Alltagsgegenstände erstrahlen in neuem Licht

Der britische Fotograf Patrick Llewelyn-Davies lässt Alltagsgegenstände in neuem Licht erstrahlen und verleiht ihnen dadurch eine ganz besondere Aura. - Bild: Faulhaber

„Making the ordinary extraordinary“. Das Motto des britischen Fotografen Patrick Llewelyn-Davies bringt es auf den Punkt. In seinen Aufnahmen lässt er Alltagsgegenstände in neuem Licht erstrahlen und verleiht ihnen dadurch eine ganz besondere Aura. Sein Geheimnis ist die innovative Aufnahmetechnik, mit deren Hilfe er eine Brücke von der „bewegten“ Lichtmalerei zum Stillleben schlägt.

Wie bringt man eine Autofelge zum Glühen, ohne dass der Reifen schmilzt? Patrick Llewelyn-Davies macht es mit Licht und lässt damit ein ungewöhnlich erhellendes Bild dieses Alltagsgegenstandes entstehen. Sein Light Revolution System definiert den Gegensatz von Licht und Schatten neu, denn es bestrahlt das Objekt gleichmäßig aus einer vollständigen Kreisbahn. Ein Präzisionsmotor von Faulhaber sorgt für den gleichmäßigen Lauf der Lampen und das exakte Einhalten der 360 Grad.

In seinen Bildern steht das ruhende Objekt im Mittelpunkt, das bewegliche Licht setzt er wie einen Stift zum Kolorieren ein. Nur dass seine Bilder nicht mit zusätzlicher Farbe versehen werden. Stattdessen bringt er die Objekte zum Glühen und Leuchten. Sein Einsatz des Lichts lässt zudem neue und manchmal fast röntgenartige Einblicke in die fotografierten Gegenstände entstehen. Sie bekommen eine gleichsam dreidimensionale Plastizität, obwohl sie optisch die 2D-Welt nicht verlassen.

Zwei intensiv strahlende LED-Leuchten vollführen den Kreislauf um einen runden Tisch
Zwei intensiv strahlende LED-Leuchten vollführen den Kreislauf um einen runden Tisch, auf dem das Objekt der fotografischen Bemühung seinen Platz gefunden hat. - Bild: Faulhaber

Plastisches Strahlen

Bei der Technik der Lichtmalerei lässt der Fotograf die Blende so lange wie nötig geöffnet, damit ein bewegtes Licht seine Spuren auf dem Negativ beziehungsweise dem Bildsensor hinterlassen kann. Anders als bei der „normalen“ Fotografie wird auf solchen Bildern die Bewegung nicht an-, sondern festgehalten.

Das Geheimnis der lichtgemalten Stillleben ist eine scheinbar einfache Vorrichtung, die mit „Light Revolution System“ einen doppeldeutigen Namen erhalten hat. Denn die Revolution bedeutet hier sowohl Umdrehung als auch grundlegende Erneuerung. Zwei intensiv strahlende LED-Leuchten vollführen den Kreislauf um einen runden Tisch, auf dem das Objekt der fotografischen Bemühung seinen Platz gefunden hat.

In der Regel dauert es sechs Sekunden, bis sie ihre Runde gemacht haben. Die Zeit lässt sich jedoch variieren, je nach dem angestrebten Lichteffekt. Das System läuft aber nicht nur rund, sondern eröffnet zugleich völlig neue Möglichkeiten der fotografischen Bildgestaltung – etwas Vergleichbares gab es bisher nicht auf dem Markt.

Das Light Revolution System definiert den Gegensatz von Licht und Schatten neu, denn es bestrahlt das Objekt gleichmäßig aus einer vollständigen Kreisbahn.
Das Light Revolution System definiert den Gegensatz von Licht und Schatten neu, denn es bestrahlt das Objekt gleichmäßig aus einer vollständigen Kreisbahn. - Bild: Faulhaber

Höchste Präzision beim Rundlauf

Die Leuchten sind an zwei Armen befestigt und lassen sich dort in der Höhe verstellen, sodass unterschiedliche Einstrahlwinkel möglich sind. Die Arme sind fest mit der rotierenden zentralen Achse verbunden. Diese Anordnung erfordert auf den ersten Blick keine spektakuläre Technik, doch im Detail kommt es auf höchste Präzision und ruhigsten Gleichlauf an.

„Jedes noch so kurze Stocken oder Ruckeln in der Rotation würde zu einer ungleichmäßigen Ausleuchtung führen,“ erklärt Patrick Llewelyn-Davies. „Es gäbe hellere und dunklere Stellen, die den beabsichtigten Effekt beeinträchtigen oder zerstören würden. Das gleiche gilt für das Abfahren des vollständigen Kreises. Die Arme dürfen nicht einen Grad mehr oder weniger als 360 Grad absolvieren. Und sie sollen dies ganz exakt in der vorgegebenen Zeit erledigen.“

Der Erfinder-Fotograf berichtet von frühen Versuchen mit schlichteren Komponenten, die eben diese Anforderungen nicht erfüllten. Die größte Herausforderung bestand darin, die Zentralachse des Systems sowohl ruckfrei als auch sehr genau zu bewegen. Dabei sollte das tragbare Gerät aber so leicht wie möglich bleiben. Bei der Auswahl des passenden Antriebs haben die Experten des britischen Faulhaber-Vertriebspartners EMS geholfen. „Die Unterstützung von EMS war großartig“, erzählt Patrick Llewelyn-Davies.

„Sie haben die nötige technische Expertise für den Antrieb und die Steuerung eingebracht. Sie trägt entscheidend zur hohen Qualität des Produkts bei. Zudem haben sich Motoren von Faulhaber in hochkritischen Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt bewährt. So wusste ich, dass sie die Genauigkeit und Verlässlichkeit mitbringen würden, die das Light Revolution System benötigt.“

Die Experten von EMS haben die bürstenlosen Motoren der Serie BX4 als die optimale Lösung identifiziert. Mit ihnen konnte die gewünschte Präzision und Wiederholbarkeit des Ablaufs sichergestellt werden. „Nachdem wir uns für eine Motorfamilie entschieden hatten, konnten wir verschiedene Größen ausprobieren, ohne in die Programmierung einzugreifen“, erzählt Dave Walsha, Vertriebsingenieur bei EMS, von der gemeinsamen Entwicklungsarbeit. „Damit konnten wir auch sehr flexibel auf Veränderungen am System reagieren.“ Dank der kompakten und leichten Bauweise der BX4-Motoren wurde auch das „Idealgewicht“ eingehalten.

Ein bürstenloser DC-Servomotor der 4-Pol-Technologie
Ein bürstenloser DC-Servomotor der 4-Pol-Technologie. - Bild: Faulhaber

Detaillierte 3D-Modelle von Museumsobjekten

Der Fotograf hat sein Light Revolution System natürlich selbst ausgiebig getestet. In seiner Online-Galerie kann man Beispiele für die einzigartigen Lichteffekte bewundern, die er damit erzielt hat. Das „Glühen“, das er unscheinbaren Alltagsgegenständen wie einem Hühnerei oder einem Angelhaken entlockt, entsteht übrigens, indem man die kreisenden LED-Lampen sehr tief über dem Tisch platziert. Da ein Teil des Lichts von den Objekten seitlich auf die Unterlage zurückgeworfen wird, entsteht eine leuchtende Aura, die aus dem Inneren der Gegenstände zu kommen scheint.

Das System wird derzeit in verschiedenen Einsatzbereichen erprobt. Statt der Leuchten kann auch eine Kamera auf einem der Arme angebracht werden. Ist sie an einem kreisbogenförmigen Arm befestigt, kann das Objekt bei gleichbleibendem Abstand aus unterschiedlichen Winkeln fotografiert werden. Diese Methode nutzen zum Beispiel Museen, um aus Bilddaten hochauflösende 3D-Modelle ihrer wertvollen Objekte zu berechnen.

Diese Daten können Forscher dann weltweit austauschen und für ihre Studien nutzen. Mittels 3D-Druck lassen sich zudem präzise Replika herstellen. „Bisher waren solche Aufnahmen mit einem großen Aufwand für die Einstellung in Handarbeit verbunden“, sagt Patrick Llewelyn-Davies. „Mit dem Light Revolution System kann man den Ablauf weitgehend automatisieren und enorm beschleunigen.“

Auch der FAULHABER BX4 wurde mit dem Light Revolution System aufgenommen.
Auch der Faulhaber BX4 wurde mit dem Light Revolution System aufgenommen. - Bild: Faulhaber

Antriebssysteme für Robotik & Automation

Die industriegerechten Antriebskomponenten von Faulhaber überzeugen durch ihre hohe Ausdauer und Leistung bei robuster, kompakter Bauweise
Die industriegerechten Antriebskomponenten von Faulhaber überzeugen durch ihre hohe Ausdauer und Leistung bei robuster, kompakter Bauweise. - Bild: Faulhaber

Eine industrielle Welt ohne Roboter und Automation ist mittlerweile undenkbar geworden. Dabei stehen Prozesssicherheit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit an vorderster Stelle, wenn es um den Einsatz solcher Systeme in modernen Fertigungsanlagen geht. Die industriegerechten Antriebskomponenten von Faulhaber überzeugen durch ihre hohe Ausdauer und Leistung bei robuster, kompakter Bauweise. Ob für exakte und hochdynamische Positionieranwendungen, beispielsweise in SMD-Bestückungsautomaten, Handling-Geräten und elektrischen Greifern, Förder- und Wiegesystemen oder feinfühlige und geräuscharme Bewegungen in künstlichen Roboterhänden.

 

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