Trumpf macht wieder Gewinn

Trumpf: Gewinnsprung macht Hoffnung auf Trendwende

Die Geschäftszahlen von Trumpf zeigen eine deutliche Erholung: Der Maschinenbauer erzielt wieder Gewinne und steigert seine EBIT-Rendite. Welche Bereiche derzeit besonders im Fokus sind.

Nach einer ordentlichen Delle schreibt Trumpf wieder schwarze Zahlen. Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller sieht eine konjunkturelle Trendwende.
Nach einer ordentlichen Delle schreibt Trumpf wieder schwarze Zahlen. Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller sieht eine konjunkturelle Trendwende.

  • Trumpf erzielt 2025/26 einen Konzernjahresüberschuss von 393,5 Mio EUR nach einem Verlust von 23,4 Mio EUR im Vorjahr. Die EBIT-Rendite steigt auf 11,1 %.

  • Der Auftragseingang wächst erstmals seit drei Jahren wieder und erreicht 4,5 Mrd EUR. Für 2026/27 erwartet Trumpf ein zweistelliges Auftragswachstum.

  • Halbleitertechnik, Rechenzentren und automatisierte Fertigungsanlagen treiben die Nachfrage. Die USA werden mit 772 Mio EUR Umsatz zum wichtigsten Einzelmarkt.

  • Kostensenkungen und Produktionsverlagerungen verbessern die Profitabilität. Gleichzeitig sinkt die weltweite Beschäftigtenzahl um 720 auf 17.583.

Trumpf hat im Geschäftsjahr 2025/26 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Nach einem Verlust von 23,4 Millionen Euro im Vorjahr erzielte das Unternehmen aus Ditzingen einen Konzernjahresüberschuss von 393,5 Mio EUR. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 59 Mio auf 480 Mio EUR. Die EBIT-Rendite verbesserte sich damit von 1,4 auf 11,1 Prozent.

Beim Umsatz verzeichnete Trumpf einen leichten Anstieg um 0,2 Prozent auf 4,34 Milliarden Euro. Deutlich positiver entwickelte sich dagegen der Auftragseingang. Nach drei Jahren mit rückläufigen Bestellungen legte er um 6,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu.

„Die harte Arbeit, die wir im Unternehmen geleistet haben hinsichtlich notwendiger Kostensenkungen sowie die Bereinigung unseres Portfolios, zeigen Ergebnisse. Insbesondere der gestiegene Auftragseingang stimmt uns optimistisch für das laufende Geschäftsjahr, in dem wir weiteres Wachstum erwarten“, erklärte Vorstandsvorsitzende Nicola Leibinger-Kammüller auf einer Pressekonferenz.

Die Unternehmenschefin geht inzwischen von einer konjunkturellen Trendwende für Trumpf aus. Der positive Trend habe sich auch im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2026/27 bestätigt. Die deutlich gestiegene Profitabilität ist dabei nicht allein auf die bessere Nachfrage zurückzuführen. Einen wesentlichen Beitrag leisteten Struktur- und Portfoliomaßnahmen sowie das Ergebnisverbesserungsprogramm der vergangenen Jahre.

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Trumpf erwartet zweistelliges Auftragswachstum

Auf der Bilanzpressekonferenz konkretisierte der Vorstand seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr. Nach einem schwachen ersten Halbjahr 2025/26 hätten die Bestellungen insbesondere seit Jahresbeginn deutlich angezogen. Auch die ersten Monate seit Juli 2026 seien stark verlaufen.

Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Trumpf deshalb ein Auftragswachstum im zweistelligen Prozentbereich. Besonders hohe Zuwächse prognostiziert der Konzern für die Geschäftsfelder EUV und Elektronik. Auch bei Werkzeugmaschinen und Lasertechnik sollen die Bestellungen moderat steigen.

Finanzvorstand Lars Grünert erläuterte, dass Trumpf ursprünglich mit einem Umsatzwachstum von sieben Prozent geplant habe. Angesichts der inzwischen deutlich verbesserten Auftragslage sei bei anhaltender Konjunktur auch ein niedriges zweistelliges Umsatzwachstum möglich.

Rechenzentren treiben Nachfrage

Einer der wichtigsten Wachstumstreiber ist der weltweite Ausbau von Rechenzentren. Davon profitiert Trumpf nicht nur über die Halbleiterindustrie, sondern auch unmittelbar im klassischen Maschinenbau: Der Geschäftsbereich Werkzeugmaschinen erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 2,38 Milliarden Euro, ein Plus von 0,9 Prozent.

Vorstand Stephan Mayer erklärte, dass der Bau neuer Rechenzentren insbesondere in den USA die Nachfrage nach Blechbearbeitungsmaschinen antreibe. Benötigt würden unter anderem Gehäuse für Server, Kühlsysteme sowie Schaltschränke und Komponenten für die Stromversorgung.

Hinzu komme die Reindustrialisierung in den USA. Viele Unternehmen investierten angesichts des Fachkräftemangels und einer hohen Personalfluktuation verstärkt in automatisierte Produktionsanlagen.

Auch in Europa registriert Trumpf eine zunehmende Nachfrage nach Automatisierung. Das Unternehmen habe sein Angebot in den vergangenen Jahren unter anderem um Robotik, KI-Funktionen und digitale Dienstleistungen erweitert.

Halbleitergeschäft gewinnt weiter an Bedeutung

Besonders deutlich zeigt sich die Erholung im Geschäft mit der Halbleiterindustrie. Das Geschäftsfeld EUV, in dem Trumpf Hochleistungslaser für die Lithografieanlagen des niederländischen Herstellers ASML produziert, steigerte seinen Umsatz um 9,2 Prozent auf 791 Mio EUR.

Das Geschäftsfeld Elektronik wuchs um 3,6 Prozent auf 458 Millionen Euro. Hier produziert Trumpf unter anderem Plasmageneratoren, die bei der Herstellung von Halbleitern zum Einsatz kommen.

Nach Angaben des Vorstands hat sich die Nachfrage nach Anlagen für die Halbleiterfertigung seit Anfang 2026 deutlich beschleunigt. Insbesondere Investitionsentscheidungen großer Chiphersteller und steigende Bestellungen von ASML hätten dazu beigetragen.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Trumpf im EUV-Geschäft ein zweistelliges Wachstum sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang. Im Geschäftsfeld Elektronik soll der Auftragseingang sogar deutlich zweistellig zulegen.

Der Konzern bereitet sich auf die steigende Nachfrage mit einem Ausbau seiner Produktionskapazitäten vor. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Elektronikwerk in Warschau. Dort könnte die Beschäftigtenzahl nach Angaben des Vorstands von zuletzt rund 1.500 auf etwa 2.000 steigen.

Deutschland verliert, USA werden wichtigster Markt

Regional entwickelt sich das Geschäft sehr unterschiedlich. Während der Umsatz in den USA um 16,8 Prozent auf 772 Millionen Euro stieg, musste Trumpf in Deutschland und China Rückgänge hinnehmen.

Auf dem deutschen Heimatmarkt sank der Umsatz um 6,4 Prozent auf 655 Mio EUR. In China gingen die Erlöse um 7,4 Prozent auf 446 Mio EUR zurück.

Leibinger-Kammüller verwies auf die anhaltende Investitionsschwäche der deutschen Industrie, hohe Standortkosten und die Probleme der Automobilbranche. Besonders im Südwesten Deutschlands belaste die Schwäche der Automobilindustrie auch zahlreiche Maschinenbauunternehmen.

In China steht vor allem das Lasergeschäft unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Chinesische Hersteller hätten technologisch aufgeholt und könnten ihre Produkte zunehmend zu niedrigeren Preisen anbieten. Zusätzlich drängten chinesische Anbieter aufgrund heimischer Überkapazitäten verstärkt auf internationale Märkte.

Produktionsverlagerungen verbessern die Wettbewerbsfähigkeit

Die deutlich gestiegene Profitabilität ist dabei nicht allein auf die bessere Nachfrage zurückzuführen. Einen wesentlichen Beitrag leisteten die Kostensenkungen und Strukturmaßnahmen der vergangenen Jahre.

Besonders bei der Elektronik setzt Trumpf auf eine internationale Arbeitsteilung. Während am Standort Freiburg insbesondere Entwicklung und Produktionsanläufe stattfinden, werden größere Stückzahlen zunehmend in Polen und Asien gefertigt. Nach Angaben des Vorstands lassen sich dadurch erhebliche Kostenvorteile erzielen. Ohne die Produktionsverlagerungen würde die EBIT-Marge der Elektroniksparte lediglich im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Tatsächlich erreiche sie inzwischen gute zweistellige Werte.

Leibinger-Kammüller machte gleichzeitig deutlich, dass die bessere Geschäftsentwicklung nicht mit einer allgemeinen Erholung des Industriestandorts Deutschland gleichzusetzen sei. Hohe Energie- und Arbeitskosten, Bürokratie und zunehmender internationaler Wettbewerb belasteten weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit. Besonders kleinere Maschinenbauunternehmen könnten Standortnachteile häufig nicht durch globale Produktionsnetzwerke und zusätzliche Wachstumsfelder ausgleichen.

Die Strukturmaßnahmen spiegeln sich auch in der Beschäftigung wider. Zum Ende des Geschäftsjahrs arbeiteten weltweit 17.583 Menschen für Trumpf, 720 weniger als ein Jahr zuvor. In Deutschland sank die Beschäftigtenzahl um 7,1 Prozent auf 8.675. Damit beschäftigte der Konzern erstmals mehr Menschen im Ausland als im Inland. Leibinger-Kammüller bezeichnete den Stellenabbau als schmerzhaften, aber notwendigen Schritt. Die internationale Verlagerung von Produktionskapazitäten sei aus Sicht des Vorstands erforderlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Zugleich will Trumpf seine Ausbildung wieder ausweiten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr beschäftigte der Konzern 616 Auszubildende und dual Studierende. Im laufenden Geschäftsjahr bildet das Unternehmen nach eigenen Angaben wieder über den eigenen Bedarf hinaus aus.

Auch bei den Investitionen bleibt Trumpf selektiv. Im Geschäftsjahr 2025/26 sanken sie auf 112 Mio EUR. Künftig will der Konzern in Deutschland gezielt in das EUV-Geschäft investieren. Weitere Investitionen sind unter anderem in Polen und China vorgesehen.

Laser zur Drohnenabwehr soll bis Ende 2028 entstehen

Ein weiteres Technologiefeld ist die laserbasierte Drohnenabwehr. Trumpf entwickelt gemeinsam mit Rohde & Schwarz ein mobiles Abwehrsystem, das nach Angaben des Lasertechnik-Vorstands Hagen Zimer bis Ende 2028 realisiert werden soll. Das System ist auf die Abwehr kleiner Drohnen über kurze Entfernungen ausgelegt.

Zimer erläuterte, dass die geplante Lösung auf eine Reichweite von rund einem Kilometer ausgelegt sei. Ziel sei es, Drohnen innerhalb sehr kurzer Zeit flugunfähig zu machen. Hintergrund seien mögliche Bedrohungsszenarien mit größeren, KI-koordinierten Drohnenschwärmen. Allerdings stellte der Vorstand klar, dass die Drohnenabwehr gegenwärtig noch kein relevanter Umsatztreiber für Trumpf ist. Im Vordergrund stünden derzeit Entwicklungsaufwendungen und die technische Umsetzung.

Trotz der verbesserten Zahlen bleibt der Konzern bei seiner Einschätzung des Industriestandorts Deutschland zurückhaltend. Leibinger-Kammüller kritisierte auf der Bilanzpressekonferenz unter anderem die aktuelle Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Entgelt. Angesichts des Arbeitsplatzabbaus in der Industrie bezeichnete sie diese als realitätsfern. Gleichzeitig sprach sie sich für längere Arbeitszeiten aus, um die Produktivität zu erhöhen.

Für Trumpf selbst sieht die Unternehmenschefin nach mehreren schwierigen Jahren wieder bessere Perspektiven. Die zunehmende Nachfrage nach Halbleitern, der Ausbau von Rechenzentren und Investitionen in automatisierte Fertigungsanlagen könnten dem Unternehmen weiteres Wachstum ermöglichen.

Was Sie zu den Geschäftszahlen von Trumpf wissen müssen

• Wie hoch ist der Gewinn 2025/26? Trumpf erzielte einen Konzernjahresüberschuss von 393,5 Mio EUR. Im Vorjahr hatte der Maschinenbauer noch einen Verlust von 23,4 Mio EUR ausgewiesen.

• Wie entwickeln sich Umsatz und Auftragseingang? Der Umsatz stieg um 0,2 % auf 4,34 Mrd EUR. Der Auftragseingang legte um 6,6 % auf 4,5 Mrd EUR zu.

• Welche Wachstumsprognose ergeben die Geschäftszahlen für 2026/27? Trumpf erwartet ein zweistelliges Auftragswachstum. Beim Umsatz hält der Finanzvorstand unter günstigen konjunkturellen Bedingungen ebenfalls ein niedriges zweistelliges Plus für möglich.

• Welche Geschäftsfelder treiben die Geschäftszahlen? Besonders stark entwickeln sich EUV und Elektronik. Weitere Nachfrageimpulse kommen aus dem Ausbau von Rechenzentren und Investitionen in automatisierte Fertigungsanlagen.

• Wie sieht es mit der Beschäftigung aus? Die weltweite Belegschaft sank um 720 auf 17.583 Beschäftigte. In Deutschland ging die Mitarbeiterzahl um 7,1 % auf 8.675 zurück.