Bosch setzt auf Zukunftstechnologie
Humanoide Robotik: Bosch kooperiert mit Neura
Zwei schwäbische Technologietreiber bündeln ihre Kräfte: Bosch und Neura Robotics starten eine Partnerschaft, um humanoide Roboter zur Serienreife zu bringen.
Der Technologiekonzern Bosch sieht Potenzial im Robotikmarkt und hat eine Kooperation mit dem Roboterhersteller Neura Robotics vereinbart.
Neura Robotics)
Kooperation mit strategischem Ziel
Wer ist Neura-Robotics?
- Gründung: 2019 in Metzingen durch David Reger.
- Sitz: Metzingen, Baden-Württemberg (bei Stuttgart).
- Schwerpunkt: Entwicklung kognitiver Roboter, darunter humanoide Systeme, für Industrie- und Dienstleistungsanwendungen.
- Technologie: Roboter mit integrierter Mehrfach-Sensorik (u. a. 3D-Vision, Kraft-/Momenten- und Berührungssensorik) und KI, die Umgebung wahrnehmen, Entscheidungen treffen und aus Erfahrungen lernen können.
- Vision: Sicheres, nahtloses Zusammenspiel von Mensch und Roboter im industriellen und später auch alltäglichen Umfeld durch lernfähige, kognitive Robotersysteme („neue Ära der Robotik“).
- Bisherige Partner: Strategische Kooperationen u. a. mit Schaeffler (Einsatz mehrerer tausend Roboter bis 2035 geplant) und Bosch (strategische Technologie- und Entwicklungspartnerschaft für humanoide Robotik).
- Besonderheit: Nutzung von Sensor-Anzügen und realen Produktionsumgebungen (z. B. in Bosch-Werken), um Bewegungs-, Arbeits- und Umgebungsdaten für das Training humanoider Robotik zu erfassen.
Der Technologiekonzern Bosch hat eine strategische Technologie- und Entwicklungspartnerschaft mit dem Robotik-Start-up Neura Robotics aus Metzingen bekannt gegeben. Ziel sei es, die industrielle Skalierung humanoider Robotik systematisch voranzutreiben. Das gaben beide Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Bosch ein Tochterunternehmen gegründet, das sich gezielt mit den Potenzialen der humanoiden Robotik auseinandersetzen soll. Die neue Einheit ist zunächst mit rund 70 Beschäftigten geplant. Mit der Partnerschaft will Bosch die Entwicklung in diesem zukunftsträchtigen Segment beschleunigen.
Fokus auf industrielle Skalierung
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Entwicklung humanoider Roboter für industrielle Anwendungen. Bosch und Neura Robotics sehen in diesem Feld ein enormes Wachstumspotenzial. Die Kooperation soll nicht nur technologische Innovationen vorantreiben, sondern auch konkrete industrielle Umsetzungen ermöglichen.
Dabei sollen beide Unternehmen ihr jeweiliges Know-how einbringen: Während Neura Robotics die Kernkompetenz in humanoider Robotik mitbringt, liefert Bosch industrielle Erfahrung, Fertigungskompetenz sowie die Infrastruktur, um humanoide Systeme in reale Produktionsumgebungen zu integrieren.
Datenerhebung im industriellen Umfeld
Ein zentraler Bestandteil der Partnerschaft ist das Sammeln von Daten in realen Produktionsumgebungen. Gemeinsam wollen Bosch und Neura Robotics reale Arbeits-, Bewegungs- und Umgebungsdaten in Bosch-Werken erfassen. Dabei kommen Sensor-Anzüge zum Einsatz, mit denen menschliche Bewegungsmuster dokumentiert werden.
„Physische Trainingsdaten sind die größte Herausforderung in der Robotik, niemand hat diese Daten“, wird David Reger, CEO von Neura Robotics, zitiert. „Mit Bosch haben wir nun die Möglichkeit, reale Daten zu erfassen, sie zu strukturieren und zu nutzen.“
Die Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung humanoider Roboter einfließen, insbesondere in Bezug auf Bewegungsintelligenz und situatives Verhalten im industriellen Umfeld. Damit wird ein bisher zentraler Engpass in der Robotikforschung adressiert: das Fehlen valider, praxisnaher Bewegungsdaten.
Potenzielle Komponentenfertigung durch Bosch
Neben der Software- und Datenebene umfasst die Zusammenarbeit auch konkrete Fertigungsaspekte. So ist laut Bosch eine potenzielle Zulieferung von Robotik-Komponenten ebenso vorgesehen wie eine mögliche Endmontage sowie die Produktion von Motoren für humanoide Roboter.
Damit könnte Bosch künftig nicht nur als Entwicklungspartner, sondern auch als Produktionspartner fungieren – ein Schritt, der auch die langfristige Skalierbarkeit der Technologie sichern soll.
Starker Partner mit wachsender Sichtbarkeit
Neura Robotics wurde 2019 im schwäbischen Metzingen gegründet und hat sich seitdem als innovativer Player im Bereich humanoider Robotik etabliert. Das Unternehmen hat sich auf sogenannte kognitive Roboter spezialisiert, die selbstständig lernen und mit ihrer Umgebung interagieren können.
Bereits im November des vergangenen Jahres hatte Neura Robotics eine weitere Kooperation bekannt gegeben – mit dem fränkischen Auto- und Industriezulieferer Schaeffler. Diese Entwicklungen unterstreichen den strategischen Kurs des Unternehmens, durch starke Partnerschaften die Kommerzialisierung humanoider Robotik voranzutreiben.
Mit Material der dpa
FAQ – Häufige Fragen zur Kooperation Bosch & Neura Robotics
Wer sind die Partner der Kooperation? – Bosch und Neura Robotics, zwei Unternehmen aus Baden-Württemberg, haben eine strategische Technologie- und Entwicklungspartnerschaft geschlossen.
Was ist das Ziel der Zusammenarbeit? – Die industrielle Skalierung humanoider Robotik sowie die Weiterentwicklung kognitiver Systeme stehen im Fokus.
Wie werden Daten gesammelt? – In Bosch-Werken sollen mit Hilfe von Sensor-Anzügen reale Bewegungsdaten dokumentiert und für Trainingszwecke verwendet werden.
Was liefert Bosch zur Partnerschaft bei? – Neben Know-how bringt Bosch die Möglichkeit zur Zulieferung von Komponenten, zur Motorenfertigung und zur Endmontage ein.
Seit wann gibt es Neura Robotics? – Das Robotik-Start-up wurde 2019 in Metzingen gegründet und ist auf humanoide, kognitive Roboter spezialisiert.
Gab es frühere Partnerschaften von Neura Robotics? – Ja, im November des Vorjahres wurde eine Zusammenarbeit mit Schaeffler angekündigt.