PVA Tepla mit Neunmonatszahlen

PVA Tepla trotzt Ergebnisrückgang mit neuem Auftragsrekord

Trotz Rekord-Auftragseingang von 273,4 Millionen Euro bricht das Ebitda von PVA Tepla um über 40 Prozent ein. Hohe Vorleistungen und Flaute in der Halbleiterbranche belasten die Neunmonatsbilanz, doch Chefin Jalin Ketter setzt auf das vierte Quartal.

Rekordaufträge treffen auf Vorleistungen: Die Konzernzentrale von PVA Tepla im hessischen Wettenberg – trotz operativer Belastungen in den ersten neun Monaten setzt das Unternehmen auf langfristiges Wachstum und ein starkes Schlussquartal.

  • Auftragsrekord erzielt: Der Auftragseingang stieg in den ersten neun Monaten um über 50 % auf 273,4 Mio. Euro, maßgeblich getrieben vom Metrologie-Geschäft.

  • Einbruch beim Ebitda: Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel um mehr als 40 % auf 10,4 Mio. Euro.

  • Nettoverlust verbucht: Nach einem Vorjahresgewinn von gut 6 Mio. Euro steht nach drei Quartalen ein Unterm-Strich-Verlust von rund 2 Mio. Euro.

  • Leichtes Umsatzplus: Der Konzernumsatz wuchs um etwa 4 % auf knapp 182 Mio. Euro, begünstigt durch ein stärkeres drittes Quartal.

  • Prognose bestätigt: CEO Jalin Ketter rechnet mit einem starken IV. Quartal und erwartet das operative Jahresergebnis in der unteren Hälfte der Spanne von 26 bis 31 Mio. Euro.

Auftragsrekord trifft auf operativen Ergebniseinbruch

Das Technologieunternehmen PVA Tepla aus dem hessischen Wettenberg hat ein gemischtes Zahlenwerk für die ersten neun Monate vorgelegt. Während die Bestellungen bei dem Spezialisten für Vakuum- und Messtechnik auf ein Rekordniveau kletterten, hinkt die operative Ertragsentwicklung den Erwartungen hinterher. Auch Konzernchefin Jalin Ketter räumte ein, dass die Ergebnisse hinter den eigenen Zielsetzungen zurückbleiben, zeigte sich jedoch überzeugt, das Unternehmen auf dem richtigen Pfad für langfristiges Wachstum zu führen.

Der Markt reagierte zunächst verschreckt auf die Kennzahlen: Im SDax notiert, sackten die Anteile im Frühhandel um knapp zehn Prozent ab und markierten einen Tiefstand seit März. Im Laufe des Vormittags schwächte sich der Verlust ab, sodass die Aktie zuletzt noch mit rund zwei Prozent im Minus bei 29,50 Euro gehandelt wurde. Trotz des Rücksetzers liegt der Titel seit Jahresbeginn weiterhin mit etwa 30 Prozent im Plus.

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Metrologie als Zugpferd – Probleme bei Material Solutions

Haupttreiber der positiven Auftragsdynamik war das Segment Metrologie, das mehr als die Hälfte des gesamten Neugeschäfts beisteuerte. Das Verhältnis von Ordereingang zu Umsatz (Book-to-Bill-Ratio) stieg damit erstmals seit Anfang 2023 wieder über den Wert von 1, was auf ein solides Fundament für künftiges Umsatzwachstum hindeutet.

Dem gegenüber steht eine deutliche Belastung der Ertragsseite. Der deutliche Rückgang beim Ebitda auf 10,4 Millionen Euro ist auf einen ungünstigen Produktmix sowie anhaltende Probleme im Geschäftsbereich Material Solutions zurückzuführen. Obwohl auch dort mehr Bestellungen eingingen, leidet das Segment unter einer verhaltenen Investitionsneigung der Halbleiterindustrie und einer unzureichenden Kapazitätsauslastung, wodurch die Fixkosten nicht vollständig gedeckt werden konnten. In diesem Bereich fertigt PVA Tepla unter anderem Bauteile für Vakuum-Schaltkammern in Mittel- und Hochspannungsnetzen.

Strategische Vorleistungen belasten – Erholung im Schlussquartal erwartet

Konzernchefin Ketter verwies in einem Brief an die Aktionäre darauf, dass der Ausbau der Organisation, die Erweiterung der technologischen Kompetenzen und die verstärkte internationale Präsenz mit erheblichen Vorleistungen verbunden waren. Diese Ausgaben stehen den bislang noch zeitverzögerten Umsatz- und Ertragsbeiträgen gegenüber.

Für das vierte Quartal stellt das Management eine spürbare Beschleunigung bei Umsatz und Operativgewinn in Aussicht. Die im Sommer angepasste Gesamtjahresprognose wird unverändert beibehalten: Bei einem angepeilten Jahresumsatz zwischen 255 und 275 Millionen Euro soll das Ebitda in der unteren Hälfte der Spanne von 26 bis 31 Millionen Euro landen.

mit Material der dpa

Was Sie zum Quartalsbericht von PVA Tepla wissen müssen

  • Wie hat sich der Auftragseingang von PVA Tepla in den ersten neun Monaten entwickelt? PVA Tepla verzeichnete einen Auftragsrekord: Die Bestellungen stiegen um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr auf 273,4 Millionen Euro, wozu insbesondere die Sparte Metrologie beigetragen hat.

  • Warum fiel das operative Ergebnis (Ebitda) trotz des Rekord-Auftragseingangs? Das Ebitda sank um über 40 Prozent auf 10,4 Millionen Euro. Gründe hierfür sind hohe Vorleistungen für den Organisations- und Technologieausbau, ein ungünstiger Produktmix sowie die Unterauslastung im Segment Material Solutions.

  • Welche Jahresziele hat der Vorstand von PVA Tepla bestätigt? Das Management peilt einen Jahresumsatz von 255 bis 275 Millionen Euro an. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll in der unteren Hälfte der Prognosebandbreite von 26 bis 31 Millionen Euro liegen.

  • Wie reagierte die PVA-Tepla-Aktie auf die Neunmonatszahlen? Die im SDax notierte Aktie gab am Morgen zunächst um fast zehn Prozent nach, konnte die Verluste bis zum Vormittag aber auf etwa zwei Prozent reduzieren (Kurs: 29,50 Euro).

  • Was versteht PVA Tepla unter der Sparte Material Solutions? In diesem Segment stellt das Unternehmen Systeme und Produkte für Hochtemperatur- und Vakuumprozesse her, darunter Komponenten für Vakuum-Schaltkammern in elektrischen Energieübertragungsnetzen.