Elektroschweißer

Die chinesische Wirtschaft schwächelt aufgrund der immer noch anhaltenden Spannungen im globalen Handelskonflikt. - Bild: Pixabay

Sechs Länder sind bei einem globalen wirtschaftlichen Abschwung besonders in Gefahr: Argentinien, Tunesien, Bahrain, Jordanien und Zypern. In 12 weiteren Staaten bestehen ebenfalls größere Risiken, unter anderem Italien, Kroatien, Rumänien oder Südafrika.

Sie könnten insbesondere dann in Schwierigkeiten geraten, wenn der wirtschaftliche Abschwung deutlich stärker ausfallen sollte als aktuell erwartet. Das ist angesichts der vielen - teilweise auch zunehmenden - Risiken nicht unwahrscheinlich. Der Kreditversicherer Euler Hermes geht mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 40 Prozent von einem solchen Szenario aus.

Brexit und Handelskonflikte sorgen für Probleme

„Der deutsche Wirtschaftsmotor stottert aktuell und auch Frankreich fährt mit angezogener Handbremse. Das geht am Rest Europas und den hiesigen Unternehmen nicht spurlos vorbei“, sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Hinzu kommen signifikante Risiken durch die anhaltenden Unsicherheiten in Italien und durch den Brexit. Die chinesische Wirtschaft schwächelt ebenfalls – nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Spannungen im globalen Handelskonflikt. Das wiederum könnte mit einem Dominoeffekt andere asiatische Wirtschaften treffen. Es besteht deshalb die Gefahr, dass der Abschwung eventuell deutlich stärker ausfallen könnte als bisher erwartet.“

Einige Länder haben für einen stärkeren Abschwung genügend Puffer – andere könnten dadurch jedoch in Schwierigkeiten geraten – nicht nur in Schwellenländern, sondern auch in Europa.

Industrieländer Italien und Zypern sind Wackelkandidaten

„Wir haben bei den Länderrisiken aktuell einige Sorgenkinder“, sagt Manfred Stamer, Senior Volkswirt bei Euler Hermes. „Zu den Wackelkandidaten gehören mit Italien und Zypern auch zwei Industrieländer. Aber auch Kroatien, Rumänien, die Türkei oder Südafrika sollte man durchaus im Auge behalten. Insbesondere die Abhängigkeit von externer Finanzierung oder vom Export stellen Risiken dar, die dabei eine große Rolle spielen. Insgesamt sind viele Schwellenländer aber besser auf den Abschwung vorbereitet als bei der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 – vor allem, weil sie in den letzten zehn Jahren mehr Devisenreserven als Puffer angelegt haben.“

Die Volkswirte von Euler Hermes haben in ihrer jüngsten Analyse vor allem die drei Übertragungskanäle externe Finanzierung, Abhängigkeit vom Außenhandel sowie Rohstoffpreise untersucht. Bei letzteren unterteilt die Analyse die Auswirkungen von Energiepreisen und Preisen für andere Rohstoffe.

Sieben Exportnationen mit systemischen wirtschaftlichen Risiken

„Dabei fiel auf, dass 12 der 18 gefährdeten Wirtschaften stark von externer Finanzierung abhängig sind“, sagt Stamer. „Sie sind also im Ausland in ‚harter Währung‘ verschuldet. Bei einer Abwertung der Landeswährung wie zuletzt in Argentinien, der Türkei sowie anderen wichtigen Schwellenländern, kann eine Rückzahlung um ein Vielfaches teurer und damit in einigen Fällen sehr schwer zu stemmen sein.“

Zehn der 18 Wackelkandidaten sind zudem führende Rohstoffexporteure. Sie sind damit stark von der Entwicklung der Rohstoffpreise sowie der Nachfrage abhängig.

„Weltweit setzen 45 Volkswirtschaften vor allem auf ihre Exportstärke, darunter viele Industrienationen wie zum Beispiel Deutschland“, sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Eine schwächere Weltwirtschaft hat auf sie häufig deutlich stärkere Auswirkungen als anderswo und viele von ihnen dürften einen überdurchschnittlichen Abschwung erleben. Aber: Nur sieben dieser Länder weisen höhere systemische wirtschaftliche Risiken auf im Hinblick auf die gesamte externe Liquidität, die öffentliche und externe Verschuldungsquote sowie die Wirtschaftspolitik.“

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