Schaeffler plant Stellenabbau und Werksschließungen in Deutschland
Schaeffler verschärft seinen Sparkurs: Mit einem neuen Ergebnisverbesserungsprogramm plant der Konzern den Abbau von 3.460 Stellen und die Schließung von vier Standorten in Deutschland. Die aktuellen Geschäftszahlen zeigen den wirtschaftlichen Hintergrund.
Schaeffler plant harte Sparmaßnahmen: 3.460 Jobs sollen wegfallen, vier deutsche Standorte schließen.Schaeffler
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In Kürze:
Schaeffler will bis 2028 europaweit 3.460 Stellen abbauen, davon rund 2.660 in Deutschland. Insgesamt sind 16 Standorte betroffen.
Vier deutsche Standorte sollen geschlossen werden: Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach. Hinzu kommt das belgische Werk Herstal.
Das Ergebnisverbesserungsprogramm soll ab 2030 jährlich rund 300 Mio. EUR einsparen. Der einmalige Restrukturierungsaufwand beträgt rund 480 Mio. EUR.
Nach neun Monaten 2026 meldet Schaeffler einen Umsatz von 17,5 Mrd. EUR und eine verbesserte operative Marge. Besonders das Automobilgeschäft bleibt unter Druck.
Der Automobilzulieferer Schaeffler reagiert mit einem weiteren umfangreichen Ergebnisverbesserungsprogramm auf die anhaltende Krise der europäischen Automobilindustrie. Wie der Konzern mitteilte, sollen europaweit netto 3.460 Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig plant das Unternehmen die Schließung von fünf Standorten, darunter vier in Deutschland.
Die Maßnahmen folgen auf die bereits abgeschlossenen Strukturprogramme aus dem Jahr 2024 und zusätzlich vereinbarte 1.800 Altersteilzeitverträge. Ziel des neuen Programms ist es, Überkapazitäten abzubauen, Entwicklungskapazitäten anzupassen, Personalkosten zu reduzieren und die Organisation zu verschlanken.
Die Ankündigung erfolgt parallel zur Veröffentlichung der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2026. Diese zeigen zwar eine verbesserte operative Profitabilität, allerdings auch deutliche Belastungen im Automobilgeschäft.
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Wie viele Stellen will Schaeffler abbauen?
Von den geplanten 3.460 Stellenstreichungen entfallen rund 2.660 auf Deutschland. Weitere 800 Arbeitsplätze sollen im übrigen Europa wegfallen. Insgesamt sind 16 europäische Standorte von den Restrukturierungsmaßnahmen betroffen.
Der Stellenabbau konzentriert sich auf drei Bereiche: Rund 50 % betreffen die Produktion, weitere 30 % Forschung und Entwicklung. Die verbleibenden 20 % entfallen auf andere Unternehmensfunktionen.
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Für die deutsche Belegschaft bedeutet das einen erheblichen Einschnitt. Zum 30. September 2026 beschäftigte Schaeffler in Deutschland 31.957 Stammmitarbeiter. Der geplante Abbau von 2.660 Stellen entspricht nach Unternehmensangaben rund 9 % der vorhandenen Stellen in der deutschen Stammbelegschaft bis 2028.
Werden die bereits laufenden Maßnahmen aus früheren Restrukturierungsprogrammen sowie die 1.800 vereinbarten Altersteilzeitverträge berücksichtigt, erhöht sich der Anteil auf rund 18 %.
Die strukturellen Anpassungen sollen überwiegend in den Jahren 2027 und 2028 umgesetzt werden.
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Welche Schaeffler-Werke sollen geschlossen werden?
Besonders weitreichend sind die geplanten Standortschließungen in Deutschland. Vier Standorte sollen perspektivisch aufgegeben werden.
Das Werk Dortmund mit derzeit 430 Beschäftigten und der Standort Morbach mit 160 Mitarbeitenden gehören zur Sparte Powertrain & Chassis. Beide produzieren Komponenten für Verbrennungsmotoren und sind damit unmittelbar von den Veränderungen im Automobilmarkt betroffen.
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Auch am Standort Berlin mit aktuell etwa 270 Beschäftigten sollen die Aktivitäten eingestellt werden.
Darüber hinaus plant Schaeffler, den Standort Schwalbach aufzugeben.Ein Großteil der rund 385 Beschäftigten soll an den Schaeffler-Standort Frankfurt wechseln. Insgesamt sind rund 190 Stellen vom Abbau betroffen.
Weitere Veränderungen betreffen den Werkzeugbau am Standort Höchstadt, dessen Aktivitäten eingestellt werden sollen. Im Sondermaschinenbau sind Anpassungen in Erlangen und Schweinfurt vorgesehen.
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Zusätzliche Kapazitäts- und Strukturanpassungen plant Schaeffler unter anderem in Herzogenaurach, Bühl, Höchstadt, Nürnberg und Regensburg.
Auch außerhalb Deutschlands wird das Produktionsnetzwerk verändert. In Frankreich sollen die Produktions- und Entwicklungskapazitäten an den Standorten Haguenau und Toulouse angepasst werden. Vergleichbare Maßnahmen sind an den slowakischen Standorten Skalica und Kysuce vorgesehen.
Der belgische Produktionsstandort Herstal mit rund 15 Beschäftigten soll vollständig geschlossen werden.
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Konkrete Informationen zu den einzelnen Maßnahmen will das Unternehmen im Rahmen lokaler Mitarbeiterversammlungen vorstellen.
Schaeffler setzt auf Gehaltsverzicht und weniger Hierarchieebenen
Neben dem Stellenabbau sieht das Ergebnisverbesserungsprogramm einen sogenannten Solidaritätsbeitrag vor. Dieser soll einen zeitlich befristeten, freiwilligen Gehaltsverzicht umfassen, der beim Vorstand beginnt und sich über sämtliche Hierarchieebenen erstreckt. Die Details müssen noch mit den zuständigen Gremien abgestimmt werden. Mit diesem Instrument will Schaeffler die Personalkosten pro Kopf senken und gleichzeitig den Umfang des notwendigen Stellenabbaus sowie die damit verbundenen Restrukturierungskosten begrenzen. Der Solidaritätsbeitrag soll bereits 2027 und 2028 zu einer direkten Entlastung der Gewinn- und Verlustrechnung führen. Ohne diese Maßnahme wäre der geplante Stellenabbau nach Unternehmensangaben noch umfangreicher ausgefallen.
Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender der Schaeffler Group. -Schaeffler
Darüber hinaus will Schaeffler die Zahl der Führungsebenen reduzieren und größere Führungsspannen schaffen. Der Konzern sieht in der hohen organisatorischen Komplexität und den vergleichsweise hohen Personalkosten in Deutschland wesentliche Ansatzpunkte für strukturelle Verbesserungen. Vorstandschef Klaus Rosenfeld erklärt: „Mit dem heute bekanntgegebenen Ergebnisverbesserungsprogramm wollen wir zeigen, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen möglich und sinnvoll ist, in Deutschland und Europa langfristig wettbewerbsfähig und kosteneffizient zu entwickeln und zu produzieren. Das setzt voraus, dass wir Standorte konsolidieren, Technologiekompetenzen in ausgewählten regionalen Clustern bündeln und die Personalkosten pro Kopf optimieren. Gleichzeitig wollen wir die Organisation weiter verschlanken und Hierarchieebenen reduzieren. Das wichtigste Element des Programms – auch im Vergleich zu vorangegangenen Programmen – ist der Solidaritätsbeitrag, der unter anderem einen temporären Gehaltsverzicht über alle Hierarchieebenen hinweg umfassen soll.“
Wie viel will Schaeffler durch den Stellenabbau sparen?
Mit dem neuen Programm will Schaeffler bis 2030 jährliche Ergebnisverbesserungseffekte von rund 300 Mio. EUR erzielen.. Dem stehen einmalige Restrukturierungskosten von voraussichtlich 480 Mio. EUR gegenüber. Der überwiegende Teil dieses Aufwands soll bereits im Geschäftsjahr 2026 als Restrukturierungsrückstellung erfasst werden. Das Programm konzentriert sich vor allem auf das Automobilerstausrüstungsgeschäft, das sich über mehrere Sparten des Konzerns erstreckt.
Schaeffler begründet die Maßnahmen mit der rückläufigen Marktentwicklung, dem zunehmenden Wettbewerbsdruck und der schwächeren Nachfrage nach Verbrennerfahrzeugen. Gleichzeitig belastet ein verzögerter Hochlauf der Elektromobilität das Automobilgeschäft. Die Umsetzung soll möglichst sozialverträglich erfolgen. Grundlage dafür ist die 2018 abgeschlossene Zukunftsvereinbarung mit den Arbeitnehmervertretungen. Personalvorständin Dr. Astrid Fontaine betont: „Als Familienunternehmen ist es uns besonders wichtig, dass wir die notwendigen Maßnahmen im engen Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen sozialverträglich umsetzen. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder gemeinsam gute Lösungen gefunden, daran wollen wir anknüpfen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laden wir ein, sich konstruktiv einzubringen und den notwendigen Wandel aktiv zu begleiten.“
Die geplanten Sparmaßnahmen bei Schaeffler im Überblick
Stellenabbau: Europaweit sollen netto 3.460 Stellen wegfallen, davon rund 2.660 in Deutschland. Betroffen sind 16 Standorte.
Werksschließungen: Vier Standorte in Deutschland (Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach) sowie das belgische Werk Herstal sollen geschlossen werden.
Kapazitätsanpassungen: Abbau von Überkapazitäten in der Produktion (50 % des Stellenabbaus), Forschung und Entwicklung (30 %) sowie weiteren Funktionsbereichen (20 %).
Weitere Standortmaßnahmen: Einstellung des Werkzeugbaus in Höchstadt sowie Anpassungen im Sondermaschinenbau und an weiteren europäischen Standorten.
Personalkosten: Geplanter freiwilliger, zeitlich befristeter Gehaltsverzicht vom Vorstand über alle Hierarchieebenen hinweg.
Organisationsstruktur: Abbau von Führungsebenen, Vergrößerung der Führungsspannen und Bündelung von Technologiekompetenzen in regionalen Clustern.
Zeitplan: Die strukturellen Maßnahmen sollen überwiegend 2027 und 2028 umgesetzt werden.
Finanzielle Auswirkungen: Jährliche Ergebnisverbesserungseffekte von rund 300 Mio. EUR bis 2030 bei einem einmaligen Restrukturierungsaufwand von rund 480 Mio. EUR.
Die zeitgleich veröffentlichten Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2026 verdeutlichen die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb des Konzerns. Schaeffler erzielte von Januar bis September einen Umsatz von 17,481 Mrd. EUR nach 17,672 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Währungsbereinigt entspricht dies einem Rückgang um 0,4 %. Das EBIT vor Sondereffekten verbesserte sich dagegen um 6,5 % auf 794 Mio. EUR. Die entsprechende EBIT-Marge stieg von 4,2 auf 4,5 %.
Das den Anteilseignern zurechenbare Konzernergebnis erreichte 11 Mio. EUR. Im Vorjahreszeitraum hatte Schaeffler noch einen Verlust von 244 Mio. EUR ausgewiesen. Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten lag nach neun Monaten bei minus 40 Mio. EUR gegenüber plus 47 Mio. EUR im Vorjahr. Im dritten Quartal verbesserte er sich auf 260 Mio. EUR nach 175 Mio. EUR im entsprechenden Vorjahresquartal. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 625 Mio. EUR nach 699 Mio. EUR im Vorjahr. Finanzvorstand Christophe Hannequin erklärt: „Alle vier Sparten haben sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 in einem herausfordernden Umfeld erfolgreich behauptet. Mit einem konsequenten Fokus auf die operative Performance sowie strukturellen Verbesserungen unserer Kostenstruktur ist es uns gelungen, die Profitabilität trotz leicht reduzierter Umsätze zu verbessern. Neben den zweistelligen EBIT-Margen bei Powertrain & Chassis und Vehicle Lifetime Solutions konnten die Verluste der Sparte E-Mobility reduziert und die Profitabilität der Sparte Bearings & Industrial Solutions erneut gesteigert werden. Dies bildet die Eckpfeiler unserer Ergebnisverbesserung im Jahr 2026. Wie bereits angekündigt, haben wir unseren Free Cash Flow im Jahresverlauf kontinuierlich gesteigert. Die gute Ergebnisqualität, eine weiterhin disziplinierte Investitionspolitik und ein gezieltes Working-Capital-Management trotz eines herausfordernden Lieferkettenumfelds sind die wesentlichen Voraussetzungen für diese Entwicklung.“
Schaeffler: Die 9M-Geschäftszahlen 2026 im Überblick
Umsatz: 17,48 Mrd. EUR in den ersten neun Monaten 2026, währungsbereinigt ein Rückgang um 0,4 % gegenüber dem Vorjahr.
Operatives Ergebnis: EBIT vor Sondereffekten steigt um 6,5 % auf 794 Mio. EUR (Vorjahr: 746 Mio. EUR).
EBIT-Marge: Verbesserung von 4,2 auf 4,5 % vor Sondereffekten.
Konzernergebnis: 11 Mio. EUR nach einem Verlust von 244 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.
Free Cash Flow: Minus 40 Mio. EUR nach neun Monaten (Vorjahr: plus 47 Mio. EUR). Im dritten Quartal steigt er auf 260 Mio. EUR.
E-Mobility: Umsatz steigt währungsbereinigt um 4,6 % auf 3,87 Mrd. EUR. Operativer Verlust von 571 Mio. EUR; zusätzliche Sonderbelastungen von rund 240 Mio. EUR beschlossen.
Powertrain & Chassis: Umsatz sinkt währungsbereinigt um 4,6 % auf 6,30 Mrd. EUR. EBIT-Marge vor Sondereffekten fällt auf 10,8 %.
Vehicle Lifetime Solutions: Umsatz von 2,42 Mrd. EUR, EBIT-Marge vor Sondereffekten steigt auf 15,1 %.
Bearings & Industrial Solutions: Umsatz von 4,80 Mrd. EUR, EBIT-Marge vor Sondereffekten verbessert sich auf 8,9 %.
Beschäftigte: Weltweit 108.004 Mitarbeitende zum 30. September 2026, ein Rückgang um 2.749 seit Jahresende 2025.
Jahresprognose bestätigt: Schaeffler erwartet für 2026 einen Umsatz von 22,5 bis 24,5 Mrd. EUR und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 3,5 bis 5,5 %.
Besonders deutlich werden die Herausforderungen in den Sparten E-Mobility sowie Powertrain & Chassis. E-Mobility steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten währungsbereinigt um 4,6 % auf 3,871 Mrd. EUR. Das EBIT vor Sondereffekten blieb mit minus 571 Mio. EUR jedoch deutlich negativ. Die operative Marge verbesserte sich von minus 17,8 auf minus 14,8 %. Belastend wirkten insbesondere rückläufige Projektvolumina europäischer Automobilhersteller in China.
Schaeffler hatte deshalb bereits im dritten Quartal Maßnahmen beschlossen, die zu Wertminderungen und Rückstellungen von insgesamt rund 240 Mio. EUR führen. Davon wurden 220 Mio. EUR im dritten Quartal als Sondereffekte erfasst. Die Belastungen betreffen vor allem Produktionsanlagen, die aufgrund rückläufiger Projekte nicht mehr benötigt werden. Hinzu kommen Portfoliobereinigungen.
In der Sparte Powertrain & Chassis sank der Umsatz währungsbereinigt um 4,6 % auf 6,302 Mrd. EUR. Das EBIT vor Sondereffekten ging von 767 auf 682 Mio. EUR zurück. Die operative Marge verringerte sich von 11,5 auf 10,8 %. Ursachen waren insbesondere die strategische Bereinigung des Produktportfolios sowie die schwächere Nachfrage im Bereich der Verbrennertechnologie.
Stabilisierend wirkten dagegen die übrigen Geschäftsfelder. Vehicle Lifetime Solutions erzielte einen Umsatz von 2,424 Mrd. EUR und verbesserte die EBIT-Marge vor Sondereffekten auf 15,1 %. Bearings & Industrial Solutions erreichte einen Umsatz von 4,795 Mrd. EUR. Die operative Marge stieg deutlich von 7,8 auf 8,9 %. Dazu trug insbesondere eine verbesserte operative Leistung in den Produktionswerken bei.
Humanoide Robotik und Verteidigung als neue Wachstumsfelder
Parallel zum Stellenabbau hält Schaeffler an seiner Strategie fest, sich zu einer breit aufgestellten Motion Technology Company weiterzuentwickeln. Der Konzern will rückläufige Aktivitäten im Automobilgeschäft möglichst durch neue Geschäftsfelder ersetzen. Dazu gehören insbesondere humanoide Robotik und Verteidigung. Nach Unternehmensangaben soll zumindest ein Teil des Stellenabbaus durch den Aufbau von Arbeitsplätzen in neuen Wachstumsfeldern kompensiert werden.
Produktionsvorstand Dr. Jochen Schröder sieht dafür technologische Anknüpfungspunkte: „Neben unserem Fokus auf der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts bieten sich der Schaeffler Gruppe vielversprechende Wachstumschancen in Zukunftsfeldern, vor allem in den Bereichen Humanoide Robotik und Verteidigung. Hierbei können wir auf technologisches Knowhow zurückgreifen, das wir im Kerngeschäft entwickelt haben.“
Auch Vorstandschef Rosenfeld betont die Bedeutung der Diversifikation: „Ausgehend von unserem strategischen Ziel, die führende Motion Technology Company zu werden, sehen wir die breite sektorübergreifende Diversifikation der Schaeffler Gruppe als wichtige Chance. Wir werden alles daransetzen, neue Wachstumsfelder zu erschließen und so weit wie möglich rückläufige Aktivitäten durch neues Geschäft zu ersetzen.“
Nach Unternehmensangaben konnten im Bereich der humanoiden Robotik bereits neue Kunden gewonnen und das Auftragsbuch ausgebaut werden.
Schaeffler bestätigt Prognose für 2026
Trotz der angekündigten Restrukturierung und des schwierigen Marktumfelds hält Schaeffler an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2026 fest. Der Konzern erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 22,5 und 24,5 Mrd. EUR. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten soll zwischen 3,5 und 5,5 % liegen. Für den Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten rechnet Schaeffler mit 100 bis 300 Mio. EUR. Auch die Mittelfristziele für 2028 bleiben bestehen.
Mit Material von Schaeffler
Was Sie zum Thema Schaeffler Stellenabbau wissen müssen
Wie viele Arbeitsplätze betrifft der Schaeffler Stellenabbau? – Insgesamt sollen netto 3.460 Stellen in Europa wegfallen, davon rund 2.660 in Deutschland und 800 im übrigen Europa. Die Umsetzung ist überwiegend für 2027 und 2028 vorgesehen.
Welche Werksschließungen sind beim Schaeffler Stellenabbau geplant? – Schaeffler plant die Schließung der deutschen Standorte Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach sowie des belgischen Produktionsstandorts Herstal.
Warum ist der Schaeffler Stellenabbau notwendig? – Das Unternehmen nennt die schwache Nachfrage nach Verbrennerfahrzeugen, den verzögerten Hochlauf der Elektromobilität, steigenden Wettbewerbsdruck sowie hohe Personal- und Organisationskosten.
Welche Einsparungen soll der Schaeffler Stellenabbau bringen? – Das Ergebnisverbesserungsprogramm soll ab 2030 jährlich rund 300 Mio. EUR einsparen. Die einmaligen Restrukturierungskosten werden auf rund 480 Mio. EUR geschätzt.
Welche Rolle spielt der Gehaltsverzicht beim Schaeffler Stellenabbau? – Ein freiwilliger, zeitlich befristeter Gehaltsverzicht über alle Hierarchieebenen hinweg soll die Personalkosten reduzieren und den Umfang des Stellenabbaus begrenzen. Die Details müssen noch abgestimmt werden.