Der Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor soll ab 2035 verboten werden.

Im Kampf für mehr Klimaschutz will das EU-Parlament den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 verbieten. (Bild: BigBlueStudio - stock.adobe.com)

Im Kampf für mehr Klimaschutz will das EU-Parlament den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 verbieten. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Mittwoch in Straßburg dafür, dass Hersteller ab Mitte des nächsten Jahrzehnts nur noch Autos und Transporter auf den Markt bringen dürfen, die keine klimaschädlichen Treibhausgase ausstoßen. Bevor eine solche Regelung in Kraft treten kann, muss das Parlament noch mit den EU-Staaten darüber verhandeln.

Der deutsche Maschinenbau kritisiert dieses Vorhaben. "Die Abstimmung im EU-Parlament ist eine schlechte Nachricht für die industrielle Stärke und Nachhaltigkeit der EU", sagt der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen. Die CO2-Fahrzeugemissionen würden auf Null begrenzt ohne Berücksichtigung des verwendeten Kraftstoffs.

"Dies bedeutet nicht nur, dass die EU ihre Führungsrolle bei Verbrennungsmotor-Technologien hergibt, sondern auch, dass eine nachhaltige technologische Option mit großem Potenzial aufgegeben wird", kritisierte Rauen.

Das Verbot werde die Vielfalt klimaneutraler Antriebstechnologien verringern. Zudem dominierten Russland und China die Versorgung der globalen Fahrzeugindustrie mit knappen Schlüsselrohstoffen für die Elektromobilität wie Nickel, Kobalt oder Magnesium. "Dies lässt den Verbrennerausstieg zu einem erheblichen geopolitischen Risiko Europas werden", so Rauen weiter.

Besonders bedauerlich sei dabei, dass nachhaltige, erneuerbare Kraftstoffe für die Abgeordneten keine Option darstellten. Denn diese könnten das Problem der CO2-Emissionen lösen, ohne die Technologie zu zerstören. Schließlich sei nicht die Verbrennungsmotor-Technologie das Problem, es sind die fossilen Brennstoffe.

Daher hofft der VDMA-Mann nun auf die EU-Staaten. "Es ist jetzt entscheidend, dass die Mitgliedsstaaten den Kurs in Richtung einer technologieoffenen Umsetzung ändern", betont Rauen. "Das ist auch deshalb wichtig, weil wir klimafreundliche Antriebstechnologien auch in anderen Bereichen brauchen, etwa bei Baumaschinen, Landmaschinen, Kommunalfahrzeugen oder im Transportsektor."

Mit Material von dpa

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