Ein Kuka-Mitarbeiter arbeitet mit einem Roboter des Unternehmens.

Innovationen sind beim Augsburger Unternehmen Kuka ein wichtiges Thema. - Bild: Kuka Group

| von Anja Ringel

Kurzarbeit kann auch Positives bewirken. Davon ist Dr. Ulrike Tagscherer, Chief Innovation Officer bei Kuka, überzeugt. Sie sagt: Weil Menschen durch Kurzarbeit mehr Freizeit haben, können neue Ideen entstehen, auf die sie im Alltagsgeschäft gar nicht gekommen wären. Innovationen würden immer dann kommen, wenn man nicht danach suche.

„Innovation ist für Unternehmen eine Art Lebensversicherung“, erklärt Tagscherer. Deshalb seien Innovationen für sie in Zeiten von Corona auch kein Luxus, auf den in einer Krise verzichtet werden muss. Denn: Für die meisten deutschen Firmen seien diese der einzige Weg, um auf dem weltweiten Markt zu bestehen. Über den Preis gehe das meistens nicht, so Tagscherer.

Dr. Ulrike Tagscherer, Chief Innovation Officer bei Kuka
Dr. Ulrike Tagscherer ist Chief Innovation Officer bei Kuka. Für sie sind Innovationen wie eine Lebensversicherung für Unternehmen. - Bild: Kuka Group

Gerade Krisen seien perfekt für Innovationen, sagt Tagscherer bei einem Pressegespräch. Jeder verstehe, dass etwas getan werden muss und dass etwas Neues gebraucht werde. Und: „Innovation funktioniert fast immer besser, wenn die wirtschaftliche Notwendigkeit oder der Druck so groß ist, etwas verändern zu müssen“, erklärt sie.

Wie Kuka Ideen aussiebt

Bei Kuka habe Corona jedoch zunächst einen „dramatischen Einfluss“ auf das Innovationsmanagement gehabt, erinnert sich Tagscherer. Anstehende Kick-off-Veranstaltungen wurden dann online abgehalten. Sie sei überrascht gewesen, dass sich der Teamspirit auch virtuell bemerkbar mache, so Tagscherer. Es habe sich aber gezeigt, dass sich nicht alles sofort umstellen lasse. Wenn es im Team zum Beispiel nicht so gut funktioniere, sei es online viel schwieriger, die Probleme auf den Tisch zu bringen.

Kuka setze derzeit alles daran, um mit Hilfe von Innovationen gestärkt aus der Krise hervorgehen zu können. Das läuft beim Augsburger Unternehmen so ab: Man suche sehr fokussiert Ideen aus und setze nur auf eine kleine Auswahl, damit diese Ideen wachsen können, sagt Tagscherer.

Im vergangenen Jahr habe Kuka global nach neuen Ideen gesucht. Nach mehreren Entscheidungsrunden stand fest: zwei Ideen werden zu Projekten, an denen drei Monate lang gearbeitet wird. In dieser Zeit sollten die Teams beweisen, dass ihre jeweilige Idee für die Kunden relevant ist. Das ist einem Projekt gelungen, das nun in einer viermonatigen Phase eine erste Demoversion bei Pilotkunden testet. Im Herbst gebe es dann wieder eine Entscheidungsrunde, in der diskutiert werde, ob die Idee für Kuka weiter relevant sei, so Tagscherer.

Strategische Ausrichtung wird überdacht

Dass das zweite Projekt inzwischen gestoppt wurde, weil die Relevanz nicht nachgewiesen werden konnte, sieht Chief Innovation Officer ebenfalls als Erfolg. Es sei genauso wichtig, Projekte zu stoppen, wenn keine Beweise gefunden werden.

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Generell werde in einer Krise natürlich die strategische Ausrichtung noch einmal überdacht. Eine Anpassung an die Realität gehöre da dazu. „Was wir vor einem Jahr geglaubt haben, kann jetzt schon nicht mehr stimmen“, erklärt Tagscherer. Kuka schaut sich zum Beispiel derzeit den Medizinbereich genauer an und prüft, ob sich dort Möglichkeiten ergeben könnten. 

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