Klemmringe in Linearantrieben

Klemmringe: Präzision verhindert teure Ausfälle

Klemmringe sind in Linearantrieben weit mehr als einfache Standardteile. Ein US-OEM musste nach einem ungeprüften Bauteiltausch Ausfälle beheben – für mehr als 30.000 US-Dollar.

Klemmringe von Ruland, die als Sicherheitsanschläge bei einem Ausfall des Linearantriebs dienen.

• Ein US-OEM setzte No-Name-Klemmringe statt spezifizierter Ruland-Komponenten ein.
• Die Bauteile verschoben sich im Betrieb und verursachten Ausfälle von Verpackungsmaschinen in Asien.
• Ursache war eine mangelnde Rechtwinkligkeit zwischen Stirnfläche und Bohrung.
• Reparaturen, Reisen und Austausch verursachten direkte Kosten von mehr als 30.000 US-Dollar.

Ein US-amerikanischer OEM-Hersteller hatte Verpackungsmaschinen mit Linearantrieben an Kunden in Asien geliefert. Darin waren No-Name-Klemmringe verbaut, obwohl die technische Zeichnung weiterhin Ruland als Lieferanten auswies.

Im Betrieb begannen die Klemmringe auf der Achse zu wandern. Sie dienten als axiale Bezugspunkte: Erreichte der Aktuator den Klemmring, kehrte er seine Bewegungsrichtung um. Schon geringe Positionsänderungen konnten deshalb Fehlfunktionen auslösen. Der technische Support von Ruland erkannte einen ersten Hinweis sofort: Auf den Klemmringen fehlten Herstellernamen und Bohrungsgröße, mit denen Ruland seine Bauteile kennzeichnet.

Rechtwinkligkeit entscheidet über die Funktion

Die Analyse führte zur Rechtwinkligkeit zwischen Stirnfläche und Bohrung. Trifft der Aktuator schräg auf den Klemmring, entsteht eine ungleichmäßige Belastung. Dadurch kann sich der Ring mit jedem Zyklus verschieben. Ruland gibt für seine Klemmringe eine Gesamtabweichung von ≤ 0,05 mm an. Eine kreisförmige Nut kennzeichnet zudem die Arbeitsfläche.

„Aus diesem Grund korrigieren wir unsere Klemmringe präzise auf eine Gesamtabweichung von ≤ 0,05 mm“, erklärt Chris Gumas, Director of Customer Experience bei Ruland. „Obwohl Klemmringe als einfache Massenkomponenten gelten, ist dies ein gutes Beispiel, warum sie es nicht sind.“

Warum der Austausch mehr als 30.000 US-Dollar kostete

Labortests des OEM bestätigten die Analyse. Mit den ausgetauschten Klemmringen ließen sich die Fehler reproduzieren, mit Original-Klemmringen von Ruland funktionierte das System einwandfrei. Für die Fehlerbehebung mussten kurzfristig Ingenieure zu mehreren Kundenstandorten in Asien reisen. Reise-, Arbeits- und Austauschkosten summierten sich auf mehr als 30.000 US-Dollar.

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Ausgangspunkt war das Angebot eines Händlers, ein „gleichwertiges“ Produkt günstiger zu liefern. Der Einkauf genehmigte den Wechsel ohne technische Überprüfung. Nach dem Vorfall wurde der Einkäufer entlassen, der Händler auf die schwarze Liste gesetzt. Künftige Bauteilwechsel müssen von der Konstruktionsabteilung genehmigt werden.

Klemmringe werden zum festgelegten Standard

Ruland bietet für eine große Anzahl von Anwendungen eine vielfältige Auswahl an Klemm- und Stellringen.

Ruland ist nach dem Vorfall exklusiver und vorgegebener Lieferant der Klemmringe für das Unternehmen. „Dieses negative Beispiel verdeutlicht, woran wir bei Ruland glauben. Ruland-Bauteile sind nicht unbedingt kostengünstig zu bekommen, das wissen wir. Doch der Wert eines Ruland-Produkts liegt nicht in unserer Fähigkeit, die niedrigsten Komponentenkosten, sondern den größtmöglichen Nutzen anzubieten“, erläutert Gumas.


Drei Merkmale sichern die Präzision von Klemmringen

Gumas verweist dabei auf drei Merkmale: die Kennzeichnung mit Herstellername und Bohrungsgröße, die kontrollierte Rechtwinkligkeit sowie die kreisförmige Nut auf der Arbeitsfläche. „Die Kosteneinsparungen für einen falsch ausgewählten Klemmring stehen im Vergleich zu den Zehntausenden von Dollar, die dieser Kunde für die Behebung des Fehlers aufwenden musste, in keiner Relation.“

Quelle: Mit Material von Ruland

Was Sie zu Klemmringen in Linearantrieben
wissen müssen

1. Warum waren die Klemmringe für den Linearantrieb kritisch?

Sie dienten als präzise axiale Bezugspunkte für die Bewegungsumkehr des Aktuators.

2. Warum verschoben sich die Klemmringe?

Die No-Name-Bauteile wiesen nicht die erforderliche Rechtwinkligkeit zwischen Stirnfläche und Bohrung auf.

3. Welche Kosten verursachten die falschen Klemmringe?

Die direkten Kosten für Reisen, Arbeit und Bauteiltausch lagen bei mehr als 30.000 US-Dollar.

4. Welche Konsequenzen zog der OEM bei den Klemmringen?

Ruland wurde als exklusiver Lieferant festgelegt, Bauteilwechsel benötigen künftig die Freigabe der Konstruktionsabteilung.

5. Woran lassen sich Original-Klemmringe von Ruland erkennen?

Die Klemmringe tragen den Herstellernamen und die Bohrungsgröße. Zusätzlich kennzeichnet eine kreisförmige Nut die Arbeitsfläche.