommt, lässt uns erstarren wie den Hasen vor der Flinte. Also wenig bis null echte Reaktion auf den Handelskrieg. Kante zeigen, Brüssel!!

Womit wir schon flugs beim Thema Europa wären. Wie war denn Ihre Reaktion auf das österreichische Polit-Fiasko? Ehrlich gesagt, meine Vorurteile gegen eine bestimmte politische Richtung wurden voll bestätigt. Perfidität wurde dann aber mit noch größerer Perfidie abgestraft. Für uns als Journalisten stellt sich einmal mehr die Frage: Wie weit dürfen wir gehen? Wenn es um die Absicherung der Demokratie geht: aus meiner Sicht gerne sehr weit! Aber das ist meine Meinung, Sie dürfen widersprechen. Wie dem auch sei: Darf ich Sie denn auffordern, Sonntag zur Wahl zu gehen?

Ich finde es unglaublich wichtig, sich durch den Gang zur Wahlurne zu Europa zu bekennen. Trotz Arbeitszeit-Richterspruch, trotz Kuscherei vor den Amis, trotz allem, was uns an Brüssel und Straßburg stört. Die Idee eines gemeinsamen Europas ist nach wie vor gut, der Weg dahin bleibt steinig. Der solo agierende Nationalstaat, den Europa-Kritiker gerne hätten, ist für mich längst passé. Ich hoffe, dass ist bei Ihnen auch so.

Das sind die 10 personalstärksten Unternehmen weltweit

Rund 2,3 Millionen Menschen arbeiten für das größte Unternehmen der Welt. Wer das ist und welche Firmen außerdem noch zu den personalstärksten der Welt zählen, haben wir für Sie aufgelistet. Lernen Sie die personalstärksten Unternehmen kennen!

08.05.2019: Konjunktur, Bildungsdilemma und Vor-Messe-Stress

Die Konjunktur, die vielen Pressetermine aber vor allem die 6,2 Millionen funktionalen Analphabeten bestimmen gerade die Diskussion – nicht nur bei der Fachzeitung Produktion.

Zwar passiert um uns herum gerade einiges, was Anlass gäbe, sich ordentlich zu echauffieren. Aber so richtig locken mich Altmaiers Industriepolitik, die roten Zahlen durch Rückstellungen bei BMW, die schwachen Auftragseingänge im Maschinenbau - überhaupt das miserable erste Quartal der deutschen Industrie - nicht aus der Reserve.

So mal unter uns: Dieses konjunkturelle Rauf und Runter verfolge ich als Schreiberling bei der 'Produktion' ziemlich genau seit 25 Jahren und muss sagen, dass insbesondere der Mittelstand trotz aller laut rufenden Unken die Kurve in schlechteren Phasen immer gekriegt hat. Auch dieses Mal, da bin ich mir ziemlich sicher. Meinen auf Erfahrung begründeten Optimismus lasse ich mir nicht nehmen. Ich hoffe, Sie auch nicht. Oder gehören Sie zu denjenigen, die Mantra-artig darauf beharren, dass früher alles besser war und die Zeiten immer schlimmer werden? Nein, so sind Sie gewiss nicht gestrickt. Vielleicht können wir uns ja sogar darauf einigen, den Begriff 'Krise' erst gar nicht erst zu strapazieren. Sie wissen schon, die Psychologie...

Die besten Ingenieure, Dichter und Denker - und Analphabeten

Dass laut offizieller Studie 6,2 Millionen Menschen in Deutschland, dem Land der besten Ingenieure, der Dichter und Denker, funktionale Analphabeten sind, macht mich allerdings ärgerlich und lockt den Pessimisten in mir hervor. Ich frage mich, wie viele Löcher unser hochgelobtes Bildungssystem hat, dass überhaupt jemand durchschlüpfen kann? Übrigens verhält es sich mit der Lesekompetenz nicht so wie beispielsweise mit dem Fahrradfahren. Letzteres verlernen Sie nie, Erstgenanntes müssen Sie üben, üben, üben. Hut ab vor den Menschen, die täglich neue Strategien entwickeln, um mit ihrer Illiteralität nicht aufzufallen.

Können wir uns leisten, die 6,2 Millionen Betroffenen links liegen zu lassen? Volkswirtschaftlich betrachtet halte ich das für eine Katastrophe. Lautet der Ruf der Wirtschaft nicht 'all hands on deck'? Wir brauchen doch in Zukunft gut ausgebildete Menschen, die unserer Industrie den digitalen Schliff verpassen. Die Anforderungen an den Einzelnen werden höher und höher und wir schaffen es mit unserem teuren Bildungssystem nicht, basale Kulturfähigkeiten wie Lesen und Schreiben zu vermitteln? Gut ist, dass viele Betriebe die Betroffenen auffangen und ihnen Jobs anbieten. Die Kosten für das Bildungssystem werden also sozialisiert (was ja richtig ist), die Kosten für die Schäden durch unser Bildungssystem individualisiert. Irgendwie verstehe ich das nicht oder ist mir etwas entgangen?

Anja Karliczek? Unsere Bildungsministerin und damit oberste Hüterin der angewandten Lese- und Schreibkompetenz bezeichnet den Fakt, dass ja nur (!) knapp über 6 Millionen keine zusammenhängenden Texte verstehen, als 'Erfolg für unser Bildungssystem'. Waren nämlich auch schon mal mehr, wie wir hören. Überhaupt wundert es ja dann gar nicht mehr, dass der aktuelle Abiturienten-Jahrgang Einspruch gegen die viel zu textlastige Matheprüfung erhebt. Verständnisprobleme? Und so gesehen kann ich in meinem Blog auch munter schreiben, was ich will. Die Chancen, dass viele mein Geschreibsel weder lesen noch verstehen können, stehen ja nicht schlecht. 

Planen mit unendlichen Kapazitäten

Das noch am Rande erwähnt: Es finden in diesem Jahr noch große Messen statt. Die wir gerne besuchen, auf denen wir unsere Netzwerke pflegen, auf denen wir uns über Technologien informieren, auf denen wir uns zusammen mit Ihnen darüber freuen, dass die deutsche Industrie die beste der Welt ist.

Dass die betreffende Branche uns in den nächsten zehn Arbeitstagen zu vierzehn Vor-Messe-Pressekonferenzen einlädt, ist denn auch wirklich löblich. Ich will jetzt auch gar nicht schimpfen. Aber Sie als PPS-erprobter Produktioner und ich als Chefredakteur wissen, was es heißt, mit unendlichen Kapazitäten planen zu müssen aber nur über eine begrenzte Anzahl Mitarbeiter zu verfügen. Haut echt nicht hin. Also an dieser Stelle meine Entschuldigung dafür, dass wir nicht auf allen Hochzeiten, für die Sie uns einplanen, tanzen können. Spätestens im Herbst schauen wir uns dann aber wieder in die Augen. Versprochen!

Zum Schluss: Was mich interessiert ist, wie Sie in Ihrem Betrieb mit potenziellen Illiteraten umgehen. Schreiben Sie mir unter claus.wilk@produktion.de

Die 10 besten Zitate aus der Wirtschaft 2018

"Wir glauben, dass die Leute auch in Zukunft nicht nackt herumlaufen": Mit diesen skurrilen Zitaten brachten Wirtschaftsbosse die Welt im Jahr 2018 zum Schmunzeln...

Hier geht es zur Bildergalerie mit weiteren Zitaten aus der Welt der Wirtschaft.

Der 1. Mai wird als Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse oder auch als Maifeiertag bezeichnet. - Bild: Pixabay/Grafik: Produktion
Der 1. Mai wird als Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse oder auch als Maifeiertag bezeichnet. - Bild: Pixabay/Grafik: Produktion

30.04.2019: Mein Tag der Arbeit

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit. Aber gibt es den klassischen Arbeiter überhaupt noch? Wo lässt er sich finden? Gedanken zum Maifeiertag.

Welchen Bezug haben Sie eigentlich noch zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit? Freuen Sie sich über einen geschenkten freien Tag? Oder stecken Sie sich eine rote Nelke ans Revers und pilgern zur Mai-Kundgebung ihres örtlichen DGB- oder IGM-Büros? Meine eigene politische Früh-Sozialisation basiert auf meiner Jugend im Ruhrgebiet. Männliche Verwandte, aber auch meine Nachbarn und die Väter meiner Freunde waren entweder in der Stahlindustrie oder aber im Bergbau beschäftigt. Für Duisburger Verhältnisse war das nicht einmal was Besonderes. Und ich spürte ein unausgesprochenes Klassenbewusstsein unter jenen, erlebte auch die dazu passende Attitüde: Am ersten Mai wurde deshalb gekämpft für Löhne, den arbeitsfreien Samstag, die 35-Stunden-Woche oder welche Themen auch immer den 'Arbeiter' umtrieben.

Jetzt die große Einschränkung! Das, worüber ich hier aus meiner vermutlich verklärten Erinnerung erzähle, liegt etwa 40 Jahre zurück. Es war eine raue, aber herzliche Männerwelt, Arbeit hieß damals noch Maloche, Schwielen an den Händen waren wie Orden an der Brust, um mal ein Bild zu strapazieren.  Suchen Sie heute bei einschlägigen Internet-Bilderdiensten nach dem 'Arbeiter', erhalten Sie Bilder von jungen Menschen in Anzügen und weißen Hemden, die mit ihren gepflegten Fingern Tastaturen bedienen.  

Wo ist eigentlich der 'Arbeiter'?

Wenn ich mich heute in den Fabrikhallen umschaue, dann wird immer noch montiert, geschraubt, transportiert, also Arbeit verrichtet - und zwar äußerst intensiv. Aber niemand kommt ernsthaft auf die Idee, die hier agierenden Personen noch in die traditionelle Arbeiter-Klasse einzuordnen. Hier hat sich etwas ganz grundsätzlich gewandelt. Wir sehen heute fast durch die Bank gut ausgebildete, teils hochspezialisierte Fachleute. Geübt, Lean-Kultur zu leben und mit großem Verständnis für Agile Management-Methoden; einige gehen mit Begriffen aus der Management-Welt gekonnter um als Berater. Wir sehen ganz oft den Arbeiter als Unternehmer im Unternehmen. Der Industrie(mit)arbeiter hat sich längst emanzipiert, er kennt seinen Wert, erfährt im Betrieb die entsprechende Wertschätzung und Anerkennung. In aller Regel stimmt auch die Bezahlung. 

Den Arbeiter nach unseren traditionellen Vorstellungen finden wir heute ganz woanders. Vielleicht arbeitet er bei Kurierdiensten, möglicherweise erntet er gerade den Spargel, den Sie morgen essen. Oder er schafft für US-Handelsriesen in der Logistik. Oder als Stewardess bei Billigfliegern. Ich bin mir sicher: es gibt ihn noch, den Arbeiter, wir finden ihn ganz sicher in prekären Jobs! Er hat unter Umständen keine Ausbildung absolviert, vielleicht hat es auch mit der Schule nicht so richtig geklappt. Und: Ich bin davon überzeugt, dass er deutlich weniger politisch ist, als der Industriearbeiter vor 40 Jahren - auf den Kundgebungen zum 1. Mai finden Sie ihn nach meinen Erfahrungen jedenfalls nicht.

Was mich zum Ausgangspunkt meiner Frage bringt. Welchen Bezug haben Sie und auch ich noch zum 'Tag der Arbeit'? Der eine schwelgt wie ich in Erinnerungen an Zeiten, in denen die SPD noch Wähler und die Gewerkschaften noch Mitglieder hatten. Der andere macht einen Familienausflug, ein dritter schläft aus und widmet sich danach seinen Hobbies. Für den Menschen in der Industrie brauchen wir den 1. Mai sicher nicht mehr ganz so dringend.

Aber wir brauchen etwas, dass uns hinweist auf all diejenigen, die am Rande unserer durchindustrialisierten Welt wirken. Wir sollten nicht vergessen, dass es auch in Deutschland Armut gibt, Menschen sozial abgehängt sind und aus eigener Kraft vielleicht nicht in der Lage, sich selbst zu helfen. Vielleicht sollten wir den 'Tag der Arbeit' deshalb nicht abschaffen, aber neu definieren.

Übrigens: Ich werde morgen im Schweiße meines Angesichts Dielenbretter ölen!

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir unter claus.wilk@produktion.de

Mindestlöhne in der EU: So groß sind die Unterschiede

Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Die gesetzlichen Brutto-Mindestlöhne pro Monat in diesen 22 EU-Ländern variieren enorm. Zwischen dem Gehalt des letzten und des ersten Platzes liegen Welten. Oder um es in Zahlen auszudrücken: 1.738 Euro. Zum Ländervergleich!

Kamele auf der Seidenstraße
So sieht die Seidenstraße doch in unseren Vorstellungen aus, oder? - Bild: Pixabay

29.04.2019: Seidenstraßen-Skepsis

Was steckt eigentlich genau hinter dem Seidenstraßen-Projekt? Darf man Chinas Mann an der Macht Xi Jinping blind vertrauen?

Eine Seidenstraße mit viel mehr Transparenz verspricht uns Chinas Präsident Xi Jinping und startet eine Charme-Offensive in Richtung derjenigen, die dem Megaprojekt mit viel Skepsis begegnen. Gerade eben lief die Zusammenkunft von 37 Top-Politikern aus Seidenstraßen-Anrainern und wir hier in der Redaktion diskutieren zum x-ten Male darüber, wie Europa dem chinesischen Staatskapitalismus adäquat begegnen sollte.

Mal so unter uns, quasi unter vier Augen: Ich gebe auf Xi's Aussagen nicht all zuviel, er beherrscht die Kunst des clever angewandten Opportunismus, ist zudem maximal zielorientiert und verfügt auch noch über das entsprechende Kapital. Geboren als Sohn eines privilegierten Parteifunktionärs, der Maos Kulturrevolution zum Opfer fiel, schaffte es Xi, sich vom politisch verfolgten Jugendlichen zum ersten Mann Chinas hinauf zu schwingen. Hut ab vor dieser Leistung, gar keine Frage. Aber stellen Sie sich doch einmal vor, welche Eigenschaften jemand ausprägen muss, um diese Karriere hinzulegen.

2013 startete Xi das Großprojekt 'Seidenstraße', ganz sicher mit dem Ziel, die weltweiten Handelswege zu kontrollieren. Sie glauben mir nicht? Dann bitte ich Sie, einmal genauer hinzuschauen: Wer profitiert von den chinesischen Investitionen, beispielsweise in Afrika oder auf Sri Lanka? Und wer bekommt die Infrastruktur-Aufträge? Europäische Unternehmen? Vielleicht fallen ja ein paar Brosamen ab, aber 90 Prozent der Jobs gehen an chinesische Unternehmen. Und Wehe den Ländern, die großzügige Kredite aus dem Reich der Mitte nicht mehr bedienen können...

Wer von der Seidenstraße wirklich profitiert

Auch so eine Sache: Wenn Sie bei der Nennung des Begriffs 'Seidenstraße' die typische Kamelkarawane im Sonnenuntergang vor Augen haben, dann ist das Kalkül. Dann ist das ein Spiel mit unseren romantisch verklärten Vorstellungen davon, was die Seidenstraße einmal war.

Das wird sie aber in der Zukunft eben nicht sein. Hier reitet nicht Marco Polo voll beladen mit Tuch und Gewürz gen Europa; auf der neuen Seidenstraße wird Chinas System exportiert. Und das jagt mir die Schauer über den Rücken. Ich möchte mich weder Chinas sozialem Kontrollsystem unterziehen, noch meine Freiheit und meine Rechte für ein sich mir nicht erschließendes Größeres aufgeben. Also 'Ja' zur Seidenstraße, aber 'by fair means'. Insofern plädiere ich dafür: Europa muss harte, diplomatische Kante zeigen. Und zwar ab sofort! 

Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie mir unter claus.wilk@produktion.de

Was Chinas Seidenstraße für den Maschinenbau bedeutet

China baut an einer Neuen Seidenstraße. Die Volksrepublik will mit der als Belt-and-Road-Initiative bekannten Politik die Weltwirtschaft so umgestalten, dass es ihrem Machterhalt und den Interessen chinesischer Staatskonzerne dient. Noch ist offen, ob sie die Partie gewinnt. Zur Hintergrund-Story.