Die Grafik zeigt den von Audi entwickelten Aluminium closed loop, dadurch sparte Audi 2018 bilanziell etwa 90.000 Tonnen CO2 ein.

Audi sparte am Standort Neckarsulm durch den Aluminium closed loop 2018 bilanziell etwa 90.000 Tonnen CO2 ein. - Bild: Audi

Im Fokus des 2018 gestarteten "CO2-Programms" von Audi stehen die in der Herstellung besonders energieintensiven Werkstoffe Aluminium, Stahl sowie Bestandteile von Batterien. In 30 Workshops mit Zulieferern entstanden bisher 50 Maßnahmen, die zusammen ein Einsparpotential von 1,2 Tonnen CO2 pro Auto aufzeigen, erklärte die VW-Tochter in einer Pressemitteilung.

Konkretes CO2-Reduktionspotential liege demnach in geschlossenen Material-Kreisläufen, der stetigen Erhöhung von Sekundärmaterial, der Verwendung von Rezyklaten in Kunststoffbauteilen sowie dem Einsatz von Grünstrom.

Nachhaltigkeit bei Auftragsvergabe im Fokus

Die Umsetzung dieser Maßnahmen will Audi mit seinen Zulieferern für kommende Aufträge vereinbaren. Sie sollen bis 2025 vollständig wirksam sein. Der Einsatz von Grünstrom ist bereits seit 2018 fester Bestandteil in Lieferantenverträgen mit HV-Batteriezellherstellern.

Audi analysiert die Wirksamkeit dieser Maßnahmen auf Basis von Lebenszyklusanalysen und lässt sie durch unabhängige Dritte zertifizieren. Für das kommende Jahr plant der Autobauer weitere Workshops, um zusätzliche Potentiale zu identifizieren. Das umfassende Programm schließt neben direkten Zulieferern auch Sub-Lieferanten ein.

So funktioniert der "Aluminium closed loop" von Audi

Im ersten Schritt liegt der Fokus von Audi auf Aluminium, da die Herstellung des Werkstoffs viel Energie verbraucht. Der Autobauer hat mehrere Maßnahmen auf den Weg gebracht, die hier ansetzen.

Bereits 2017 hat Audi am Standort Neckarsulm den sogenannten ‚Aluminium closed loop‘ eingeführt. Die Aluminiumblech-Verschnitte, die im Presswerk anfallen, gehen direkt an den Lieferanten zurück, der sie aufbereitet und erneut verarbeitet. Die so hergestellten Alubleche verwendet Audi anschließend wieder in seiner Fertigung. Allein im Jahr 2018 hat Audi auf diese Weise etwa 90.000 Tonnen CO2 bilanziell eingespart. Künftig will die VW-Tochter den "Aluminium closed loop" auf weitere Werke ausrollen.

Was die Audi-Pläne für die Zulieferer bedeuten

Mit Blick auf eine sparsame Verwendung von Ressourcen prüft Audi derzeit zudem die Möglichkeit, den Anteil der Bauteile aus Sekundäraluminium zu erhöhen. Zudem sensibilisiert das Unternehmen seine direkten Lieferanten, auch auf Sub-Ebene auf den Einsatz regenerativer Energien in der Produktion von Bauteilen zu achten.

Von seinen Batteriezellen-Lieferanten fordert Audi den Einsatz von Grünstrom in der Zellfertigung. Diese Anforderung ist ein fester und verbindlicher Bestandteil bei allen neuen Auftragsvergaben zur Belieferung mit HV-Batteriezellen. Vor der Auftragsvergabe müssen Lieferanten ein entsprechendes Grünstromkonzept vorlegen.

Audi will laut eigenen Angaben seinen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele leisten. Das Unternehmen verfolgt den  selbst auferlegten Plan, bis 2050 bilanziell CO2-neutral zu arbeiten.

Die folgende Grafik zeigt, welche Unternehmen die weltweit größten Aluminiumproduzenten sind:

Die Statistik zeigt die größten Aluminiumproduzenten weltweit nach Produktionsmenge im Jahr 2018. Im Jahr 2018 produzierte das russische Unternehmen Rusal rund 3,8 Milliarden Tonnen Primäraluminium
Die Statistik zeigt die größten Aluminiumproduzenten weltweit nach Produktionsmenge im Jahr 2018. Im Jahr 2018 produzierte das russische Unternehmen Rusal rund 3,8 Milliarden Tonnen Primäraluminium. - Grafik: Statista

Audi kooperiert mit Aluminiumhersteller Hydro

Bereits im Juni dieses Jahres gab Audi bekannt, sich gemeinsam mit dem Aluminiumhersteller Hydro für nachhaltiges Aluminium einzusetzen. Hydro liefert nachhaltiges Aluminium für das Batteriegehäuse des ersten vollelektrischen Modells des Unternehmens.

Das Material werde demnach in der gesamten Prozesskette umweltschonend und unter sozialverträglichen Arbeitsbedingungen verarbeitet und produziert. Das bestätigte die Aluminium Stewardship Initiative (ASI) mit dem "Chain of Custody"-Zertifikat.

Im Oktober 2018 zeichnete die ASI bereits Audi mit einem Zertifikat für die nachhaltige Montage dieser Aluminium-Komponenten aus. Somit sind die im Batteriegehäuse des Audi e-tron verarbeiteten Aluminiumbleche nun in der gesamten Wertschöpfungskette vom Abbau des Rohstoffs Bauxit bis hin zum Endprodukt nachweislich verantwortungsbewusst hergestellt.

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Warum Aluminium als Werkstoff so beliebt ist

Hydro selbst bezeichnet Aluminium auf seiner Webseite als "Werkstoff der Zukunft" und attestiert dem Material überragende Eigenschaften:

  • Aluminium ist gut formbar und lässt sich in nahezu jede Form bringen. Ein Strangpress-Produkt entsteht, wenn ein Aluminium-Bolzen auf 500 °C erhitzt und dann in eine Form gepresst wird, die dem gewünschten Endprodukt entspricht.
  • Aluminium-Walzprodukte haben eine hohe Festigkeit und ein geringes Gewicht; sie sind in unterschiedlichen Dicken erhältlich. Folien, Bänder, Bleche und Platten lassen sich weiterverarbeiten zu Lebensmittel- oder Medikamentenverpackungen; sie können beim Bau von Autos, Bahnen, Schiffen und in Bauwesen, Design und unzähligen technischen Anwendungen verwendet werden.
  • Gießereiprodukte, wie Pressbolzen, Walzbarren, Gusslegierungen, Walzdrähte und hochreines Aluminium, dienen in Anwendungen der Automobilindustrie, im Transportwesen, im Bauwesen, zur Wärmeübertragung, in Elektronikprodukten und für den Flugzeugbau.
  • Eine Aluminium-Legierung ist eine Mischung aus Aluminium und einem oder mehreren Metallen, wodurch die Materialeigenschaften für bestimmte Zwecke noch stärker hervortreten, zum Beispiel Festigkeit, Glanz oder Formbarkeit. Die am häufigsten in Aluminium-Legierungen verwendeten anderen Metalle sind Magnesium, Silizium, Mangan, Zink und Kupfer.

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Doch Aluminium wird nicht nur in der Produktion von den meisten Autos verwendet. Auch in unseren Häusern und Wohnungen ist es allgegenwärtig – beispielsweise in Fensterrahmen. Es steckt außerdem in vielen Alltagsgegenständen, mit denen wir ständig in Berührung kommen: Es findet sich in Lippenstiften, Sonnencremes, Zahnpasta, Medikamenten gegen Sodbrennen, Kochtöpfen oder Espressokannen. Worin Aluminium noch überall enthalten ist, listet dieser Beitrag von planet-wissen auf. Was die wichtigsten Verwendungsgebiete von Aluminium sind, zeigt folgende Grafik:

Die Statistik zeigt die verwendete Menge an Aluminium in Deutschland nach Hauptverwendungsgebieten im Jahr 2018. Im Jahr 2018 verbrauchte der Sektor Verkehr in Deutschland rund 1,5 Milliarden Tonnen Aluminium.
Die Statistik zeigt die verwendete Menge an Aluminium in Deutschland nach Hauptverwendungsgebieten im Jahr 2018. Im Jahr 2018 verbrauchte der Sektor Verkehr in Deutschland rund 1,5 Milliarden Tonnen Aluminium. - Grafik: Statista

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