Sonnenaufgang hinter Industriekran

Und wieder geht die Sonne über der deutschen Wirtschaft auf. - Bild: Pixabay

| von Gabriel Pankow

Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Demnach lag die Wirtschaftsleistung (BIP) im dritten Quartal 0,1 Prozent höher als im Vorquartal. Analysten hatten dagegen im Schnitt ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Die Schrumpfung im zweiten Vierteljahr wurde jedoch von 0,1 auf 0,2 Prozent nach unten korrigiert. Bei zwei Quartalen infolge mit schrumpfender Wirtschaftskraft sprechen Ökonomen von einer technischen oder rechnerischen Rezession.

Gestützt wurde das gesamtwirtschaftliche Wachstum durch den Binnenkonsum, sowohl seitens der privaten Haushalte als auch durch den Staat. Auch die Ausfuhren und die Bauausgaben stiegen. Dagegen gingen die Investitionen der Unternehmen zurück. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wuchs die deutsche Wirtschaft preis- und kalenderbereinigt um 0,5 Prozent.

Kein Absturz der Wirtschaft in Sicht

Einen Absturz der deutschen Wirtschaft nach Jahren des Aufschwungs erwarten die meisten Volkswirte nicht. "Der Aufschwung ist beendet, bislang ist jedoch nicht von einer breiten und tiefgehenden Rezession auszugehen", schreiben die fünf "Wirtschaftsweisen" als Top-Berater der Bundesregierung in ihrem jüngst veröffentlichten Herbstgutachten.

Allerdings erwarten die Bundesregierung sowie führende Wirtschaftsforschungsinstitute für das Gesamtjahr 2019 deutlich weniger Wirtschaftswachstum als im vergangenen Jahr. Die jüngsten Prognosen gehen von 0,5 Prozent aus. 2018 hatte die deutsche Wirtschaftsleistung noch um 1,5 Prozent zugelegt.

Internationale Handelskonflikte und das Drama um den Brexit belasten die exportorientierte deutsche Industrie. Die Verunsicherung bremst Investitionen. Schlüsselbranchen wie der Auto- und Maschinenbau sowie die Elektro- und Chemieindustrie bekommen das längst zu spüren.

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Deloitte CFO Survey sieht Wirtschaftslage kippen

Die jüngste Ausgabe des CFO Survey von Deloitte bestätigt hingegen die Konjunktursorgen vieler Unternehmenslenker in Deutschland. Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich seit der zuletzt im Frühjahr erhobenen CFO-Studie stark verschlechtert, heißt es in einer Pressemitteilung von Deloitte.

Dies betrifft Konjunkturerwartungen, eigene Geschäftsaussichten sowie Investitions- und Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Für Deutschland sehen immerhin noch zwei von fünf Finanzvorständen eine mindestens noch gute aktuelle Lage. Die Ergebnisse für die Eurozone und die USA sind ähnlich; für China stehen die Aussichten zwar etwas besser, sind aber klar negativ. All das indiziert eine merkliche Abkühlung der Weltwirtschaft, wenn auch nicht notwendigerweise eine Rezession.

"Im vergangenen halben Jahr haben sich die Geschäftsaussichten deutlich verdüstert und folgen dem seit etwa zwei Jahren im CFO Survey erkennbaren Abwärtstrend", sagt, Dr. Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte. "Vor allem die Investitionsbereitschaft ist eingebrochen und befindet sich das erste Mal seit 2012 im negativen Bereich."

Ähnliches gelte für die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Generell sei die Stimmung in der Automobil- und der chemischen Industrie sowie beim Maschinenbau sehr pessimistisch, die Konsumgüterindustrie und Immobilienbranche halten sich zumindest noch im neutralen Bereich.

Damit setze sich die Zweiteilung der Wirtschaft zwischen Dienstleistungssektor und Industrie fort. Ein Lichtblick sei die digitale Transformation, in die viele Unternehmen nach wie vor investieren wollen.

Wirtschaftliche Lage noch gut, Aussichten deutlich schlechter 

Obwohl die Finanzvorstände die aktuelle Lage in den wichtigsten Weltregionen noch als positiv bewerten, überwiegt bei den Konjunkturaussichten für Deutschland eher Pessimismus: Für das kommende Jahr erwarten 59 Prozent der CFOs eine schlechtere Lage, gegenüber acht Prozent Optimisten.

Die Geschäftsaussichten für das eigene Unternehmen brechen mit einem Rückgang von Minus 26 Prozentpunkten im Vergleich zum Frühjahrs-Survey deutlich ein. Die Werte für die Investitions- und Einstellungsbereitschaft liegen erstmals seit Herbst 2012 im negativen Bereich.

Mit Material von dpa und Deloitte

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Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal entgegen der Prognosen gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Damit entgeht Deutschland knapp einer Rezession. Die Grafik zeigt die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland. - Grafik: Statista

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