Jan-Marc Lischka, Geschäftsführer und Co-Gründer von 5th Industry, ist einer der Sprecher auf dem Maschinenbau-Gipfel Salon am 14. September.

Jan-Marc Lischka, Geschäftsführer und Co-Gründer von 5th Industry, ist einer der Sprecher auf dem Maschinenbau-Gipfel Salon am 14. September. (Bild: 5th Industry)

Steht den Anstrengungen rund um die Digitalisierung in den Werk- und Produktionshallen dieser Welt das Konzept des Lean-Managements nicht einfach nur im Wege oder wäre eine Symbiose denkbar?

Jan-Marc Lischka: Absolut. Lean und Digitalisierung gehören zusammen: zum Einen müssen bei der Digitalisierung oft Prozesse neu gedacht werden - dabei spielen Lean-Methoden eine zentrale Rolle. Und zum anderen: Lean-Optimierungen erfordern Transparenz und Daten. Und diese lassen sich in der Regel ohne entsprechende digitale Werkzeuge nicht oder nur mit großem Aufwand erfassen. Insofern sollten Lean-Management und Digitalisierung Hand-in-Hand gehen.

Kann Digitalisierung schlechte und fehlerhafte Prozesse in der Fertigung eliminieren oder gar überflüssig machen? 

Lischka: Das sollte das Ziel sein, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. Nehmen wir das Beispiel der Qualitätsdokumentation: In vielen Fabriken sind dafür immer noch Zettel und Stift an der Tagesordnung. So kreierte Protokolle müssen oft abgetippt oder anderweitig ‚digitalisiert‘ - etwa gescannt - werden. Das kostet wertvolle Zeit und: die Prüfergebnisse sind nicht für Datenauswertungen nutzbar. Hier leistet richtig eingesetzte Digitalisierung einen Beitrag zur Prozessqualität, zur Effizienz und nicht zuletzt auch zur Mitarbeiterzufriedenheit.

Jan-Marc Lischka ist einer der Sprecher auf dem Maschinenbau-Gipfel Salon am 14. September in der Festo Technologiefabrik Scharnhausen. Mehr zur Veranstaltung erfahren Sie hier:

maschinenbau-Gipfel Salon
(Bild: mi-connect)

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Wie können das technisch Machbare, die Digitalisierung, der Faktor Mensch und Lean-Management im Produktionsalltag sinnvoll zusammenkommen? 

Lischka: Ich plädiere dafür, immer vom Menschen aus zu denken und Verbesserungsprojekte zu planen. Wenn man Mitarbeitende in den Werkshallen spricht, wissen diese oft ganz genau wo der Schuh drückt, wo Potenziale liegen und haben handfeste Ideen für die Umsetzung. Diese Energie gilt es für erfolgreiche Veränderungsprojekte zu nutzen. Die Methode oder die technische Umsetzung ist nur Mittel zum Zweck.

Warum sich Digitalisierung und Lean Management in ihrem Wesen ähnlicher sind, als es den Anschein hat, erklärt Felix Prumbohm, Referent für Produktion, Lean Management, Entwicklung und Konstruktion beim VDMA und ebenfalls Sprecher auf dem Maschinenbau-Gipfel Salon hier: "Produktionsprozess: Wo Lean und Digitalisierung Sinn machen"

(Bearbeitet von Anja Ringel.)

Was versteht man unter Lean?

Lean Management ist eine Philosophie zur effizienteren Gestaltung von Unternehmensprozessen, die die Gestaltung der gesamten Wertschöpfungskette umfasst. Ziel von Lean Management ist es, Prozesse zu harmonisieren und ein ganzheitliches Produktionssystem ohne Verschwendung zu schaffen - bei gleichzeitigem Streben nach bestmöglicher Qualität.

 

Ein zentraler Punkt des Lean-Denkens ist daher die Vermeidung von Verschwendung jeglicher Art. Verschwendung ist dabei alles, was keinen (Mehr-)Wert für das Produkt oder die Dienstleistung erzeugt, also alles, wofür der Kunde nicht bereit ist zu zahlen. . Damit steht die Kundenorientierung eindeutig im Mittelpunkt des Lean-Gedankens.

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