Außenansicht SAP Data-Center in Walldorf

Der Software-Hersteller SAP nimmt sich für 2020 ein noch stärkeres Wachstum vor als bisher angenommen. - Bild: SAP

| von Julia Dusold

Die SAP SE hat heute die vorläufigen Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2019 veröffentlicht. Europas größter Software-Konzern erreicht demnach alle Umsatz- und Gewinnziele für das vergangene Jahr. Besonders im Tagesgeschäft hat SAP deutlich profitabler abgeschnitten. Da der Konzern allerdings viel Geld für einen Stellenabbau ausgegeben hat, ging der Gewinn um 17 Prozent auf 3,39 Milliardern Euro zurück. Vor rund einem Jahr hatte SAP die erste größere Umbaurunde seit langem angestoßen, bis zu 4400 Mitarbeiter sollten in andere Funktionen wechseln oder auch mittels Abfindungen die Firma verlassen.

Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis kletterte um 15 Prozent auf 8,21 Milliarden Euro und fiel damit wie von Analysten erwartet aus. Die operative Marge stieg von 29 Prozent ein Jahr zuvor auf 29,7 Prozent, auch weil die Geschäfte mit Software zur Miete aus der Cloud deutlich mehr Gewinn abwarfen. Zukäufe und das starke Wachstum mit Cloudprogrammen sorgten beim Umsatz für ein Plus von 12 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro.

"Das fünfte Jahr in Folge haben wir unseren Ausblick für das Gesamtjahr erreicht", berichtet Finanzvorstand Luka Mucic. "Dieser Erfolg wäre ohne das Engagement, die Innovationskraft und Disziplin unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich gewesen."

Wie soll es 2020 bei SAP weitergehen?

Für das gerade begonnene Jahr hat sich das Unternehmen ein etwas stärkeres Wachstum bei Umsatz und Ergebnis vorgenommen als zuletzt in Aussicht gestellt. Beim um Sondereffekte bereinigten Betriebsergebnis strebt das Management um die Co-Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein auf der Basis konstanter Wechselkurse einen Wert zwischen 8,9 und 9,3 Milliarden Euro an, wie der Dax-Konzern mitteilte.

Das sind am oberen Ende der Prognosespanne 200 Millionen Euro mehr als bisher veranschlagt, Analysten gingen allerdings bereits von einem Wert in der Mitte der neuen Spanne aus. Der Konzern rechnet damit, dass der Anstieg der Profitabilität sich in diesem Jahr beschleunigen wird, wie Finanzchef Luka Mucic in einer Telefonkonferenz sagte. Bei der Profitabilität der Cloudgeschäfte sei der Konzern derzeit sogar weiter als geplant.

Der Gesamtumsatz soll 2020 zwischen 29,2 und 29,7 Milliarden Euro landen und damit über der bisher ausgegebenen Marke von maximal 29,2 Milliarden Euro. Analysten hatten bereits mit einem Wert am oberen Ende der Spanne gerechnet. Größter Treiber bleibt das Wachstum bei der Software zur Miete aus der Cloud, in diesem Bereich engte SAP die Aussichten etwas ein. Die Kernsoftware S4 Hana laufe gut, sagte Co-Chef Klein. Auch die Dienstleistungen wüchsen derzeit stark, sagte Mucic.

Integration der Software-Angebote soll stärker vorangetrieben werden

Nach der Kritik von Kunden angesichts der Programmvielfalt, will SAP die Integration seiner Programme beschleunigen. Mit der Beschaffungsplattform Ariba werde bis Ende des ersten Quartals auch das letzte Softwareangebot zur Nutzung über das Internet auf die eigene Datenbanktechnik Hana umgestellt, sagte Vorstandschef Klein. Lange nutzten die zugekauften Cloudtöchter Datenbanken des Erzrivalen Oracle. Das war zum einen teuer, zudem haben die Walldorfer mit Hana eine aus ihrer Sicht technisch überlegene Datenbanklösung im Programm.

Zudem will Klein, der im Vorstand für die Integration der Produkte verantwortlich ist, die Verzahnung der Cloud-Angebote mit der Kernsoftware S4 Hana bereits in diesem Jahr abschließen. Ex-Chef Bill McDermott hatte in seiner Amtszeit mehrere milliardenschwere Übernahmen vor allem für die Cloudsparte durchgezogen, von Seiten der Kunden kam aber zuletzt immer stärker Kritik. So hatte die einflussreiche deutschsprachige Anwendergruppe DSAG im September bei ihrem Jahreskongress die Lücken in der Software und schlechte Integration der Programme kritisiert.

Die seit Oktober amtierenden Co-Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein wollen die Zufriedenheit der Kunden wieder in den Vordergrund rücken und unter anderem Bonuspläne der Mitarbeiter stärker an der Kundenzufriedenheit ausrichten. SAP verspricht sich von einem besser aufeinander angepassten Softwareangebot auch größere Verkaufschancen bei den Kunden.

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Mit Material von dpa und SAP

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