Continental Zahlen für das dritte Quartal
Continental steigert Gewinn trotz Umsatzrückgang
Die Continental Quartalszahlen übertreffen die Erwartungen: Der Reifenhersteller steigert seine operative Marge auf 14,9 % und hebt die Gewinnprognose für 2026 an. Steigende Rohmaterialkosten bleiben jedoch ein Risiko.
Die Continental-Zentrale in Hannover: Nach einem starken dritten Quartal 2026 hebt der Reifenhersteller seine Gewinnprognose an. Vor allem das Geschäft mit Premiumreifen treibt die Profitabilität.
Continental
Continental steigert im dritten Quartal 2026 das bereinigte EBIT um 6,7 % auf 514 Mio. EUR. Die operative Marge erreicht 14,9 %.
Der Umsatz sinkt um gut 11 % auf 3,45 Mrd. EUR. Bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis bleibt er nahezu stabil.
Für 2026 erhöht der Reifenhersteller seine Margenprognose auf 13,4 bis 14,0 %. Der bereinigte Free Cashflow soll 1,0 bis 1,3 Mrd. EUR erreichen.
Große Premiumreifen und das starke Europageschäft treiben die Profitabilität. Steigende Rohmaterialkosten dürften das vierte Quartal stärker belasten.
Continental hat im dritten Quartal 2026 deutlich profitabler gearbeitet als erwartet. Der Reifenhersteller aus Hannover steigerte sein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) um 6,7 % auf 514 Mio. EUR. Im Vorjahresquartal hatte der Wert bei 482 Mio. EUR gelegen. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von 13,9 auf 14,9 %.
Damit übertraf der DAX-Konzern die Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Vorfeld mit einem operativen Ergebnis von knapp 480 Mio. EUR und einer Marge von 13,9 % gerechnet.
Der Umsatz ging dagegen um gut 11 % auf 3,45 Mrd. EUR zurück. Bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis lag das Minus laut dpa-AFX lediglich bei 0,1 %. Continental selbst beziffert die organische Umsatzentwicklung unter zusätzlicher Berücksichtigung von Wechselkurseffekten auf minus 1,5 %.
Unter dem Strich erzielte Continental einen Nettogewinn von 349 Mio. EUR. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte der Konzern aufgrund von Sondereffekten noch einen Verlust von 756 Mio. EUR ausgewiesen.
Warum hebt Continental die Gewinnprognose für 2026 an?
Aufgrund der starken Ergebnisentwicklung im Reifengeschäft erhöht Continental seine Jahresprognose. Wie das Unternehmen am 4. November mitteilte, soll die bereinigte EBIT-Marge 2026 nun zwischen 13,4 und 14,0 % liegen. Zuvor hatte das Management eine Bandbreite von 12,0 bis 13,5 % erwartet.
Auch beim bereinigten Free Cashflow zeigt sich der Konzern zuversichtlicher. Statt der bislang prognostizierten 0,7 bis 1,1 Mrd. EUR werden nun 1,0 bis 1,3 Mrd. EUR erwartet.
Die Umsatzerwartung präzisierte Continental auf 13,5 bis 13,9 Mrd. EUR. Bisher hatte die Prognose zwischen 13,2 und 14,2 Mrd. EUR gelegen.
„Wir haben im Reifengeschäft erneut ein sehr gutes Quartal absolviert. Deshalb heben wir unseren Ausblick an und gehen gestärkt in einen herausfordernden Jahresendspurt“, erklärt Continental-Chef Christian Kötz.
Premiumreifen stärken die Profitabilität
Ein wesentlicher Treiber der Ergebnisentwicklung ist das Geschäft mit großen und leistungsfähigen Reifen. Besonders Ultra-High-Performance-Reifen (UHP) ab 18 Zoll gewinnen für Continental an Bedeutung.
Die Nachfrage nach diesen Reifen wird unter anderem durch größere und schwerere Fahrzeuge sowie Elektroautos gestützt. Continental baut deshalb sein Portfolio aus. Bis Ende 2027 sollen weltweit mehr als 650 neue Reifendimensionen für die Erstausrüstung und den Ersatzmarkt hinzukommen.
Bereits 2025 entfielen 62 % des weltweiten Pkw-Reifenumsatzes der Marke Continental auf UHP-Reifen. Im Jahr 2020 waren es noch 49 %.
Auch regional zeigt sich die Bedeutung dieses Segments. In Asien-Pazifik lag der UHP-Anteil am Pkw-Reifenumsatz 2025 bei 70 %, in Amerika bei 66 % und in der Region EMEA bei 43 %.
Wie entwickeln sich die regionalen Reifenmärkte?
Die stärkste Ergebnisentwicklung verzeichnete Continental im dritten Quartal in Europa. In der Region EMEA, zu der auch der Nahe Osten und Afrika gehören, lag der Umsatz mit 1,9 Mrd. EUR nahezu auf Vorjahresniveau. Die bereinigte EBIT-Marge stieg von 17,7 auf 18,7 %.
Dazu trugen insbesondere höhere Absätze von UHP-Reifen, Winterreifen und Lkw-Reifen bei.
In Nord- und Südamerika sank der Umsatz dagegen um 5,0 % auf 1,1 Mrd. EUR. Schwache Ersatzmärkte belasteten das Geschäft. Dennoch verbesserte sich die bereinigte EBIT-Marge leicht von 8,5 auf 8,7 %. Ein höherer Anteil an UHP-Reifen und geringere Zollbelastungen unterstützten die Profitabilität.
In der Region Asien-Pazifik legte der Umsatz um 4,7 % auf 476 Mio. EUR zu. Die bereinigte EBIT-Marge erreichte 18,6 % nach 19,0 % im Vorjahresquartal. Wachstumstreiber waren insbesondere das Erstausrüstungsgeschäft mit Automobilherstellern und positive Wechselkurseffekte.
Steigende Rohmaterialkosten belasten das Reifengeschäft
Trotz der verbesserten Profitabilität steht Continental vor steigenden Kosten. Insbesondere die Entwicklung der Rohmaterialpreise dürfte sich im vierten Quartal stärker bemerkbar machen.
In der ersten Jahreshälfte hatte der Reifenhersteller noch von gesunkenen Materialkosten profitiert. Ende September rechnete das Management bereits mit einer Belastung im mittleren zweistelligen Millionenbereich für das dritte Quartal, die durch Bestandseffekte kompensiert werden könne.
Finanzvorstand Roland Welzbacher warnt nun vor zunehmendem Kostendruck: „Die höheren Rohmaterialpreise wirken sich jedoch zunehmend auf unser Ergebnis aus und werden uns im vierten Quartal noch stärker belasten.“
Hinzu kommt die schwache Entwicklung der weltweiten Automobilproduktion. Im dritten Quartal sank diese gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 1,6 %. In Nordamerika betrug der Rückgang 5 %, in China 6 %. Europa entwickelte sich dagegen etwa auf Vorjahresniveau.
Für Continental ist das Ersatzgeschäft mit Reifen allerdings bedeutender als die Erstausrüstung.
Konzernumbau verändert die Berichterstattung
Mit der Abspaltung der Autozuliefersparte Aumovio und dem vereinbarten Verkauf der Kunststofftechniksparte ContiTech konzentriert sich Continental künftig auf das Reifengeschäft.
ContiTech soll für 4 Mrd. EUR an den Finanzinvestor Lone Star verkauft werden. Continental erwartet daraus einen Barmittelzufluss von 3,1 Mrd. EUR. Davon sind 2,5 Mrd. EUR für eine Sonderdividende oder Aktienrückkäufe vorgesehen.
Ab dem dritten Quartal stellt Continental die Geschäftsentwicklung deshalb anhand der drei Reifenregionen EMEA, Americas und APAC dar. ContiTech wird als nicht fortgeführte Aktivität separat ausgewiesen.
Für die Kunststofftechniksparte hat der Konzern seine Erwartungen ebenfalls angepasst. Der Umsatz soll 2026 zwischen 4,2 und 4,4 Mrd. EUR liegen. Bei der bereinigten EBIT-Marge erwartet Continental operativ ohne Auswirkungen des Rechnungslegungsstandards IFRS 5 nun 6,5 bis 7,5 %.
Der Konzernumbau und die Konzentration auf das Reifengeschäft prägen damit die weitere Entwicklung von Continental. Während Premiumreifen die Ertragskraft stärken, bleiben Rohmaterialpreise und schwache Automobilmärkte zentrale Herausforderungen.
mit Material der dpa
Was Sie zum Thema Continental Quartalszahlen wissen müssen
Wie hoch ist der Gewinn laut Continental Quartalszahlen? – Continental erzielte im dritten Quartal 2026 ein bereinigtes EBIT von 514 Mio. EUR. Der Nettogewinn betrug 349 Mio. EUR.
Welche Gewinnprognose ergeben die Continental Quartalszahlen für 2026? – Der Konzern erwartet eine bereinigte EBIT-Marge von 13,4 bis 14,0 %. Zuvor lag die Prognose bei 12,0 bis 13,5 %.
Warum zeigen die Continental Quartalszahlen einen Umsatzrückgang? – Der Umsatz sank um gut 11 % auf 3,45 Mrd. EUR. Wesentliche Ursachen sind Veränderungen im Konzernportfolio, insbesondere der Verkauf des Geschäftsfelds Original Equipment Solutions.
Welche Rolle spielen Premiumreifen bei den Continental Quartalszahlen? – Große und leistungsfähige Reifen ab 18 Zoll tragen wesentlich zur Profitabilität bei. Continental will sein UHP-Portfolio bis Ende 2027 um mehr als 650 Reifendimensionen erweitern.
Welche Risiken zeigen die Continental Quartalszahlen für das vierte Quartal? – Vor allem steigende Rohmaterialpreise dürften das Ergebnis stärker belasten. Hinzu kommen schwache Automobilmärkte und eine rückläufige weltweite Fahrzeugproduktion.