BMW Laserstrahlschweißen

Im Bereich der Türen- und Klappenfertigung setzt BMW seit Jahren sowohl bei Stahl wie auch bei Aluminiumtüren und Klappen auf die Fertigung mittels Laserstrahlschweißen. - Bild: BMW Group

"Im Bereich der Türen- und Klappenfertigung setzt der bayerische Premiumautobauer seit Jahren sowohl bei Stahl wie auch bei Aluminiumtüren und Klappen auf die Fertigung mittels Laserstrahlschweißen", berichtet Dr. Florian Oefele, Leiter Innovationen im Produktionsressort bei BMW.

Florian Oefele
Dr. Florian Oefele arbeitet als Leiter Innovationen im Produktionsressort beim Autobauer BMW in München. - Bild: BMW Group

Lange haben die vergleichsweise hohen Kosten des Verfahrens sowie die notwendige Sicherheitstechnik Anwender in anderen Branchen abgeschreckt. Doch das ändert sich. "Wir sehen Laserschweißen im Allgmeinen als Zukunftstechnologie – denn die Einsatzbereiche nehmen zu und die Kosten für das Verfahren sinken", bestätigt Jan Pitzer, Schweißfachingenieur Anwendungstechnik bei Cloos.

Das Verfahren Laserstrahlschweißen kommt laut Dr. Dirk Dittrich, Gruppenleiter Laserstrahlschweißen am Fraunhofer IWS, immer dann zum Einsatz, wenn hohe Effizienz und eine hohe Verfügbarkeit der Anlagen in der Fertigung erforderlich sind. "Laserstrahlschweißen eignet sich besonders dort, wo die Schweißaufgabe ein Verfahren bedingt, mit dem der Energieeintrag ins Bauteil sehr gering ist, der für Schweißverbindung zulässige Verzug minimal sein soll und hohe Verbindungsfestigkeiten erzielt werden müssen", erklärt er. Unter Laserstrahlschweißen werde in diesem Fall das Tiefschweißen, das heißt die Erzeugung großer Nahttiefe bei minimaler Wärmeeinbringung, verstanden.

Wenn konventionelle Schweißverfahren versagen...

Gerhard Weihbrecht, Geschäftsführender Gesellschafter von Weihbrecht Lasertechnik, schweißt immer dann per Laser, wenn die konventionelle Schweißverfahren versagen. "Denn die Laserschweißnaht ist im Verhältnis unschlagbar und lohnt sich vor allem bei langen Nähten, dünnwandigen Werkstoffen und wenn hohe Präzision gefordert ist." Es sei auch möglich, beim Laserschweißen Material zu­zuführen. "Dies ist gefordert, wenn es um Tiefenverschweißungen geht. Dann wird Schweißdraht zugeführt wie beim WIG-Schweißen." Weihbrecht nutzt diese Technik zum Beispiel beim Verschweißen von Drahtgewebe für Filter per Laser.

Für Pitzer von Cloos lohnt sich Laserschweißen grundsätzlich bei großen Stückzahlen, zum Beispiel als Alternative zum WIG-Schweißen. "Das Verfahren eignet sich für anspruchsvolle Materialien wie Chrom-Nickel Stähle, hochfeste Stähle, Aluminium oder wenn der Auftrag im Hygienic Design ausgeführt werden muss", verrät der Schweißfachingenieur. Denn beim Laserschweißen entstehe eine glatte und saubere Schweißnaht ohne Spritzer. Daher kommt das Verfahren zum Beispiel auch beim Bau von Anlagen für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie zum Einsatz, die strengen hygienischen Richtlinien entsprechen müssen.