Gleich mal vorneweg: Frau hat die schlechteren Gehaltskarten. Egal ob in der Führungsetage oder als Fachkraft. Frauen über 50 verdienen durchweg schlechter als ihre männlichen Kollegen. Das beweist eine Studie des Portals Gehalt.de, in der über 40.000 Gehaltsangaben von Beschäftigten über 50 Jahren ausgewertet wurden.

Während weibliche Führungskräfte etwa 80.000 Euro (alle Gehaltsangaben geben den Medianwert siehe Infobox an) jährlich verdienen, bekommen ihre männlichen Kollegen knapp 30.000 Euro mehr. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich bei Fachkräften. Zum Vergleich: Frauen bekommen in Kleinunternehmen ein Jahresgehalt von etwa 33.000 Euro, Männer dagegen 41.000 Euro.

Wie das Gesetz zur Lohngleichheit umgesetzt wird

Dass Frauen in einem Unternehmen für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn erhalten sollten, ist seit März 2017 gesetzlich geregelt. Das Gesetz mit dem sperrigen Namen "Entgelttransparenzgesetz" sollte für Lohngleichheit zwischen Frau und Mann sorgen.

Die Ergebnisse einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung beweist aber, dass das Gesetz kaum Wirkung zeigt. So haben seit Inkrafttreten der neuen Regelung beispielsweise nur 19 Prozent der Unternehmen mit 201 bis 500 Beschäftigten Maßnahmen für eine gerechte Bezahlung eingeleitet. Spürbare Sanktionen gibt es für das Nichteinhalten der gesetzlichen Bestimmungen bislang nicht.

Doch nicht nur das Geschlecht entscheidet über die Höhe des Gehalts. Auch ein Studienabschluss schlägt sich deutlich im Verdienst nieder.

Was ist der Medianwert?

Der Medianwert oder auch Zentralwert genannt, gibt in Statistiken den tatsächlichen Mittelwert an. Das bedeutet, 50 Prozent der Werte liegen unterhalb und 50 Prozent über dem Median.

Anders als beim Durchschnittswert verfälschen Ausreißer - egal ob nach oben oder unten - den Mittelwert der Statistik nicht.

So viel verdienen Akademiker

Fachkräfte im Alter von über 50 Jahren verdienen rund 42.500 Euro. Während diejenigen, die eine Lehre abgeschlossen haben, im Jahr 38.392 Euro verdienen, bringen es Hochschulabsolventen auf 64.712 Euro. Bei Führungskräften ist die Lücke sogar noch größer. Durchschnittlich erhält eine Führungskraft 105.000 Euro - knapp 118.00 Euro mit Hochschulabschluss und rund 83.000 Euro ohne einen entsprechenden Abschluss.

Für Nicht-Akademiker findet Philipp Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de dennoch beruhigende Worte: "Wer im Alter zwar keinen akademischen Titel vorzuweisen, jedoch durch seine Leistung und Ambitionen Führungsebenen erreicht hat, verdient nicht selten mehr als Kollegen mit akademischen Titel."

Firmengröße und Branche haben keinen Einfluss? Von wegen

Viele Arbeitskräfte schätzen in Kleinunternehmen das familiäre Klima. Dass das per Du mit dem Chef seinen Preis hat, zeigt sich spätestens bei der Gehaltsabrechnung. Hier nur zwei Beispiele: Während männliche Fachkräfte in einem Kleinbetrieb (weniger als 100 Mitarbeiter) ein Jahresgehalt von etwa 41.000 Euro verdienen, haben männliche Fachkräfte in einem Großbetrieb (mehr als 1.000 Mitarbeiter) ein Jahreseinkommen von knapp 73.000 Euro.

Ähnliches lässt sich auch bei Führungskräften beobachten. Frauen in der Führungsetage von Kleinunternehmen verdienen jährlich 66.595 Euro. Zum Vergleich: In einem Großunternehmen gibt es für Frauen in gleicher Position ein Gehalt von 97.875 Euro.

Die Studie von Gehalt.de zeigt auch, dass das Jahreseinkommen sich stark nach Branche unterscheidet. Allerdings haben die Verfasser der Studie weder nach Unternehmensgröße, noch nach Geschlecht oder Position unterschieden. Zu den Top 5 Branchen für Beschäftigte zählen die Halbleiterindustrie (89.794 Euro), das Pharmawesen (70.043 Euro), die Luftfahrt (69.017 Euro), das Bankenwesen (67.327 Euro) und die Unternehmensberatung (61.182 Euro).

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