Der Industrieservice behauptet sich trotz schwacher Kundenindustrien. Der BRIS 2026 zeigt, welche Rolle das Bestandsgeschäft spielt und wo Dienstleister neue Wachstumspotenziale sehen.
Wie entwickelt sich der Industrieservice 2026? Der BRIS zeigt einen robusten Markt, stabiles Bestandsgeschäft und neue Wachstumspotenziale.bobex73 – stock.adobe.com
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• VAIS und JPN veröffentlichen den dritten Branchenreport Industrieservice.
• Die untersuchten Anbieter erzielten 2025 weltweit 14 Mrd. EUR Umsatz, davon 6,7 Mrd. EUR in Deutschland.
• Der Inlandsumsatz der TOP 20 sank lediglich um 0,3 %, während die Beschäftigtenzahl nahezu stabil blieb.
• Wachstumspotenziale sehen die Unternehmen unter anderem in Verteidigung, Pharmaindustrie, Rechenzentren sowie Energie und Infrastruktur.
Wie robust ist der Industrieservice 2026?
Der Industrieservice in Deutschland behauptet sich trotz der anhaltenden Schwäche wichtiger Kundenindustrien. Das geht aus dem Branchenreport Industrieservice 2026 (BRIS) hervor, den der Verband für Anlagentechnik und IndustrieService e.V. (VAIS) und die Dr. Jörg-Peter Naumann Gesellschaft für Unternehmensberatung mbH (JPN) zum dritten Mal gemeinsam veröffentlichen.
Der Report analysiert die Entwicklung der Branche auf Grundlage von Unternehmensdaten und Experteninterviews. Die Auswertung umfasst führende Industrieserviceanbieter, die in der Prozess- und Fertigungsindustrie tätig sind.
Die befragten Unternehmen erwirtschafteten im Berichtsjahr 2025 weltweit einen Umsatz von 14 Mrd. EUR. Davon entfielen 6,7 Mrd. EUR auf Deutschland und 7,3 Mrd. EUR auf das Ausland.
Bereits im Juni hatten VAIS und JPN das zum BRIS gehörende TOP-20-Ranking der Industriedienstleister in Deutschland veröffentlicht. An dessen Spitze stehen erneut WISAG Industrie Service und Bilfinger.
Bestandsgeschäft stützt den Industrieservice
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Wie aus der Mitteilung hervorgeht, ging der aggregierte Inlandsumsatz der TOP 20 im Jahr 2025 lediglich um 0,3 % zurück. Gleichzeitig blieb die Beschäftigtenzahl nahezu stabil.
Das Ranking ist Teil des Branchenreports Industrieservice. Es ist kostenfrei abrufbar unter: VAIS Branchenreport 2026
Bei einer weiterhin verhaltenen Investitionstätigkeit gewinnt insbesondere das Bestandsgeschäft an Bedeutung. Instandhaltung, Modernisierung und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung stützen den Markt.
Dr. Dietmar Kestner, Geschäftsführer des VAIS, kommentiert die Entwicklung: „Der Industrieservice zeigt sich auch unter schwierigen Bedingungen robust. Wenn Unternehmen Neuinvestitionen zurückstellen, hält der Service die Anlagen zuverlässig und wirtschaftlich am Laufen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir eine starke industrielle Basis brauchen. Entscheidend sind wettbewerbsfähige Standortbedingungen und wieder mehr Vertrauen in Investitionen in Deutschland.“
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Wo entstehen neue Wachstumsmärkte?
Neben dem klassischen Bestandsgeschäft rücken neue Absatzfelder stärker in den Fokus. Wachstumspotenziale sehen die befragten Unternehmen insbesondere in der Verteidigungsindustrie, bei Rechenzentren und in der Pharmaindustrie sowie in Teilen der Energie- und Infrastrukturwirtschaft.
In diesen Bereichen erwarten die Unternehmen zusätzliche Nachfrage nach technischen Dienstleistungen. Für Industriedienstleister geht es damit neben der Stabilisierung des Kerngeschäfts zunehmend darum, neue Märkte und Leistungsfelder zu erschließen.
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Dr. Jörg-Peter Naumann erklärt mit Blick auf die Betreiber: „Die Industrie investiert derzeit selektiv und erwartet einen klaren wirtschaftlichen Nutzen. Für Industriedienstleister kommt es deshalb darauf an, das Kerngeschäft profitabel zu halten und zugleich neue Märkte und Leistungen zu erschließen. Wer die Verfügbarkeit von Anlagen erhöht, Kosten senkt und technische Lösungen für neue Anforderungen entwickelt, bleibt auch in einem schwierigen Marktumfeld ein gefragter Partner.“
Wie verändern Digitalisierung und KI den Industrieservice?
Parallel zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern Defossilisierung, Digitalisierung und demografischer Wandel die Anforderungen an die Dienstleister. Energieeffizienz und Anlagenoptimierung gewinnen ebenso an Bedeutung wie datenbasierte Prozesse und KI. Hinzu kommen Qualifizierung und Wissenstransfer.
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Damit erweitert sich das Leistungsspektrum des Industrieservice. Laut BRIS 2026 übernehmen Anbieter über klassische Serviceleistungen hinaus zunehmend Aufgaben bei Modernisierung, Engineering, Digitalisierung und technischer Optimierung. Der Industrieservice entwickelt sich damit stärker zum technischen Lösungs- und Umsetzungspartner.
Öffentliche Auftragsvergabe erstmals im Fokus
Der BRIS 2026 widmet sich erstmals in einem eigenen Spezial der öffentlichen Auftragsvergabe. Untersucht werden die Chancen, die sich durch öffentliche Investitionen für den Industrieservice ergeben, sowie die Hürden beim Zugang zu entsprechenden Aufträgen.
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Der Branchenreport soll dabei Markttransparenz für Dienstleister und Betreiber industrieller Standorte schaffen und einen Überblick über die Entwicklung des Industrieservicemarktes in Deutschland geben.
• Wie entwickelt sich der Industrieservice 2026? – Laut BRIS behauptet sich der Markt trotz der Schwäche wichtiger Kundenindustrien. Der Inlandsumsatz der TOP 20 sank 2025 um 0,3 %.
• Welche Märkte bieten dem Industrieservice Wachstumspotenzial? – Genannt werden Verteidigungsindustrie, Rechenzentren, Pharmaindustrie sowie Teile der Energie- und Infrastrukturwirtschaft.
• Was stützt den Industrieservice im Bestandsgeschäft? – Vor allem Instandhaltung, Modernisierung und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung stabilisieren den Markt.
• Welche Rolle spielen Digitalisierung und KI im Industrieservice? – Datenbasierte Prozesse, KI, Energieeffizienz und Anlagenoptimierung gewinnen laut BRIS 2026 an Bedeutung.
• Welche Bedeutung hat die öffentliche Auftragsvergabe für den Industrieservice? – Der BRIS 2026 untersucht erstmals in einem Spezial die Chancen öffentlicher Investitionen und die Hürden beim Zugang zu entsprechenden Aufträgen.