Kuka Roboter

Auch Kuka hat die Auswirkungen der Coronakrise gespürt. - Bild: Kuka

Kuka hat in den vergangenen Tagen die Weichen für die Zukunft gelegt: Der Aufsichtsrat hat den Vertrag von CEO Peter Mohnen vorzeitig verlängert. Gleichzeitig musste das Unternehmen aber auch den Abgang von Finanzvorstand Andreas Pabst verkünden (wir berichteten). Pabst wechselt im Juli als Finanzchef zu Midea Robotics and Automation – einer der Divisionen des Kuka-Mutterkonzerns Midea.

Auf der heutigen Hauptversammlung erklärte der gebürtige Augsburger Pabst nun, dieser Schritt falle ihm „nicht ganz leicht“. Sowohl Pabst als auch Mohnen bedankten sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Michael Leppek.

Neben den Personalentscheidungen war Corona das Hauptthema auf der diesjährigen Versammlung. „Hinter uns liegt ein hartes Jahr, ein absolutes Ausnahmejahr“, sagte Mohnen. Und zwar sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich und privat. Die Mitarbeitenden hätten sich trotz enormer privater Herausforderungen – wie zum Beispiel fehlende Kinderbetreuung – „unglaublich engagiert“, um das Geschäft in allen Bereichen am Laufen zu halten. Das habe ihn sehr beeindruckt. Der Kuka-Spirit, der alle antreibe, zeige sich besonders in schwierigen Zeiten, so der CEO.

Denn das Geschäft war schon vor der Pandemie ein schwieriges für das Augsburger Unternehmen. Der Robotermarkt gehe bereits seit 2019 weltweit zurück, sagte Mohnen. In der Coronakrise habe Kuka nun gemerkt, dass Kunden bei Innovationen weiter sparen müssen. Außerdem seien Baustellen geschlossen gewesen, Serviceteams konnten nur eingeschränkt reisen und Kunden haben Aufträge storniert.

Kuka geht finanziell stabil aus dem Krisenjahr

All das spiegelt sich auch in den Geschäftszahlen für 2020 wieder. Wie berichtet, ist der Auftragseingang um 12,5 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro zurückgegangen. Der Umsatz ging um mehr als 19 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Vor allem im Anlagenbau habe man einen deutlichen Geschäfts- und Ergebnisrückgang gespürt, so Mohnen.

Das Unternehmen hat deshalb seine Ausgaben – vor allem in indirekten Bereichen wie der Verwaltung – stark gesenkt. „Kuka ist netto schuldenfrei“, betonte Mohnen. Man gehe deshalb finanziell stabil aus dem Krisenjahr.

Für 2021 geht das Unternehmen von einer positiven Entwicklung aus. Im ersten Quartal ist der Auftragseingang bereits um mehr als 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Umsatz verbesserte sich um 15,5 Prozent. Wichtige Wachstumstreiber seien hierbei China und die USA, sagte der Kuka-Chef. Man profitiere derzeit von der globalen Ausrichtung des Unternehmens: Wenn einzelne Regionen schwächeln, können andere das wettmachen.

Denn der europäische Markt befindet sich nach Einschätzung Mohnens weiter in einer schwierigen Lage. Die Autoindustrie – eine der wichtigsten Branchen für Kuka – ist derzeit weiter im Umbruch. Um bei der Digitalisierung mitspielen zu können, hat Kuka auf der Hannover Messe sein eigenes Betriebssystem vorgestellt. Dadurch soll die Automatisierung auch in Branchen und Anwendungen zum Einsatz kommen, in denen sie bisher noch kaum vorkommt, erklärte Mohnen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Trotz allem Optimismus sind auch die Augsburger von den derzeitigen Lieferschwierigkeiten betroffen. Bisher habe man es aber immer geschafft, liefern zu können, so Mohnen. Es habe aber einen gewissen negativen Preisimpact gegeben. Und auch von der Krise im Suezkanal war Kuka direkt betroffen: Dort seien drei Container betroffen gewesen, so Mohnen.

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