Roboterarm

Ist die Automatisierung ein Job-Killer? - Bild: Pixabay

Die fortschreitende Digitalisierung bedroht laut einer neuen OECD-Studie fast jeden fünften Arbeitsplatz in Deutschland. Dabei ist der deutsche Arbeitsmarkt stärker vom technologischen Wandel betroffen als die Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Schnitt, wie aus dem am Donnerstag in Berlin präsentierten OECD-Beschäftigungsausblick 2019 hervorgeht.

Grund sei die überdurchschnittliche Bedeutung der Industrie mit vielen Routinetätigkeiten in Deutschland. "Geringqualifizierte sind einem höheren Risiko ausgesetzt, dass ihre Arbeitsplätze ersetzt werden", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

Automatisierungsquote: Wo arbeiten die meisten Roboter?

Global betrachtet arbeiten im Schnitt 74 Roboter pro 10.000 Mitarbeiter in der Fertigungsindustrie. Das gab die International Federation of Robotics (IFR) in der jüngsten Statistik bekannt. Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wie die Roboterdichte laut IFR weltweit verteilt ist.

Digitale Technik verändert Arbeitsplätze

In Deutschland könnten laut OECD 18,4 Prozent der Arbeitsplätze der Automatisierung zum Opfer fallen - OECD-weit seien es in den nächsten 15 bis 20 Jahren lediglich 14 Prozent. Zusätzlich dürfte sich laut der Studie OECD-weit fast jeder dritte Job durch digitale Technik stark verändern. In Deutschland sind es sogar 36 Prozent der Arbeitsplätze.

Dennoch ist ein deutlicher Anstieg von Massenarbeitslosigkeit laut OECD nicht zu befürchten. Im Gegenzug entstünden neue Jobs. OECD-Generalsekretär Gurría warnte vor Pessimismus. Die Politik müsse dem Wandel begegnen - vor allem durch deutlich mehr Erwachsenenbildung. Heute profitierten vor allem Höherqualifizierte von Weiterbildung und weniger jene, die sie am nötigsten bräuchten. So drohe die Polarisierung der Arbeitsmärkte zu wachsen.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, der technologische Wandel stelle Arbeitsplätze infrage. Vor allem bei den sozialen Dienstleistungsberufen, bei Gesundheit, Pflege und Bildung wachse aber der Bedarf an zusätzlicher Beschäftigung. Die Politik müsse die Weiterbildung forciert zum Schwerpunkt machen.

Technologie-Wandel stellt Arbeitsplätze in Frage

Weitere konkrete Schritte werde er im Sommer im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie von Bund und Sozialpartnern vorschlagen, kündigte Heil an. Denn nötig sei nicht nur mehr öffentlich geförderte Weiterbildung. In Bereichen, in denen das Geschäftsmodell von Unternehmen nicht mehr trage, müssten Arbeitnehmern auch verstärkt Umschulungen angeboten werden. Längerfristig sei auch ein Rechtsanspruch auf Weiterbildung denkbar.

Als bedroht schätzen die OECD-Forscher Arbeitsplätze ein, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent automatisiert werden. Die Studienautoren räumen ein, dass ihre Angaben mit Unsicherheiten verbunden seien.

Mindestlöhne in der EU: So groß sind die Unterschiede

Ein Unterschied wie Tag und Nacht: Die gesetzlichen Brutto-Mindestlöhne pro Monat in diesen 22 EU-Ländern variieren enorm. Zwischen dem Gehalt des letzten und des ersten Platzes liegen Welten. Oder um es in Zahlen auszudrücken: 1.738 Euro. Zum Ländervergleich!