Xometry Branchenreport

Flexible Fertigungskapazitäten als Erfolgsfaktor

Flexible Fertigungskapazitäten gewinnen für europäische Hersteller an Bedeutung. Laut dem Branchenreport von Xometry sichern sich Unternehmen externe Kapazitäten und Spezialwissen, um auf Engpässe und veränderte Marktbedingungen reagieren zu können.

Warum werden flexible Fertigungskapazitäten wichtiger? Xometry zeigt in seinem Branchenreport, wie Unternehmen 2027 auf Netzwerke, KI und Verlässlichkeit setzen.
Warum werden flexible Fertigungskapazitäten wichtiger? Xometry zeigt in seinem Branchenreport, wie Unternehmen 2027 auf Netzwerke, KI und Verlässlichkeit setzen.

  • Xometry hat für den EMEA Manufacturing Outlook 2027 insgesamt 200 Manager in Deutschland und Frankreich sowie 150 Branchenentscheider in den USA befragt.

  • Europäische Einkäufer akzeptieren höhere Preise, wenn geprüfte Qualität, DFM-Unterstützung und Verlässlichkeit das Risiko reduzieren.

  • KI kommt insbesondere bei Preisgestaltung, Angebotserstellung und automatisierten DFM-Prüfungen zum Einsatz.

  • Digitale Produktionsplattformen sollen freie Fertigungskapazitäten und externes Spezialwissen für Unternehmen zugänglich machen.

Für produzierende Unternehmen wird die flexible Nutzung von externen Kapazitäten und technischem Fachwissen zu einem entscheidenden Faktor. Bei den Herstellern gewinnt der Blick über die eigene Fabrik hinaus damit stark an Bedeutung, wie eine aktuelle Branchenanalyse der Produktionsplattform Xometry zeigt. Der EMEA Manufacturing Outlook 2027 basiert auf den Aussagen von 200 Managern in Deutschland und Frankreich sowie von 150 Branchentscheidern in den USA.

Eine zentrale Aussage der befragten Manager: Erfolgreich bleiben Firmen, wenn sie sich handlungsfähige Alternativen sichern - und zwar bereits lange, bevor sie diese tatsächlich benötigen. Oscar Lovera, Chief Operations Officer bei Xometry: „Resilienz ist eine Frage der Handlungsoptionen. Ob Zölle, geopolitische Verwerfungen oder Engpässe: Die Marktbedingungen verändern sich ständig.“

Sicherheit als Kaufargument

Diese Unsicherheiten eröffnen neue Chancen auch für kleinere Hersteller. So sind europäische Einkäufer den Angaben zufolge eher bereit, höhere Preise zu akzeptieren, wenn sie dafür ein geringeres Risiko und mehr Verlässlichkeit erhalten. Sie akzeptieren dann selbst deutliche Aufschläge für geprüfte Bauteilqualität oder für DFM-Unterstützung. „Der Preis spielt eine Rolle, aber das entscheidende Kaufargument ist heute Sicherheit“, sagt Marc Somsen, Vice President Sales EMEA bei Xometry. In den USA hingegen schätzen Unternehmen solche Faktoren weniger. Hier achten sie vor allem auf den Preis und wechseln bei Steigerungen schneller den Lieferanten.

Differenziert sehen Europas Entscheider mittlerweile den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). So erzielen Firmen ihre höchsten Renditen aus dem KI-Einsatz bereits vor dem eigentlichen Produktionsstart. Europäische Hersteller nutzen KI demnach heute gezielt bei der Preisgestaltung, der Erstellung von Angeboten sowie bei automatisierten DFM-Prüfungen. Damit erreichen sie nach eigener Aussage bessere Erfolge als durch den ungezielten, breit gestreuten Einsatz von KI. So geben französische Manager einen ROI von 60 Prozent bei eher moderaten KI-Investitionen an. Bei den deutschen Entscheidern lag der ROI bei 41 Prozent - trotz regionaler Spitzeninvestionen in KI.

Spezielle Fachkräfte sind Mangelware

Die Befragung ergab zudem, dass in Europa kleinere Hersteller weniger stark ausgelastet sind als die Branche insgesamt. Folglich bestehen beim Mittelstand noch Kapazitätsreserven. Vorqualifizierte digitale Netzwerke könnten einen wichtigen Beitrag leisten, um brachliegende Maschinenzeiten auszulasten. So erfüllen Plattformen wie Xometry strenge Regulierungen nach CBAM oder dem EU AI Act. Mittelständler können dort Aufträge generieren und ihre Maschinen besser auslasten. Die Plattform vermittelt KI-gestützt innerhalb von Sekunden einen Produktionsauftrag an einen geeigneten Hersteller. Kunden geben dazu ihre Anforderungen an Material, Technologie, Menge, aber auch an Qualitätsstandards an. Die Suche nach Produzenten übernimmt die Maschine für sie.

Wie die Branchenanalyse von Xometry weiter ergab, fehlen in Europa Fachkräfte für ganz bestimmte Qualifikationen. So konzentriere sich die Nachfrage auf hochspezialisierte technische Profile wie CNC- und CAM-Programmierer. Wegen der strukturellen Engpässe in diesen Bereichen greifen erfolgreiche Unternehmen gezielt auf externes Spezialwissen zurück. Auch hier helfen Produktionsplattformen. „Ob DFM-Support für komplexe Konstruktionen, garantierte Bauteilqualität oder verlässliche Lieferzeiten – Einkäufer suchen Gewissheit”, sagt Xometry-Manager Somsen. Die Plattform bietet den Kunden zahlreiche KI-gestützte Features. Diese unterstützen sie unter anderem bei Konstruktion und Preisgestaltung.

Xometry

Was Sie zum Thema flexible Fertigungskapazitäten wissen müssen

• Warum werden flexible Fertigungskapazitäten wichtiger? – Laut Xometry wollen sich Unternehmen frühzeitig alternative Produktionsmöglichkeiten sichern, um auf Engpässe und veränderte Marktbedingungen reagieren zu können.

• Welche Rolle spielt KI bei flexiblen Fertigungskapazitäten? – KI unterstützt unter anderem Preisgestaltung, Angebotserstellung, DFM-Prüfungen und die Vermittlung von Produktionsaufträgen.

• Wie können Mittelständler flexible Fertigungskapazitäten nutzen? – Digitale Produktionsplattformen können freie Maschinenkapazitäten mit passenden Aufträgen zusammenbringen.

• Welche Bedeutung hat Verlässlichkeit bei flexiblen Fertigungskapazitäten? – Europäische Einkäufer akzeptieren laut der Analyse auch höhere Preise, wenn sie dafür geringere Risiken, geprüfte Qualität oder DFM-Unterstützung erhalten.

• Wie hängen flexible Fertigungskapazitäten und Fachkräfte zusammen? – Bei spezialisierten Profilen wie CNC- und CAM-Programmierern bestehen laut Xometry Engpässe, weshalb Unternehmen verstärkt auf externes Spezialwissen zurückgreifen.