Schwache Erholung

Die Erholung nach dem schwachen August sei wesentlich schwächer ausgefallen als man erwartet hatte. (Bild: anon - stock.adobe.com)

Die deutsche Industrie hat im September zwar wieder mehr Aufträge erhalten, allerdings weniger als erwartet. Zudem wurde das schwache Ergebnis vom August nochmals schwächer ausgewiesen. Im September seien 1,3 Prozent mehr Aufträge eingegangen als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Analysten hatten mit einem deutlicheren Anstieg um 1,8 Prozent gerechnet. Der starke Rückgang vom August wurde aufgrund neuer Daten von 7,7 auf 8,8 Prozent korrigiert.

Im Detail fiel die Entwicklung im September durchwachsen aus. Im Inland ging die Nachfrage um 5,9 Prozent zurück, während sie aus dem Ausland um 6,3 Prozent zulegte. Die Bestellungen kamen dort vor allem aus Ländern außerhalb der Eurozone, die Orders aus dem Euroraum gingen dagegen zurück.

Auch nach Gütergruppen war die Entwicklung uneinheitlich. Die Aufträge für Investitionsgüter wie Maschinen stiegen an. Vorleistungs- und Konsumgüter wurden jedoch weniger nachgefragt. Laut Statistikamt stiegen die Aufträge im Maschinenbau mit 12,2 Prozent am stärksten. Im KfZ-Bereich erhöhten sie sich um 9,6 Prozent, nachdem sie im August stark gefallen waren.

Bankökonomen kommentierten die Zahlen zurückhaltend. Die Erholung nach dem schwachen August sei wesentlich schwächer ausgefallen als man erwartet habe, kommentierte das Analysehaus Pantheon Macroeconomics. Ähnlich formulierte es Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank: "So sehr wir uns über den positiven Zuwachs freuen, so tief sitzt noch der Stachel des gewaltigen Rückgangs im Vormonat."

Die deutsche Industrie wird seit längerem von erheblichen Problemen im Welthandel geplagt, die sich überwiegend auf die Corona-Pandemie zurückführen lassen. Damit ist zu erklären, dass die Industrie zwar über einen hohen Auftragsbestand verfügt, zugleich aber nicht wie gewohnt produzieren kann. Denn es mangelt an vielen Vorprodukten und Rohstoffen. Ein rasches Ende der Handelsverspannungen sehen Experten derzeit nicht.

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dpa