Mann mit Tablet an Maschine

Trumpf unterstützt Anwender auf dem Weg zur Smart Factory. Warum der Einstieg häufig einfacher ist als gedacht und warum Sie einfach mal anfangen sollten, erklären wir im Artikel. - Bild: Trumpf

Woran denken Sie, wenn Sie den Begriff Smart Factory hören? Viele sehen vor ihrem inneren Auge riesige, vollautomatische Fabriken mit Fließbändern, Robotern, fahrerlosen Transportsystemen, einer Menge Daten-Dashboards und wenigen Menschen.

Daraus entsteht schnell der Eindruck, Industrie 4.0 sei lediglich etwas für ‚die Großen‘. Doch es lohnt sich auch für kleine Unternehmen, einfach mal anzufangen. Das ist auch das Motto von Trumpf Werkzeugmaschinen. Das Unternehmen unterstützt KMU beim Einstieg in die Industrie 4.0 und auf dem Weg hin zur Smart Factory.

Warum Sie auch als kleines Unternehmen den Einstieg wagen sollten, welche konkreten Vorteile das mit sich bringt und was die ersten Schritte sind, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Was ist eine Smart Factory?

Die Smart Factory oder intelligente Fabrik ist das Herzstück der Industrie 4.0. Die Kommunikationsgrundlage bildet das Internet of Things (IoT). Smart Factory beschreibt eine Fertigungsumgebung, in der Maschinen selbstständig Fertigungsprozesse koordinieren, Roboter bei der Montage auf intelligente Weise mit Menschen zusammenarbeiten und fahrerlose Transportsysteme eigenständig Logistikaufträge ausführen. Dabei wird der komplette Produktionsprozess eines Produkts abgedeckt: von der Bestellung bis zur Auslieferung oder gar der Wartung und dem Recycling.

Portrait von Oliver Guthier vor Datendashboards
Oliver Guthier ist Head of TruConnect Strategy bei Trumpf und Smart Factory Experte. - Bild: Trumpf

Ja, auch diese Definition klingt wieder nach großer Fabrik. Doch was eine Smart Factory wirklich ist, ist sehr individuell. So sieht das auch Oliver Guthier, Head of TruConnect Strategy bei Trumpf und Smart-Factory-Experte: „Der Begriff ‚smart‘ enthält keine Aussage über die Größe. ‚Smart‘ ist etwas immer dann, wenn der Gesamtprozess im Fluss ist.“

Der einzige Unterschied sei, dass große Unternehmen gewissermaßen gezwungen sind, zu digitalisieren und aus ihrer Produktion eine intelligente Fabrik zu machen. Denn die Masse der Aufträge sei anders nicht mehr zu überblicken.

Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sei dies hingegen größtenteils noch möglich. Daher ist der Beschluss, den Weg hin zu einer intelligenten Fabrik zu gehen, eine bewusste Entscheidung für die Vorteile, die sich daraus ergeben.

Was sind die Vorteile einer Smart Factory?

Der größte Vorteil der Smart Factory ist die Transparenz, die sie mit sich bringt. Betreiber einer digitalen Fabrik produzieren schneller und flexibler, ihre Prozesse werden beherrschbarer. Daraus resultieren Verbesserungen in den Bereichen Qualität, Kosten und Zeit.

Erreicht werden diese Verbesserungen vor allem durch die Betrachtung der den Maschinen vor- und nachgelagerten Prozesse. „Die Flaschenhälse liegen eigentlich nie in der Maschine“, erklärt Guthier. „Deshalb ist es auch in einem kleinen Unternehmen wichtig, den Gesamtprozess zu betrachten.“

Zirka 80 Prozent der Fertigungskosten entstehen bei Guthiers KMU-Kunden, die übrigens im Schnitt 2,7 Maschinen haben, außerhalb der Maschinen. Daher lassen sich genau dort mittels kleiner Anpassungen große Effizienzsteigerungen erzielen. Dazu müssen Werksleiter aber genau wissen, wo sie anpacken müssen. Genau dabei helfen die Komponenten der Smart Factory.

Werden Maschinendaten erfasst und analysiert, fällt es leichter die Punkte in den vor- und nachgelagerten Prozessen zu identifizieren, an denen nachgebessert werden muss. „Zum Beispiel kann ein Produktionsleiter anhand der Stillstände erkennen, wo vielleicht zu langsam vereinzelt oder absortiert wurde“, erläutert der Smart-Factory-Experte. „Wenn ich diese Probleme im nachgelagerten Prozess dann behebe, erhöhe ich die Produktivität.“

Das funktioniere natürlich nur, wenn dahinter nicht nochmals ein ‚Bottleneck‘ entstünde – doch dieses ließe sich wiederum über weitere Datenanalysen identifizieren. „Nur, wenn alles von vorne beim Vertriebsprozess bis hinten zur Laderampe und Rechnungsstellung zusammenpasst, dann bin ich richtig effizient“, betont Guthier. Und genau das ist der große Vorteil einer intelligenten Fabrik: Alles passt zusammen.

Wie unterstützt Trumpf seine Anwender auf dem Weg zur Smart Factory?

Mit TruTops-Monitor haben Anwender alle wichtigen Produktionsdaten immer im Blick. - Bild: Trumpf

Ab Herbst werden alle neuen Maschinen von Trumpf standardmäßig mit der Monitoring-Lösung TruTops Monitor ausgestattet sein. Damit Anwender die Lösung und damit die gesammelten Daten auch effizient nutzen können, bekommen Sie gleich eine umfassende Einweisung. Zusätzlich wird es Video-Tutorials geben, die sowohl die Vorteile des Monitorings und die Bedienung des Tools erklären als auch Einblicke geben, wie die Informationen in einen Effizienzgewinn umgewandelt werden können.

Zudem bietet Trumpf mit seinem SmartFactory Consulting Team umfassende und, basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung, fundierte Beratungskompetenz – eine Dienstleistung, die in dieser Form in der Branche bisher einzigartig ist.

Welche besonderen Vorteile haben KMU mit einer Smart Factory?

„Wenn ich als Kleinunternehmer meinen Gesamtprozess smart mache, gewinne ich im Endeffekt immer in den Bereichen Qualität, Kosten und Zeit“, fasst der Trumpf-Experte zusammen. „Ich habe weniger Ausschuss, kürzere Durchlaufzeiten und ich halte meine Liefertermine besser ein. Außerdem habe ich weniger Working Capital herumliegen und meine Fachkräfte verbringen nicht so viel Zeit beim Suchen von Teilen.“

KMU haben einen großen Vorteil gegenüber Großunternehmen: während diese wie gesagt gezwungenermaßen digitalisieren, bedeutet die intelligente Fabrik für KMU einen Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern, die diese Chance (noch) nicht erkannt haben.

Veranschaulichen lässt sich dies anhand eines Beispiels, das Guthier erzählt: „Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Wettbewerber eine Straße weiter, der genauso groß ist wie Sie. Er hat bereits Prozesse digitalisiert, Sie nicht. Hat er zum Beispiel seinen Angebotsprozess digitalisiert, erstellt er seine Angebote sehr schnell. Nun bekommen beide Unternehmen dieselbe Anfrage von einem potenziellen Kunden. Da das erste Angebot meistens gewinnt, wird der digitalisierte Kleinunternehmer dem nicht-digitalisierten den Auftrag wegschnappen. Immer wieder. Das heißt der eine wächst, der andere schrumpft.“

Aber nicht nur im Bereich der Auftragserstellung bringt die Digitalisierung Wachstum. Sie macht es auch einfacher an neue Mitarbeiter zu kommen. „Je höher die Digitalisierung und je mehr im Fluss ist, umso interessanter wird ein Unternehmen für Digital Natives“, sagt der Smart-Factory-Experte.

Außerdem sei auch hier der im Beispiel genannte Vorsprung gegenüber der Konkurrenz ein entscheidender Faktor: „Wenn Sie Ihren Gesamtprozess optimieren, dann werden Sie erfolgreicher sein als Ihr Nachbar, der es nicht macht“, setzt Guthier das Beispiel fort. „Dann werden Sie sich die guten, profitablen Aufträge gezielt aussuchen und nicht unwissentlich die annehmen, bei denen Sie nichts verdienen. Und dann wissen Sie auch, wo die jungen Industriemechaniker hinwollen. Eine moderne Umgebung zieht moderne Leute an, auch bei kleinen Unternehmen.“

Vieles spricht also dafür, das Thema Industrie 4.0 anzugehen, auch in kleinen Betrieben. Doch wie geht man dabei am besten vor?

In 5 Schritten zur Smart Factory

  1. Einfach mal anfangen, und zwar mit dem maschinennahen Monitoring.
  2. Aus den Daten Informationen machen.
  3. Die gewonnenen Informationen nutzen und Verbesserungen ableiten.
  4. Schrittweise weitere Maschinen und vor- und nachgelagerte Fertigungsprozesse einbeziehen.
  5. Kaufmännische Prozesse miteinbeziehen.

Wie lässt sich das Konzept Smart Factory in KMU umsetzen?

Am wichtigsten ist: „Einfach mal anfangen!“, so die Trumpf-Experten. Dann kann schrittweise angepasst werden und am Ende steht ein komplett vernetzter Prozess.

Doch wo fängt man am besten einfach mal an? „Einstieg in die Smart Factory ist Ordnung und Transparenz, sprich das Monitoring“, erklärt Guthier. „Zunächst muss ich den maschinennahen Datenpool heben und daraus Erkenntnisse ableiten.“

Möglich wird dies mithilfe von Monitoring-Lösungen für Maschinen (wie sie beispielsweise Trumpf ab Herbst standardmäßig mit seinen Maschinen mitliefert). Sie haben zunächst einen operativen Zweck. „Das Monitoring hat erstmal einen Werksbezug und meldet beispielsweise Maschinenstillstände aufs Handy“, erläutert Guthier.

Darüber hinaus zeigen Daten-Dashboards sowohl produktive Zeiten, aber auch Stillstands-, Störungs- und Pausenzeiten auf. „Mit diesen Daten kann ich dann in einen Verbesserungsprozess gehen“, so der Smart-Factory-Experte von Trumpf. „Damit bewege ich mich dann heraus aus dem Maschinenraum, hinein in die umliegenden Prozesse.“ Dies lasse sich dann immer weiterentwickeln, bis alles aufeinander abgestimmt ist.

Und das ist eben in jeder noch so kleinen Fertigung und in jedem kleinen Unternehmen möglich. „Natürlich kann der Kleine jetzt nicht so digitalisieren wie der große, aber mit Sicherheit hat selbst das kleinste Unternehmen mit nur einer Maschine Potential den Gesamtprozess zu verbessern“, betont Guthier. „Smart ist nicht groß oder klein – jeder kann smart!“

Sie haben weitere Fragen? TruConnect-Experte Oliver Guthier berät Sie gerne. Sie erreichen ihn per E-Mail.

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