Norma Group: Quartalszahlen 2026

Norma Group setzt Wachstumskurs bis 2031

Die Norma Group steigert im dritten Quartal 2026 Umsatz und bereinigtes EBIT deutlich. Die NewNORMA-Transformation verbessert die Kostenstruktur, während neue Industrieaufträge zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten eröffnen.

Steckverbinder gehören zu den Spezialitäten der Norma Group. Die Montage läuft hochautomatisiert ab.

  • Die Norma Group erzielt im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 207,8 Mio. EUR, ein Plus von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr.

  • Das bereinigte EBIT steigt von 3,8 auf 7,8 Mio. EUR. Die bereinigte EBIT-Marge verbessert sich auf 3,7 %.

  • Industry Applications wächst währungsbereinigt um 11,3 %. Neue Aufträge in Europa, den USA und China stärken das Geschäft.

  • Die NewNORMA-Transformation zeigt Fortschritte. Die Jahresprognose 2026 bleibt bestehen, Tobias Bichler soll spätestens im April 2027 CFO werden.

Die Norma Group hat im dritten Quartal 2026 sowohl beim Umsatz als auch bei der operativen Profitabilität zugelegt. Wie das Unternehmen am 3. November 2026 in Maintal mitteilt, erhöhte sich der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 5,2 % auf 207,8 Mio. EUR. Währungsbereinigt betrug das Wachstum 4,2 %.

Noch deutlicher fiel die Verbesserung beim operativen Ergebnis aus. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 3,8 Mio. EUR im Vorjahresquartal auf 7,8 Mio. EUR. Die bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich entsprechend von 1,9 % auf 3,7 %.

Damit bestätigt der Konzern die bereits am 19. Oktober veröffentlichten vorläufigen Zahlen. Wesentlicher Treiber der Ergebnisverbesserung ist die laufende NewNORMA-Transformation, mit der das Unternehmen seine Kostenstruktur optimiert und die operative Leistungsfähigkeit steigert.

Wie verbessert die Norma Group ihre Profitabilität?

Die Auswirkungen des Transformationsprogramms zeigen sich insbesondere in der Kostenentwicklung. Obwohl die bereinigte Bruttomarge aufgrund einer höheren Materialeinsatzquote von 56,5 % auf 55,3 % zurückging, konnte die Norma Group ihre operative Profitabilität verbessern.

Dazu trugen vor allem niedrigere Kostenquoten bei. Die bereinigten sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz reduzierten sich von 16,7 % auf 15,1 %. Gleichzeitig sank die bereinigte Personalkostenquote von 32,0 % auf 31,0 %.

Das berichtete EBIT lag im dritten Quartal bei -6,0 Mio. EUR nach -51,0 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Darin enthalten waren Aufwendungen für die Transformation sowie Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen, die insgesamt mit 13,8 Mio. EUR bereinigt wurden.

Vorstandsvorsitzende Birgit Seeger erklärt:

"Die erneute Verbesserung unserer bereinigten EBIT-Marge bestätigt die Fortschritte bei der Umsetzung von NewNORMA. Wir sehen bereits im dritten Quartal in Folge, dass unsere Transformation Wirkung zeigt. Mit unseren Sales-Push-Initiativen erschließen wir zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten in beiden strategischen Geschäftsbereichen. Die positive Entwicklung von Industry Applications zeigt, dass wir unser Geschäft in attraktiven industriellen Märkten weiter ausbauen. Gleichzeitig arbeiten wir konsequent daran, die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität von Mobility & New Energy zu stärken. Mit NewNORMA haben wir klare Prioritäten gesetzt: mehr profitables Geschäft gewinnen, unsere Kapazitäten besser nutzen und strukturelle Kosten senken. Entscheidend ist jetzt die konsequente Umsetzung."

Auch die Neunmonatszahlen zeigen eine verbesserte Ertragslage. Von Januar bis September 2026 erreichte die Norma Group einen Konzernumsatz von 628,3 Mio. EUR. Das entspricht einem berichteten Rückgang von 0,6 %, während der Umsatz währungsbereinigt um 0,9 % zunahm.

Das bereinigte EBIT erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 5,9 auf 21,7 Mio. EUR. Die bereinigte EBIT-Marge stieg von 0,9 % auf 3,5 %. Das berichtete EBIT verbesserte sich von -54,1 Mio. EUR auf 1,2 Mio. EUR.

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Industry Applications wächst zweistellig

Die beiden strategischen Geschäftsbereiche entwickelten sich im dritten Quartal unterschiedlich. Besonders dynamisch verlief das Geschäft bei Industry Applications.

Der Umsatz dieses Segments stieg währungsbereinigt um 11,3 %. Einschließlich positiver Währungseffekte erreichte der Geschäftsbereich ein Wachstum von 12,4 % auf 70,2 Mio. EUR. Im Vorjahresquartal waren es 62,5 Mio. EUR.

Wichtigster Wachstumstreiber war die Region Amerika. Zusätzlich lieferten Asien-Pazifik und EMEA positive Beiträge. Über die ersten neun Monate 2026 hinweg erzielte Industry Applications ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 8,1 %.

Mobility & New Energy entwickelte sich dagegen verhaltener. Der Geschäftsbereich steigerte seinen Quartalsumsatz währungsbereinigt um 0,9 % auf berichtete 137,6 Mio. EUR. Das entspricht einem nominalen Wachstum von 1,9 %.

Während Amerika und EMEA positive Umsatzentwicklungen verzeichneten, belastete die rückläufige Geschäftsentwicklung in Asien-Pazifik das Segment. Über die ersten neun Monate lag der währungsbereinigte Umsatz 2,4 % unter dem Vorjahresniveau.

Die Norma Group verfolgt deshalb unterschiedliche Schwerpunkte in ihren Geschäftsbereichen. Bei Industry Applications steht die Erschließung zusätzlicher profitabler Industriemärkte im Vordergrund. Mobility & New Energy konzentriert sich angesichts der verhaltenen Nachfrage aus der Automobilindustrie auf Wettbewerbsfähigkeit, Kapazitätsauslastung und Profitabilität.

Welche Regionen treiben das Wachstum der Norma Group?

Regional verzeichnete die Norma Group die stärkste Entwicklung in Amerika. Dort erhöhte sich der Quartalsumsatz währungsbereinigt um 13,0 % auf berichtete 76,1 Mio. EUR. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von 4,5 % auf 8,4 %.

Auch in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) legte das Geschäft zu. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 2,4 % auf berichtete 103,1 Mio. EUR. Gleichzeitig verbesserte sich die bereinigte EBIT-Marge von -0,9 % auf 2,7 %.

Neben den Maßnahmen aus NewNORMA profitierte die Ergebnisentwicklung in EMEA von der Vergleichsbasis des Vorjahres, die durch temporäre Zusatzaufwendungen belastet gewesen war.

In Asien-Pazifik verlief die Entwicklung dagegen rückläufig. Der Umsatz sank währungsbereinigt um 9,0 % auf berichtete 28,7 Mio. EUR. Ausschlaggebend war insbesondere das schwächere Geschäft von Mobility & New Energy. Die bereinigte EBIT-Marge verringerte sich von 10,3 % auf 9,1 %.

Neue Industrieaufträge und Batteriespeicheranwendungen

Neben der Verbesserung der operativen Kennzahlen meldet die Norma Group neue Auftragserfolge in beiden Geschäftsbereichen.

In den USA gewann Industry Applications einen Auftrag eines Baumaschinenherstellers für Komponenten in Dieselpartikelfiltern. In Europa sicherte sich das Unternehmen zudem einen Auftrag für spezialisierte Kunststoffleitungen, die in Offroad- und Landmaschinen eingesetzt werden sollen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf industriellen Anwendungen außerhalb der bisherigen Einsatzgebiete. Erstmals setzte die Norma Group ihre patentierte Dry-Break-Ventiltechnologie bei einem Kunden für stationäre Batteriespeichersysteme ein.

Die Technologie ermöglicht das sichere Verbinden und Trennen von Kühlleitungen bei minimalem Flüssigkeitsaustritt. Der ursprünglich für Januar 2027 geplante Projektstart konnte auf August 2026 vorgezogen werden.

Auch im Geschäftsbereich Mobility & New Energy gelang ein neuer Auftragserfolg. In China erhielt die Norma Group einen Auftrag für Verbindungskomponenten in Kühlsystemen von Plug-in-Hybrid- und batterieelektrischen Fahrzeugen.

Damit erschließt das Unternehmen eine lokale Fahrzeugplattform in diesem Anwendungsbereich. Das erwartete Gesamtumsatzvolumen liegt bei mehr als 3 Mio. EUR über fünf Jahre. Der Produktionsstart ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

Die Auftragserfolge sind Teil der Sales-Push-Initiativen, mit denen die Norma Group zusätzliche Kunden und industrielle Anwendungen für ihre Engineering- und Technologiekompetenzen gewinnen will.

Wie entwickelt sich die Finanzlage der Norma Group?

Der operative Netto-Cashflow lag im dritten Quartal 2026 bei 10,2 Mio. EUR und damit unter dem Vorjahreswert von 24,5 Mio. EUR.

Für die ersten neun Monate meldete der Konzern einen operativen Netto-Cashflow von -2,9 Mio. EUR. Im Vorjahreszeitraum waren es 59,1 Mio. EUR gewesen.

Die Vergleichbarkeit ist allerdings eingeschränkt. Die Vorjahreswerte enthalten noch Beiträge des im Februar 2026 veräußerten Water-Management-Geschäfts. Zudem belasteten Einmaleffekte aus der Veräußerung den Cashflow im ersten Quartal 2026.

Mit einem zweiten öffentlichen Aktienrückkaufangebot im September schloss die Norma Group die angekündigte Rückführung von insgesamt rund 260 Mio. EUR aus dem Verkaufserlös an ihre Aktionäre ab. Die dabei erworbenen Aktien wurden vollständig eingezogen. Die Kapitalherabsetzung wurde am 24. September wirksam.

Zum 30. September 2026 verfügte das Unternehmen über eine Nettoliquidität von 80,0 Mio. EUR. Ende 2025 hatte noch eine Nettoverschuldung von 316,1 Mio. EUR bestanden.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 45,1 % auf 64,2 %. Wesentlich für diese Entwicklung waren die nach Schuldentilgung und Aktienrückkäufen verbliebenen Erlöse aus dem Verkauf des Water-Management-Geschäfts.

NewNORMA: Finanzielle Ziele bis 2031

Mit dem Strategy Update vom 19. Oktober 2026 hat die Norma Group ihre langfristigen Ziele konkretisiert. Im Mittelpunkt stehen profitables Wachstum, eine effizientere globale Standortstruktur und die weitere Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit.

Bis 2031 strebt der Konzern ein durchschnittliches jährliches währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 1 % und 3 % an. Die bereinigte EBIT-Marge soll auf über 10 % steigen. Zudem ist eine Cash Conversion von mehr als 70 % vorgesehen.

Um diese Ziele zu erreichen, setzt die Norma Group weiterhin auf das Transformationsprogramm NewNORMA sowie auf zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten durch ihre Sales-Push-Initiativen.

Wer wird neuer Finanzvorstand der Norma Group?

Parallel zur operativen Transformation stellt die Norma Group ihre Finanzführung neu auf. Der Aufsichtsrat hat Tobias Bichler zum neuen Chief Financial Officer (CFO) berufen. Er soll sein Amt spätestens zum 1. April 2027 antreten.

Bichler ist derzeit Senior Vice President Controlling und Deputy CFO der Brose Gruppe. Zuvor war er als CFO für die Finanzen der Region China verantwortlich. Er verfügt über internationale Erfahrung in Controlling, Finanzsteuerung und der Begleitung von Restrukturierungs- und Transformationsprogrammen.

Aufsichtsratsvorsitzender Mark Wilhelms erklärt:

"Mit Tobias Bichler gewinnen wir einen Controlling Experten mit umfassender internationaler Industrieerfahrung, der unsere Finanzorganisation stärken und vor allem das in der Transformationsphase besonders wichtige Controlling entwickeln wird. Seine Industrieerfahrung wird es Herrn Bichler ermöglichen, die weitere Transformation der NORMA aktiv mitzugestalten. Mein besonderer Dank gilt Herrn Okan Celiker, der in einer für unser Unternehmen wichtigen Phase Verantwortung übernommen und die Finanzfunktion mit großem Engagement und hoher Professionalität geführt hat. Für seinen Einsatz und die vertrauensvolle Zusammenarbeit bin ich ihm persönlich sowie der gesamte Aufsichtsrat sehr dankbar. Ich freue mich, dass wir auch bei der Übergabe an den neuen CFO auf seine Erfahrung und sein Engagement zählen können."

Bis zum Amtsantritt von Bichler führt Okan Celiker die CFO-Funktion weiter. Anschließend begleitet er die Übergabe als Deputy CFO.

Welche Prognose gibt die Norma Group für 2026?

Auf Grundlage der Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten bestätigt die Norma Group ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026.

Das Unternehmen erwartet weiterhin ein Konzernumsatzwachstum zwischen rund 0 % und 2 %. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen rund 2 % und 4 % liegen.

Für den operativen Netto-Cashflow rechnet der Konzern unverändert mit einem Wert zwischen rund 10 und 20 Mio. EUR.

mit Material der dpa

Was Sie zum Thema Norma Group wissen müssen

  • Wie hoch ist der Umsatz der Norma Group im dritten Quartal 2026? – Der Konzern erzielte 207,8 Mio. EUR Umsatz. Das entspricht einem berichteten Wachstum von 5,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

  • Wie entwickelt sich die Profitabilität der Norma Group? – Das bereinigte EBIT stieg im dritten Quartal auf 7,8 Mio. EUR. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von 1,9 % auf 3,7 %.

  • Welche Rolle spielt NewNORMA für die Norma Group? – Das Transformationsprogramm soll die Kostenstruktur verbessern, Kapazitäten effizienter nutzen und profitables Wachstum in den strategischen Geschäftsbereichen ermöglichen.

  • Welche Wachstumsziele verfolgt die Norma Group bis 2031? – Das Unternehmen strebt ein durchschnittliches jährliches währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 1 % bis 3 %, eine bereinigte EBIT-Marge von über 10 % und eine Cash Conversion von mehr als 70 % an.

  • Wer wird neuer CFO der Norma Group? – Tobias Bichler soll spätestens zum 1. April 2027 die Finanzführung übernehmen. Bis dahin bleibt Okan Celiker als Group CFO verantwortlich.