Eine Frau mit Mundschutz reinigt einen Bildschirm, auf dem "Continental" steht.

Wie viele andere Zulieferer leidet auch Continental unter der Corona-Pandemie. - Bild: Continental AG

| von Anja Ringel

„Mit diesem Abschneiden sind wir nicht zufrieden. Das können wir besser“: Continental-CEO Dr. Elmar Degenhart findet auf der diesjährigen Hauptversammlung klare Worte zur Lage des Zulieferers. Ein Grund für die aktuelle Lage ist natürlich Corona. Jedoch: „Zur Wahrheit und Transparenz gehört aber auch: Die Lage der Zulieferer war bereits 2019 sehr angespannt. Unsere Zahlen zeigen das deutlich“, sagte der Vorstandsvorsitzende ehrlich.

Continental versucht den Veränderungen in der Autobranche schon seit vergangenem Jahr entgegenzutreten. Und zwar mit seiner „Transformation 2019 bis 2029“. Auf dieses verwies Personalchefin Dr. Ariane Reinhart auch, als es um die Aktionärsfrage ging, welche Maßnahmen der Konzern aufgrund der Coronakrise durchführen muss. Das sieht vor, dass im Zeitraum von zehn Jahren bis zu 20.000 Arbeitsplätze „verändert“ werden – 7.000 in Deutschland.

Der CEO erklärte nun, dass bei 3.000 eine Veränderung bereits stattgefunden habe. Für zwei Drittel bestand diese darin, dass sie das Unternehmen verlassen haben. Reinhart und Degenhart machten aber auch deutlich: Das Programm alleine wird nicht ausreichen.

So will Continental aus der Krise kommen

Seit April sind rund 30.000 Continental-Mitarbeiter in Kurzarbeit. Dauer und Grad sei je nach Standort unterschiedlich, so Reinhart. In den vergangenen Wochen hatte der Zulieferer zudem die Absenkung der kollektiven Arbeitszeit ins Spiel gebracht. Auch über betriebsbedingte Kündigungen wird nachgedacht. Allerdings nur als „letztes Mittel“ wie Degenhart und Reinhart versichern.

Continental-CEO Dr. Elmar Degenhart.
"Das können wir besser", findet Continental-CEO Dr. Elmar Degenhart. - Bild: Continental AG

Davor sollen andere Mittel, die Liquidität in Zeiten der Corona-Pandemie sicherstellen. Denn das momentane Kostengefüge passe nicht zur derzeit geringeren Produktion von Fahrzeugen, sagte CEO Degenhart. Deshalb wolle das Unternehmen eine „Corona-Brücke“ über die kommenden Jahre bauen. Dabei gehe es um mehrere Hundert Millionen Euro. Zu den Maßnahmen zählen:

  •  Überkapazitäten sollen verringert werden.
  • Der Konzern will Investitionen reduzieren und Umlaufvermögen vermindern.
  • Außerdem werden die Arbeits- und Sachkosten verringert.

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Dass Sparpläne nötig sein werden, zeigt auch Degenharts Zukunftsprognose: „Wir erreichen frühestens nach 2025 wieder das Niveau von 2017“, sagte er zur Fahrzeugproduktion. Das schlage sich auch auf die Umsätze von Unternehmen wie Continental durch. Deshalb bleibe das oberste Gebot, zahlungsfähig zu bleiben.

Auch 2019 war kein gutes Jahr

Dazu kommt: Auch 2019 war kein rosiges Jahr für den Zulieferer. Rund 44,5 Milliarden Euro hat das Unternehmen gemacht – 2,6 Prozent weniger als 2018. Im operativen Geschäft gab es zum ersten Mal nach zehn Jahren kein Plus, sondern ein Minus von 268 Millionen Euro. Das schlägt sich auch auf das Konzern-Ergebnis nieder: Minus 1,2 Milliarden Euro. Grund dafür sei vor allem der Firmenwert früherer Zukäufe, sagte der CEO.

Für das laufende Jahr rechnet Continental mit einem schwierigen dritten Quartal. Genauere Prognosen für 2020 seien nicht möglich, so Degenhart. Staatshilfen hat Continental bisher nicht beantragt. „Wir gehen davon aus, dass wir das nicht müssen“, so Personalchefin Reinhart.

Ariane Reinhart, Personalchefin bei Continental, spricht mit zwei Mitarbeitern.
Rund 30.000 Mitarbeiter sind bei Continental in Kurzarbeit, sagt Personalvorständin Dr. Ariane Reinhart (Mitte). - Bild: Continental AG

Eine weitere Folge von Covid-19: Vitesco Technologies soll zum eigenständigen Unternehmen werden. Die geplante Abspaltung wurde jetzt aber verschoben. „Das jetzige Umfeld erlaubt den Kollegen kein unternehmerisch freies Handeln und Entscheiden“, erklärte Degenhart.

Auch positive Nachrichten bei Continental

Trotz all der schlechten Nachrichten, gab es durchaus auch Positives zu berichten. Mitte März musste Continental rund 40 Prozent seiner Standorte schließen. Seit Anfang Juni wird nun wieder in allen Werken produziert, sagte Reinhart.

Der Zukunft sieht Degenhart positiv entgegen: Continental meistere die Krise mit Innovationen und einem klaren Fahrplan. Zudem sei der Konzern nicht überall vom Auf und Ab der Autoindustrie abhängig. Zum Beispiel bei den Reifen und bei ContiTech, wo unter anderem die Landwirtschaft und der Schienenverkehr Absatzmärkte sind. Künftig möchte Continental weiter auf Digitalisierung, autonomes sowie emissionsfreies Fahren setzen.

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