Stellenabbau bei BMW: Weltweit fallen 8.000 Jobs weg
Der Stellenabbau bei BMW nimmt konkrete Formen an: Weltweit sollen rund 8.000 Arbeitsplätze entfallen. In Deutschland ist ein freiwilliges Abfindungsprogramm für Beschäftigte außerhalb der Produktion geplant.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Bei BMW sollen weltweit 8.000 Jobs entfallen, ein großer Teil davon voraussichtlich in Deutschland.nmann77 - stock.adobe.com
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Summary: BMW will weltweit rund 8.000 Stellen abbauen, davon voraussichtlich mehr als die Hälfte in Deutschland. Das freiwillige Abfindungsprogramm soll von Oktober 2026 bis Ende 2027 laufen und Beschäftigten außerhalb der direkten Produktion offenstehen. Hintergrund sind zusätzliche Struktur- und Effizienzmaßnahmen, wirtschaftlicher Druck sowie sinkende Entwicklungskosten nach der Neuen Klasse.
BMW plant als letzter großer deutscher Automobilhersteller ein umfangreiches Stellenabbauprogramm. Weltweit sollen rund 8.000 Arbeitsplätze wegfallen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen erfuhr. Der Abbau soll über natürliche Fluktuation sowie ein freiwilliges Abfindungsprogramm in Deutschland erfolgen. BMW äußerte sich zunächst nicht zu den Plänen.
Das Abfindungsprogramm soll im Oktober 2026 beginnen und bis Ende 2027 laufen. Es richtet sich an alle Beschäftigten in Deutschland, die nicht in der direkten Produktion tätig sind. Eine gezielte Auswahl einzelner Bereiche ist dem Vernehmen nach nicht vorgesehen. Damit steht das Angebot mehreren zehntausend Mitarbeitern offen.
Mehr als die Hälfte der weltweit knapp 154.000 BMW-Beschäftigten arbeitet in Deutschland. Zum Ende des ersten Halbjahres waren es gut 84.000. Da das Abfindungsprogramm ausschließlich hier aufgelegt werden soll, dürfte auch mehr als die Hälfte der wegfallenden Stellen auf Deutschland entfallen.
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Sechs Wochen Gespräche zwischen BMW und Betriebsrat
Über einen möglichen BMW Stellenabbau wird seit Mitte Juni spekuliert. Zu diesem Zeitpunkt hatte Milan Nedeljkovic, der erst einen Monat zuvor vom Produktionsvorstand an die Konzernspitze gewechselt war, eine deutliche Gewinnwarnung bekannt geben müssen.
BMW erklärte damals, der Konzern werde «die laufenden Kostensenkungen durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen intensivieren und beschleunigen».
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Der Gesamtbetriebsrat forderte daraufhin «unverzügliche und verbindliche» Gespräche. Diese Verhandlungen sind offenbar innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen worden. Nach außen verliefen sie, wie bei BMW häufig üblich, weitgehend geräuschlos. Bei der Bekanntgabe des Personalstrukturprogramms sollen dem Vernehmen nach sowohl Konzernchef Nedeljkovic als auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Martin Kimmich sprechen.
Was der Stellenabbau bei BMW kosten könnte
Wie hoch die finanziellen Belastungen durch den Personalabbau ausfallen, ist noch offen. Nach früheren Aussagen sollen die entsprechenden Aufwendungen erst im zweiten Halbjahr wirksam werden.
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Finanzvorstand Walter Mertl hatte in einem Kapitalmarkt-Call im Juni Einmalbelastungen von rund 1 Mrd. EUR im Zusammenhang mit der Restrukturierung angekündigt. Unklar blieb, ob diese Summe vollständig für den Stellenabbau vorgesehen ist. Auch zur Höhe der erwarteten Einsparungen lagen zunächst keine Angaben vor.
Mit dem Programm folgt BMW den anderen großen deutschen Automobilherstellern. Volkswagen, Mercedes-Benz, Audi und Porsche hatten bereits im vergangenen Jahr Stellenstreichungen angekündigt, teilweise in deutlich größerem Umfang. Im Volkswagen-Konzern wird bereits über eine zweite Abbaurunde verhandelt. Porsche kündigte zuletzt den Wegfall weiterer 5.000 Arbeitsplätze an. Auch große Automobilzulieferer reduzieren ihre Belegschaften.
Die deutsche Automobilindustrie steht unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Belastend wirken der Einbruch des chinesischen Marktes sowie der dort zunehmende Preis- und Wettbewerbsdruck. Hinzu kommen die US-Zölle, die stärkere chinesische Konkurrenz auf den internationalen Märkten und die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten auf die weltweite Konjunktur.
Auch BMW kann sich diesen Entwicklungen nicht entziehen, obwohl der Münchner Konzern bislang häufig weniger stark betroffen war als deutsche Wettbewerber.
Aus Unternehmenskreisen wird zudem ein Zusammenhang mit der Entwicklung der Neuen Klasse hergestellt. BMW hatte dafür umfangreiche Mittel eingesetzt, um einen technologischen Sprung zu erreichen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen erklärt, dass die Entwicklungskosten anschließend wieder sinken sollten. Dies umfasst offenbar auch den Personalbedarf.
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Warum die BMW-Belegschaft bereits schrumpft
Der Rückgang der Beschäftigtenzahl hatte bereits vor dem geplanten Abfindungsprogramm begonnen. Zwischen Mitte 2025 und Mitte 2026 sank die Belegschaft um rund 2.000 Mitarbeiter. Auch die Jahresprognose für 2026 sah bereits einen leichten Rückgang vor.
Ein Stellenabbau dieser Größenordnung ist für BMW nicht beispiellos. Anfang 2008 kündigte der damalige Konzernchef Norbert Reithofer ein ähnlich umfangreiches Programm an. Bis Ende 2010 sank die Zahl der Beschäftigten um mehr als 10.000 auf damals rund 95.000. In den folgenden Jahren baute BMW die Belegschaft jedoch wieder deutlich aus.
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Ob eine vergleichbare Entwicklung erneut möglich ist, erscheint angesichts der aktuellen Prognosen für die deutsche Automobilindustrie fraglich.
Halbjahreszahlen sollen finanzielle Lage zeigen
Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Situation will BMW am Donnerstag mit der Vorlage seiner Halbjahreszahlen veröffentlichen. Es sind die ersten Geschäftszahlen, an denen Nedeljkovic zumindest teilweise als Konzernchef beteiligt war.
Die Gewinnwarnung aus dem Juni, rückläufige Absatzzahlen und die bereits veröffentlichten Ergebnisse deutscher Wettbewerber lassen nach der vorliegenden Meldung wenig Raum für positive Erwartungen.
Mit Material von dpa.
𝗙𝗔𝗤 𝘇𝘂𝗺 𝗕𝗠𝗪 𝗦𝘁𝗲𝗹𝗹𝗲𝗻𝗮𝗯𝗯𝗮𝘂
• Wie viele Arbeitsplätze betrifft der BMW Stellenabbau? – Weltweit sollen rund 8.000 Stellen entfallen.
• Wann beginnt der BMW Stellenabbau in Deutschland? – Das freiwillige Abfindungsprogramm soll von Oktober 2026 bis Ende 2027 laufen.
• Welche Beschäftigten betrifft der BMW Stellenabbau? – Das Abfindungsprogramm richtet sich an Mitarbeiter in Deutschland außerhalb der direkten Produktion.
• Wie soll der BMW Stellenabbau umgesetzt werden? – Der Abbau soll durch natürliche Fluktuation und freiwillige Abfindungen erfolgen.
• Warum plant BMW Stellenabbau? – Genannt werden zusätzliche Struktur- und Effizienzmaßnahmen, wirtschaftlicher Druck sowie sinkende Entwicklungskosten nach der Neuen Klasse.