Roland Bleinroth und Stefan Lohnert

Roland Bleinroth (rechts) und Stefan Lohnert sind seit 1. Februar die neuen Geschäftsführer der Messe Stuttgart. - Bild: Messe Stuttgart

| von Anja Ringel

Roland Bleinroth und Stefan Lohnert bilden seit dem 1. Februar die neue Geschäftsführung der Messe Stuttgart. Beide sind einer Pressemitteilung zufolge schon mehrere Jahre für das Unternehmen tätig. Roland Bleinroth ist seit 2006 Geschäftsführer der Messe Stuttgart. Er übernimmt nach dem Abschied von Ulrich Kromer dessen Position als Sprecher der Geschäftsführung. Kromer ging nach 19 Jahren als Geschäftsführer Ende Januar in den Ruhestand. Stefan Lohnert ist ebenfalls 2006 ins Unternehmen eingetreten und war zuletzt Bereichsleiter Gastveranstaltungen und ICS Internationales Congresscenter Stuttgart.

Auf das neue Geschäftsführungsduo wartet ein starkes Messejahr. "Wir rechnen für 2020 mit einem neuen Umsatzrekord von rund 185 Millionen Euro und sind entsprechend sehr gut gebucht", sagt Bleinroth. Das bedeute jedoch nicht, dass das Stuttgarter Messegeschäft ein Selbstläufer sei, erklärt der neue Sprecher der Geschäftsführung weiter. Die tägliche Herausforderung im Messewesen sei es, auch jede erfolgreiche Messe immer wieder ein Stück weit neu zu erfinden, um weiterhin erfolgreich zu sein, so Bleinroth.

Sein Kollege Lohnert ergänzt: "Dazu ist es wichtig, die Veranstaltungen genau zu beobachten und im Dialog zu bleiben mit Ausstellern, Verbänden und der Politik." Die klassische Messe müsse sich weiter entwickeln. Die Kunden wollen neue Erlebnisse mitnehmen und erwarten von der Messe Stuttgart, dass diese die Kommunikationsangebote zwischen Anbietern und Nachfragenden optimieren, sagt Lohnert. Ein Megathema hierbei ist die Digitalisierung. „Mit digitalen Planungstools heben wir die Messe in die dritte Dimension“, erklärt Bleinroth.

Messe Stuttgart: Diese Themen stehen auf der Agenda

Das neue Geschäftsführungsduo hat sich einiges vorgenommen: Der weitere Ausbau der Internationalisierung steht ebenso auf der Agenda wie die Bebauung des Messegeländes mit Logistikflächen für die Dienstleister, die Schaffung neuer Parkplätze auf dem Campus und einer zusätzlichen Halle mit Kongressbereich. Im Gespräch ist außerdem eine Verbreiterung der Landstraße L1192 als wichtigste Zubringerstraße. Ein weiterer Schwerpunkt der Geschäftsführung ist das Thema Nachhaltigkeit. "Wir sind auf dem Weg, der erste klimaneutrale Messestandort in Deutschland zu werden", sagt Lohnert.

Die verschiedenen Aufgaben haben sich die beiden Geschäftsführer aufgeteilt: Roland Bleinroth ist für das Gesamtunternehmen und einzelne Geschäftsbereiche verantwortlich. Dazu zählen die beiden Messebereiche "Lifestyle und Freizeit" sowie "Industrie und Technologie". Mit dem Bereich Messe Stuttgart International verantwortet er auch weiterhin das Auslandsgeschäft der Messe. Zusätzlich sind wird er sich um die Bereiche Unternehmensentwicklung, Unternehmenskommunikation, Marketingkommunikation, Finanzen und Messe Stuttgart Digital kümmern.

Mit dem Geschäftsbereich Messe Stuttgart International (MSI) hat Bleinroth schon in der Vergangenheit die Internationalisierungsstrategie der Messes Stuttgart vorangetrieben. 26 Prozent der über 22.000 Aussteller und fast zehn Prozent der knapp 1,2 Millionen Besucher, die 2019 die Messe Stuttgart besucht haben, kamen aus dem Ausland. Davon profitiert die gesamte Region mittels der sogenannten "Umwegrentabilität", in erster Linie die Hotellerie, das Gastgewerbe und der Einzelhandel. Kultur- und Freizeitangebote werden bei Businesstrips ebenfalls in Anspruch genommen.

Für die Zukunft wurden bereits weitere Auslandsaktivitäten auf den Weg gebracht und zwar in China, Thailand und Spanien. Dieses Jahr wird die Messe Stuttgart mit Euroexpo - führender Veranstalter von Intralogistik-Messen - die LogiMAT China und neu auch die LogiMAT Thailand durchführen. China gewinnt für Aussteller und Besucher von Fachmessen in Stuttgart zunehmend an Bedeutung. Daher weitet die Messe Stuttgart ihr Engagement in China aus.

Die Innovation Fair und die Education+, die beide im vergangenen Jahr einen großen Zuspruch hatten, werden weiterentwickelt. Die chinesische Tochtergesellschaft der Messe Stuttgart wird Mit-Organisator und hält eine Beteiligung an der neuen Hightechmesse AMTECH (Advanced Manufacturing Technology). Zudem ist die Messe Stuttgart ab 2022 erstmals als Messeveranstalter in Spanien aktiv und richtet in Barcelona die "APA Expo by R+T" in einem dreijährigen Rhythmus aus.

Das sind die Veranstaltungsschwerpunkte der Messe Stuttgart

Stefan Lohnert verantwortet weiterhin den Bereich Gastveranstaltungen/ICS und neu den Messebereich "Wirtschaft und Bildung". Ihm zugeordnet sind außerdem die Protokollabteilung, "Legal and Corporate Affairs", Stuttgart Messe Service und Vertrieb, der Veranstaltungsbetrieb Bau und Facility Management sowie Personal und Organisation.

In seiner bisherigen Funktion als Bereichsleiter Gastveranstaltungen und ICS war Lohnert verantwortlich für Gastmessen, international renommierte Kongresse, Events und Unternehmensveranstaltungen. Gemeinsam mit seinem Team generierte er je nach Jahr zwischen 30 und 40 Prozent des Umsatzes der Messe Stuttgart. Die Veranstaltungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Gesundheit, Medizin, Pharma, IT, Finanzen, Versicherungen, Recht, Industrie, Wissenschaft und Forschung.

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema

Insgesamt 150 Mal buchten Veranstalter im vergangenen Jahr Räumlichkeiten im ICS. Dem Standort Baden-Württemberg, der prosperierenden Hightech-Region Europas, geschuldet, haben sich viele Gastveranstaltungen aus diesem Bereich eingemietet. Dazu zählen beispielsweise die Automotive Testing Expo, Motek, Control, Blechexpo oder die Composites Europe. Ihr jüngster Akquiseerfolg ist die Opti, eine Fachmesse für Optiker, die ab Januar 2021 immer im ungeraden Jahr von München nach Stuttgart wechseln wird.

Besonders wichtig ist Lohnert das Thema Nachhaltigkeit. Er war 2008 Initiator des „Green Statement“, dem Nachhaltigkeitsbericht der Messe Stuttgart und zudem an der Entwicklung von Nachhaltigkeitskonzepten für Gastveranstalter beteiligt.