Ein Mann arbeitet zu Hause an seinem Laptop und hält sein Baby.

Durch die Coronakrise konnten viele Berufstätige ihre Kinder nicht in die Kita oder den Kindergarten bringen. - Bild. Adobe Stock/Jelena

| von Anja Ringel

Kinderbetreuung statt Arbeit: Familienunternehmen in Deutschland beklagen ein "Corona-Betreuungsvakuum" - zu Lasten der Wirtschaft. Einer Umfrage unter den Mitgliedern der Verbände Die Familienunternehmer und Die Jungen Unternehmer zufolge spüren 58 Prozent der befragten Firmen noch immer die Folgen der eingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten, weil Mitarbeiter Kinder betreuen müssen. Jedes zweite dieser Unternehmen meldet dadurch Beeinträchtigungen in den Betriebsabläufen.

"Arbeitnehmer mit Kindern stecken in einem gewaltigen Dilemma, weil weder in Schulen noch in Kitas eine berechenbare Betreuung funktioniert", sagte Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands Die Familienunternehmer. Derzeit werde das Problem zu Lasten der Unternehmen gelöst.

Verbandspräsident fordert Kreativität

"Die Landesregierungen und der Bund müssen endlich maximal kreativ werden, um auf vielfältige Weise bald eine bestmögliche Rückkehr zur 100-Prozent-Betreuung auch unter den Corona-Auflagen zu ermöglichen." Auf Dauer könne die Wirtschaft so ihre Kraft nicht entfalten, warnte von Eben-Worlée. "Die wirtschaftliche Coronakrise hat den familiengeführten Mittelstand in ganzer Breite erreicht."

86 Prozent der Familienunternehmen nutzen den Angaben nach Kurzarbeit - für im Durchschnitt knapp die Hälfte ihrer Mitarbeiter. Knapp ein Viertel (24 Prozent) der befragten Unternehmer geht davon aus, dass sie die Kurzarbeit bis Ende August beenden können.

Viele planen keine Investitionen

Eingebrochene Auftragseingänge zeigten zudem, dass die Umsätze in den Betrieben noch länger niedrig bleiben werden. Die Auftragseingänge lagen den Angaben nach im April um 32 Prozent und im Juni immer noch 21 Prozent unter dem Vorjahresmonat.

Der Umfrage zufolge planen 45 Prozent der Familienunternehmen im kommenden Quartal keine Investitionen. Trotz der ungewissen Lage werden 77 Prozent der Umfrageteilnehmer an der bisherigen Zahl der Arbeitsplätze festhalten oder sie gar erhöhen.

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