Mit zwei Hubschrauber-Konzepten positioniert sich Airbus Helicopters im NATO-Wettbewerb um die nächste Generation militärischer Drehflügler. Im Fokus stehen Modularität, Systemoffenheit und die Kombination aus konventioneller Plattform und Hochgeschwindigkeitskonzept.
Im Zentrum des neuen militärischen Hubschrauber-Komnzepts von Airbus stehen ein leistungsstarker konventioneller Hubschrauber sowie ein neuartiges Hochgeschwindigkeits-Compound-KonzeptAirbus Helicopters
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Zwei NGRC-Konzepte für militärische Anforderungen
Airbus Helicopters hat am Standort Marignane seine Konzepte für die NATO-Studie „Next Generation Rotorcraft Capabilities“ (NGRC) vorgestellt. Der Vorschlag, wie das Unternehmen mitteilt, entstand in Zusammenarbeit mit RTX-Unternehmen Collins Aerospace und Raytheon sowie mit MBDA.
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Kern des Angebots sind zwei Plattformansätze: ein leistungsstarker konventioneller Hubschrauber sowie ein neuartiges Hochgeschwindigkeits-Compound-Konzept. Beide Lösungen sollen operative Effizienz und eine komplementäre Flottenstruktur für militärische Nutzer sicherstellen.
Modulare Architektur als Leitprinzip
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Modularität und Einfachheit definieren die konstruktive DNA der NGRC-Vorschläge. Die Designphilosophie zielt darauf ab, Plattformen bereitzustellen, die sich effizient fertigen, warten und modernisieren lassen. Grundlage ist eine Modular Open System Architecture, die langfristige Wirtschaftlichkeit ermöglichen soll.
Beide Konzepte sind auf hohe Konnektivität ausgelegt und teilen Gemeinsamkeiten bei Wartung, Ausbildung, Bewaffnung und Systemintegration. Dadurch sollen Synergien über den gesamten Lebenszyklus hinweg realisiert werden.
„Wir wollen sicherstellen, dass Europa in der Lage ist, eine Plattform vorzuschlagen, die den Anforderungen unserer militärischen Partner in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, operative Effizienz und maximale Verfügbarkeit sowohl für den konventionellen Hubschrauber als auch für Hochgeschwindigkeits-Drehflügler bestmöglich entspricht. Diese beiden Konzepte bilden die Grundlage für den weiteren Austausch mit unseren militärischen Partnern über ihre Vision und ihren Bedarf für zukünftige militärische Operationen“, sagte Bruno Even, CEO von Airbus Helicopters.
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„Airbus Helicopters arbeitet aktiv an der Zukunft seines militärischen Portfolios. Einerseits bereiten wir mit einer kontinuierlichen Verbesserungsstrategie die Weiterentwicklung unserer bestehenden Produktpalette vor. Mit den Block-1- und Block-2-Studien verfügen wir über eine langfristige Evolutions-Roadmap für die NH90. Unsere duale Produktpalette – H145M, H160M und H225M – setzt neue Maßstäbe bei militärischen Hubschraubern in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Konnektivität und Wartungsfreundlichkeit“, erklärte er weiter. „Andererseits arbeiten wir an der nächsten Generation von Rotorcraft-Systemen und nutzen modulare Multi-Plattform-Technologien wie Konnektivität, Cybersicherheit, bemannt-unbemanntes Zusammenwirken, multidimensionale Gefechtskooperation, Überlebensfähigkeit und Gefechtsschadensreparatur“, ergänzte Even.
Bereits im Juli 2024 hatte die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) Airbus Helicopters mit der Leitung einer Konzeptstudie im Rahmen des NGRC-Projekts beauftragt. Ziel ist es, Design, Entwicklung, Lieferung und Unterstützung eines mittleren Mehrzweckhubschraubers in multinationaler Kooperation voranzutreiben.
Die nun präsentierten Konzepte sind Bestandteil dieser Studie und dienen als Grundlage für die weitere Abstimmung mit den militärischen Partnern, wie das Unternehmen mitteilt.
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Hochgeschwindigkeits-Compound mit erweitertem Flugbereich
Das fortschrittliche Konzept greift auf die umfassende Erfahrung von Airbus im militärischen Drehflügler-Segment sowie im Hochgeschwindigkeitsflug zurück. Insbesondere die Demonstratoren X3 und Racer lieferten technologische Grundlagen für die Compound-Konfiguration.
Diese Auslegung ermöglicht deutlich höhere Geschwindigkeiten im Vergleich zu konventionellen Mustern und erweitert zugleich das Flugprofil signifikant. Schnelle Beschleunigungs- und Verzögerungsmanöver sowie steile Steig- und Sinkflüge zählen zu den hervorgehobenen Leistungsmerkmalen.
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Die Vorteile zusätzlicher Tragflächen und Propeller wurden im Rahmen des europäischen Programms „Next Generation Rotorcraft Technologies“ durch Flugerprobungen mit militärischen Piloten auf dem Racer validiert. Die umfangreichen Testdaten sowie das operative Feedback von Airbus-Kunden bilden, wie das Unternehmen mitteilt, die Basis für die vorgeschlagene NGRC-Fähigkeitsgeneration.
Mit Material von Airbus Helicopters
FAQ zur NGRC-Studie von Airbus
Was umfasst die NGRC-Studie von Airbus? – Die Studie beinhaltet zwei Rotorcraft-Konzepte: einen konventionellen Hochleistungshelikopter und ein Hochgeschwindigkeits-Compound-Konzept.
Welche Partner sind an der NGRC-Initiative beteiligt? – Airbus arbeitet mit Collins Aerospace, Raytheon und MBDA zusammen; die Studie erfolgt im Auftrag der NATO Support and Procurement Agency.
Welche Rolle spielt die Modularität im NGRC-Konzept? – Eine Modular Open System Architecture soll einfache Fertigung, Wartung und Upgrades sowie langfristige Wirtschaftlichkeit ermöglichen.
Auf welchen technologischen Erfahrungen basiert das Hochgeschwindigkeitskonzept? – Die Konfiguration baut auf Erkenntnissen aus den Demonstratoren X3 und Racer sowie auf Flugerprobungen im europäischen Technologierahmenprogramm auf.