Zwei korrupte Geschäftsmänner tauschen heimlich Geld unter einem Tisch aus.

Der Korruptionswahrnehmungsindex zeigt, wie korrupt die Länder sind. (Bild: Andrey Popov - stock.adobe.com)

Käuflichkeit, Zweckentfremdung von Steuern oder auch Bestechung - das sind nur drei Beispiele für korrupte Handlungen. Korruption findet auf allen Ebenen der Gesellschaft statt. Die Antikorruptionsorganisation Transparency International veröffentlicht jedes Jahr den Korruptionswahrnehmungsindex. Er listet 180 Staaten und Gebiete nach dem Grad der in Politik und Verwaltung wahrgenommenen Korruption auf.

Der aktuelle Index von 2021 ist kein gutes Zeichen für den Abbau der Korruption. Denn er zeigt, dass das Korruptionsniveau weltweit stagniert. 86 Prozent der Länder haben in den vergangenen zehn Jahren nur geringe oder gar keine Fortschritte gemacht.

Eine weitere Erkenntnis der Experten von Transparency International: Länder, die die bürgerlichen Freiheiten verletzen, schneiden im Index durchweg schlechter ab. Nachlässigkeit bei der Korruptionsbekämpfung verschlimmere die Menschenrechtsverletzungen und untergrabe die Demokratie, wodurch ein Teufelskreis entstehe.

"Menschenrechte sind nicht nur ein Nice-to-have im Kampf gegen Korruption", erklärt deshalb Delia Ferreira Rubio, Vorsitzende von Transparency International. "Autoritäre Ansätze zerstören unabhängige Kontrollen und machen die Korruptionsbekämpfung abhängig von den Launen einer Elite." Der einzige nachhaltige Weg zu einer korruptionsfreien Gesellschaft bestehe darin, den Menschen die Möglichkeit zu geben, frei zu sprechen und sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass die Macht zur Rechenschaft gezogen werde.

In unserer Weltkarte sehen Sie die Top 20 der korruptesten und am wenigsten korrupten Länder der Welt:

Korrupte Länder: Diese drei Länder belegen die letzten Plätze

Der Korruptionswahrnehmungsindex bewertet 180 Länder und Gebiete nach dem wahrgenommenen Grad der Korruption im öffentlichen Sektor auf einer Skala von Null (hochgradig korrupt) bis 100 (sehr sauber). Der globale Durchschnitt ist das zehnte Jahr in Folge unverändert bei 43. Zwei Drittel der Länder erreichen Werte unter 50.

Die Erkenntnisse aus dem Index:

  • Die Spitzenreiter sind Dänemark (88), Finnland (88) und Neuseeland (88), die alle auch beim Demokratieindex zu den besten zehn Prozent der Welt gehören.
  • Somalia (13), Syrien (13) und der Südsudan (11) belegen die letzten Plätze und sind somit die korruptesten Länder der Welt. Syrien liegt auch bei den bürgerlichen Freiheiten auf dem letzten Platz.
  • 27 Länder - zum Beispiel Zypern (53), der Libanon (24) und Honduras (23) - haben 2021 einen historischen Tiefstand erreicht.
  • In den vergangenen zehn Jahren haben sich 154 Länder entweder verschlechtert oder keine wesentlichen Fortschritte gemacht.
  • Seit 2012 haben sich 23 Länder deutlich verschlechtert - darunter sind auch Länder wie Australien (73), Kanada (74) und die USA (67). Die Vereinigten Staaten sind 2021 erstmals nicht in den Top 25 des Rankings vertreten.

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Korruptionswahrnehmungsindex: So schlägt sich Deutschland

Deutschland steht im internationalen Vergleich mit 80 von 100 Punkten verhältnismäßig gut da. Die Bundesrepublik belegt im internationalen Ranking Platz 10.

Hartmut Bäumer, Vorsitzender von Transparency Deutschland, erklärt in einer Pressemitteilung, die Punktzahl Deutschlands habe sich seit sechs Jahren nicht mehr verbessert. Das zeige, dass das Land bei der Korruptionsbekämpfung kaum vorankomme. "Nach der Maskenaffäre war der Druck letztes Jahr zwar endlich hoch genug, um das Lobbyregister einzuführen und die Regeln zu Nebentätigkeiten von Abgeordneten zu verschärfen", sagt Bäumer. "Weiterhin bestehen jedoch massive Defizite in allen gesellschaftlichen Bereichen – in der Verwaltung gilt noch immer größtenteils der Grundsatz des Amtsgeheimnisses, die strafrechtliche Verantwortung von Unternehmen ist noch immer nicht geregelt und Hinweisgeber sind noch immer nicht ausreichend geschützt".

So verhindere zum Beispiel die willkürliche Berufung auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse durch Unternehmen häufig die Aufklärung korruptiver Verdachtsfälle.

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