Spatenstich des neuen Prduktionsgebäudes von Ziehl-Abegg in Kupferzell.

Das Produktionsgebäude in Kupferzell wird erweitert. - Bild: Ziehl-Abegg/Ufuk Arslan

| von Anja Ringel

Der Bau kann beginnen: In Kupferzell soll die Produktionsstätte von Ziehl-Abegg erweitert werden. „Das Neubauprojekt ist ein klares Bekenntnis zum Produktions- und Innovationsstandort Baden-Württemberg. Unser Land braucht Unternehmen wie die Ziehl-Abegg SE, die gerade in schwierigen Zeiten eine Führungsrolle in unserer Wirtschaft einnehmen“ sagte Baden-Württemnergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut beim Spatenstich.

Das Hohenloher Industrieunternehmen ist derzeit auch global von der Coronakrise betroffen: Die Umsätze liegen leicht unter Vorjahr. „Ein branchenweit überdurchschnittliches Umsatzplus von 8,6 Prozent im Jahr 2019 ist allerdings eine solide Basis“, erklärt Unternehmens-Chef Peter Fenkl. Im laufenden Jahr kommt Ziehl-Abegg nach eigener Aussage die große Bandbreite an Anwendung zugute, in denen Produkte des Unternehmens zu finden sind. Besonders der Geschäftsbereich Antriebstechnik mit Elektromotoren für Aufzüge erlebt im laufenden Jahr beim Auftragseingang ein Allzeithoch nach dem anderen.

Im neuen Gebäude wird weitere Produktionsfläche von rund 8.400 Quadratmetern für den Bau der modernsten Generation energieeffizienter Elektromotoren geschaffen. „Der langlebige und effiziente Elektromotor ist seit mehr als 100 Jahren unsere Kernkompetenz“, erklärte Fenkl. Gleichzeitig ist Ziehl-Abegg Technologieführer beim bionischen Design von Ventilatoren. Da viele aerodynamisch ideale Geometrien in Stahl oder Aluminium allerdings nicht umsetzbar sind, wird der Kunststoffbereich ausgebaut. „Wir benötigen unbedingt mehr Raum für weitere Kunststoffspritzmaschinen“, so Fenkl.

Lieferwege werden genauer betrachtet

Insgesamt baut Ziehl-Abegg weltweit Fertigungen aus oder optimiert bestehende Anlagen: sowohl in Schöntal-Bieringen, wo der Aluminiumguss angesiedelt ist, als auch an den Standorten in Amerika und Asien. „Gerade Corona hat gezeigt, dass wir und unsere Kunden lange Lieferwege genau betrachten müssen“, sagt der Vorstands-Chef.

„Die Ziehl-Abegg SE steht für das, was unsere Wirtschaft in Baden-Württemberg besonders auszeichnet: Regional verwurzelt, aber global aktiv. Mit dieser Investition baut das Unternehmen die Resilienz seiner Lieferketten und die hohe Wertschöpfungstiefe hier am Standort weiter aus“, sagte Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, die Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg, und Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl schauen sich Bauteile des Unternehmens an.
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, die Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg, und Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl bei einer Besichtigung. - Bild: Ziehl-Abegg/Ufuk Arslan

Der Hohenloher Elektromotoren und Ventilatorenhersteller steht traditionell für eine hohe Fertigungstiefe. „Diese Stärke werden wir weiter fortführen und gleichzeitig das Digitalgeschäft forcieren“, so Fenkl. Die Motoren und Ventilatoren von Ziehl-Abegg sind seit Jahren Industrie-4.0-fähig, also via Ethernet oder Bluetooth in Netzwerke einbind- und steuerbar.

Darum investiert Ziehl-Abegg bewusst antizyklisch

Diesen Trend der Vernetzung treibt Ziehl-Abegg mit einer eigenen Cloud-Lösung voran. „Wir haben uns dazu einen sehr erfahrenen und innovativen Partner gesucht“, erklärte Fenkl die Partnerschaft mit der Telekom. „Die Kundenreaktionen zeigen, dass wir damit den Nerv der Zeit getroffen haben.“

„In der weltweiten Wirtschaftskrise 2008 sind wir 17 Prozent im Umsatz gesunken und haben im Folgejahr um mehr als 20 Prozent zugelegt – das ging nur, weil wir sehr gute Produkte und motivierte wie qualifizierte Mitarbeiter haben“, so Firmenchef Fenkl. Vor diesem Hintergrund investiere Ziehl-Abegg jetzt bewusst antizyklisch. „Wenn Corona und die daraus resultierende Wirtschaftskrise vorbei ist, können wir wieder voll durchstarten!“ Der Neubau bietet die Möglichkeit, die derzeitige Beschäftigtenzahl bei Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe von gut 800 auf über 1.000 zu erhöhen.

Quelle: Ziehl-Abegg

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