Humanoide Robotik für die Industrie

Schunk und Bosch entwickeln Roboterhand

Humanoide Robotik rückt stärker in den Fokus der Industrie: Schunk und Bosch starten eine Entwicklungskooperation für eine industrietaugliche Roboterhand.

Ein humanoider Roboter entnimmt ein Getränk aus dem Regal und stellt es auf dem Tresen bereit. Die Demonstration auf der Bosch Connected World 2026 zeigte zentrale Fähigkeiten humanoider Systeme in einem konkreten Handhabungsprozess.

Summary: Schunk und die Robert Bosch Robotics GmbH entwickeln gemeinsam eine Roboterhand für humanoide Robotersysteme. Die Kooperation wurde am 17.06.2026 kommuniziert und zielt auf Anwendungen in Produktion, Montage, Logistik und internen Serviceprozessen. Grundlage sind die Greiftechnik-Erfahrung von Schunk und Technologiekompetenzen von Bosch, um flexible Automatisierung in variablen Industrieumgebungen voranzubringen.

Warum humanoide Robotik neue Greiflösungen braucht

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Die Schunk SE & Co. KG geht eine Entwicklungskooperation mit der Robert Bosch Robotics GmbH ein. Ziel der Zusammenarbeit ist eine industrietaugliche Roboterhand, die sich in verschiedene humanoide Robotersysteme integrieren lässt. Wie Schunk mitteilt, sollen Anforderungen aus mehreren Branchen in das Vorhaben einfließen.

Der Hintergrund ist klar umrissen: Steigender Produktivitätsdruck, kürzere Produktlebenszyklen und der zunehmende Fachkräftemangel erhöhen den Bedarf an Automatisierungslösungen, die sich schnell auf neue Aufgaben einstellen lassen. Humanoide Robotik gilt dafür als vielversprechender Ansatz, insbesondere in Umgebungen mit wechselnden Anwendungen.

Eine zentrale Rolle übernehmen dabei Roboterhände als flexible Endeffektoren. In Produktion und Logistik müssen häufig Objekte mit unterschiedlichen Formen, Materialien und Eigenschaften gehandhabt werden. Klassische Greifer können solche Anforderungen laut Mitteilung oft nur eingeschränkt abbilden.

Schunk und Bosch bündeln Industriekompetenz

Startschuss für eine Entwicklungskooperation zwischen Schunk und Bosch: Jürgen Müller (CEO, Robert Bosch Robotics GmbH), Dr. Stefan Waschul (Fertigungsvorstand des Geschäftsbereichs Vehicle Motion, Robert Bosch GmbH), Timo Gessmann (CTO, Schunk) und Falk Bäurle (COO/CFO, Schunk) bei der Vertragsunterzeichnung.

Im Mittelpunkt der Kooperation stehen die Entwicklung eines Prototyps für eine Roboterhand sowie die zugrunde liegenden Technologien. Die Lösung soll in konkreten Industrieanwendungen erprobt werden. Beide Unternehmen bringen dafür unterschiedliche Kompetenzen ein.

Bosch steuert Know-how in Mechanik und Feinmechanik, Elektronik sowie KI- und Softwareentwicklung bei. Hinzu kommen Skalierungs- und Industrialisierungserfahrung sowie Branchenkenntnis, um Anforderungen frühzeitig in die Entwicklung einzubinden.

Schunk bringt seine Erfahrung in flexibler Greif- und Automatisierungstechnik ein. Dazu kommen rund 20 Jahre Entwicklungserfahrung mit humanoiden Händen. Gemeinsames Ziel ist eine Industriehand, die flexibel für alle humanoiden Robotertypen einsetzbar ist.

„Mit Bosch gewinnen wir einen starken globalen Entwicklungspartner, der technologisches Know-how mit industrieller Erfahrung vereint und über ein breites Portfolio für die Roboterhand-Entwicklung verfügt“, sagt Timo Gessmann, CTO von Schunk.

Welche Rolle die Roboterhand in der Produktion spielt

Für die humanoide Robotik ist die Hand mehr als ein einzelnes Bauteil. Sie entscheidet mit darüber, wie flexibel ein System Objekte greifen, handhaben und in Prozesse eingebunden werden kann. Genau hier setzt die Entwicklungskooperation an.

Mathias Pillin, CTO der Robert Bosch GmbH, ordnet die Zusammenarbeit entsprechend ein: „Durch die Kooperation mit Schunk bringen wir die Stärken von zwei traditionsreichen Industrieunternehmen aus Deutschland für eine Zukunftstechnologie zusammen. Roboterhände sind ein zentrales Bauteil, um die humanoide Robotik in der Produktion voranzubringen und damit flexibler und genauer zu arbeiten als mit herkömmlichen Greifsystemen. Die Hand aus unserer gemeinsamen Entwicklungskooperation hat das Potenzial, in vielfältigen industriellen Anwendungen in Produktion, Montage, Logistik und internen Serviceprozessen eingesetzt zu werden“

Damit adressiert die Kooperation mehrere industrielle Einsatzfelder. Genannt werden Produktion, Montage, Logistik und interne Serviceprozesse. Die Roboterhand soll dort helfen, Aufgaben variabler und präziser auszuführen als mit herkömmlichen Greifsystemen.

Wie ein Demonstrator die Anwendung greifbar macht

Auf der Bosch ConnectedWorld 2026 in Berlin wurde bereits gezeigt, wie eine solche Robotik-Anwendung partnerschaftlich umgesetzt werden kann. Die Veranstaltung fand vom 10. bis 11. Juni 2026 statt. Ein Demonstrator veranschaulichte zentrale Fähigkeiten humanoider Systeme.

Gezeigt wurden die Wahrnehmung der Umgebung, das Greifen und Handhaben von Objekten sowie die Ausführung eines vollständigen Prozesses. In der Demonstration entnahm ein humanoider Roboter ein Getränk aus einem Regal und stellte es auf einem Tresen bereit.

Die Kombination eines humanoiden Roboters mit einer anthropomorphen Roboterhand von Schunk zeigte, wie Robotersysteme, intelligente Greiflösungen und moderne Software zu einer durchgängigen industriellen Anwendung zusammengeführt werden können. Das Beispiel unterstreicht laut Mitteilung, welche Bedeutung starke Partnerschaften haben, um humanoide Robotik aus der Entwicklung in robuste Industrieanwendungen zu überführen.

FAQ Humanoide Robotik

  • Was ist das Ziel der humanoide Robotik-Kooperation von Schunk und Bosch? – Ziel ist die Entwicklung einer industrietauglichen Roboterhand für unterschiedliche humanoide Robotersysteme.
  • Welche Rolle spielt humanoide Robotik in Produktion und Logistik? – Sie soll flexible Automatisierung in variablen Umgebungen ermöglichen, etwa beim Handhaben unterschiedlicher Objekte.
  • Warum ist die Roboterhand für humanoide Robotik wichtig? – Sie dient als flexibler Endeffektor und soll Aufgaben präziser und variabler ausführen als klassische Greifsysteme.
  • Wo wurde humanoide Robotik von Schunk und Bosch demonstriert? – Ein Demonstrator wurde auf der Bosch ConnectedWorld 2026 vom 10. bis 11. Juni 2026 in Berlin gezeigt.
  • Welche Anwendungen adressiert humanoide Robotik in der Kooperation? – Genannt werden Produktion, Montage, Logistik und interne Serviceprozesse.