Die Intralogistik-Automatisierung gewinnt in dynamischen Logistikzentren zunehmend an Bedeutung. Koch International setzt gemeinsam mit Still auf skalierbare Lösungen für effiziente Warenströme.
Die Automatisierung von Transportprozessen ist in vielerlei Hinsicht der Schlüssel zu einer wirtschaftlich erfolgreichen Intralogistik.Gerd Knehr
Anzeige
Summary:
Koch International automatisiert am Standort Bramsche-Engter zentrale
Lagerbereiche gemeinsam mit Still. AGVs, Hochregaltechnik und ein Leitsystem
steigern Durchsatz und Flexibilität. Ziel ist eine höhere Produktivität bei
wachsendem Fachkräftemangel.
Was treibt die Intralogistik-Automatisierung bei Koch an?
Der Fachkräftemangel sowie steigende Anforderungen an
Flexibilität und Verfügbarkeit treiben die Intralogistik-Automatisierung voran.
Wie aus der Mitteilung hervorgeht, beauftragte Koch International Still
zunächst mit der Installation einer Hochregalanlage für 36.000 Paletten
inklusive Flurförderzeugen. In einem weiteren Schritt wurde der Bereich für
schnelldrehende Waren automatisiert. Das Logistikzentrum in Bramsche-Engter ist Teil eines
umfassenden Konzepts: automatisierte, teilautomatisierte und manuelle
Lagerbereiche greifen ineinander. Ziel ist eine optimale Flächennutzung bei
gleichzeitig hoher Umschlagleistung und Transparenz der Bestände.
Anzeige
Automatisierung für Schnelldreher im Fokus
Für A-Ware wurde ein automatisierter Bereich mit 18.900
Palettenstellplätzen eingerichtet. Fünf EXV iGo Hochhubwagen transportieren
Paletten im Doppelspiel vom Wareneingang ins Hochregallager, wo drei MX-X iGo
Schmalgangstapler übernehmen. Patrick Leue, Head of Contract Logistics bei Koch
International, erklärt: „Still hat uns von der Planung bis zur Inbetriebnahme
der gesamten Intralogistik immer zuverlässig und engagiert unterstützt. Mit der
partnerschaftlichen Zusammenarbeit und großen Erfahrung konnten wir gemeinsam
mit Still die automatisierte Lagerhaltung bereits nach einem Jahr in Betrieb
nehmen.“ Die Anlage ist auf hohe Dynamik ausgelegt. Christian
Riebesehl, Still Projektleiter, beschreibt: „In der Regellaufzeit werden etwa
24 Lkw täglich be- und entladen. Aufgrund der hohen Dynamik im Warenumschlag
haben wir unsere Intralogistiklösungen auf einen maximalen Durchsatz von etwa
38 Paletten pro Stunde im Doppelspiel ausgelegt.“
Anzeige
Sie wollen mehr über die Veranstaltung Digitale Fabrik wissen? Klicken Sie hier!
Wie funktioniert das Steuerungskonzept?
Drängender denn je stehen Digitalisierung, Flexibilisierung, Verfügbarkeit und smarte Lagersteuerungen auch bei Koch International auf der Agenda.Gerd Knehr
Zentraler Bestandteil der Intralogistik-Automatisierung
ist ein integriertes Leitsystem. Die AGVs transportieren Paletten zunächst zu
Konturenkontrollstationen, um Maße und Gewicht zu erfassen. Daraus ergibt sich
ein kombinierter Umschlag von 15 Paletten im Wareneingang und 23 Paletten im
Versand pro Stunde.
Still entwickelte das System von einem reinen
„Taxisystem“ weiter zu einer integrierten Steuerungslösung. „Um Koch bei den
Fahraufträgen zu entlasten, haben wir den gesamten Datenverkehr für die
Transporte in einem Black-Box-Algorithmus zusammengefasst“, erläutert
Riebesehl. Das System übernimmt die komplette Koordination der Transporte. Patrick Leue ergänzt: „Durch die hohe Prozesssicherheit
bei den automatisierten Transporten werden insbesondere auch Schäden an unseren
Warengütern auf ein Minimum reduziert.“
Flexible Lagerstruktur für unterschiedliche Waren
Anzeige
Neben dem automatisierten Bereich existieren weitere
Lagerzonen. Ein teilautomatisierter Bereich mit 9.800 Stellplätzen wird mit
MX-X Schmalgangstaplern betrieben. Hier unterstützt das Assistenzsystem iGo
pilot navigation die Fahrer bei der optimalen Anfahrt. Für sperrige und schwere Güter steht ein manuelles
Breitganglager mit 7.400 Stellplätzen zur Verfügung. Dort kommen FM-X
Schubmaststapler zum Einsatz. Das gesamte Lager ist auf Spitzenlasten ausgelegt.
„Automatisiert können wir davon 800 Paletten bewegen. Das entspricht einem
Warenumschlag von bis zu 45 Lkw am Tag“, betont Leue. Gleichzeitig verändert
sich das Warensortiment etwa dreimal jährlich, was flexible Systeme erfordert.
Welche Vorteile bringt die Intralogistik-Automatisierung?
Einfach per Knopfdruck und unabhängig vom Wissensstand des Fahrers ermittelt das Assistenzsystem iGo pilot navigation zielgenau die schnellste Anfahrt zur richtigen Palette.Gerd Knehr
Die Automatisierung erhöht die Effizienz und Stabilität
der Prozesse deutlich. Die Verfügbarkeit im automatisierten Bereich liegt bei
98 %. Zudem ermöglicht der Verzicht auf fest installierte Fördertechnik eine
flexible Anpassung an Auftragsspitzen. Weitere Optimierungen sind geplant. Das cloudbasierte
Analyse-Tool iGo insights wird aktuell getestet und liefert datenbasierte
Handlungsempfehlungen. „Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Still ist
immer zielorientiert. Alle Ansprechpartner sind motiviert und bringen viel
Herzblut ein. Bei einem automatisierten Betrieb rund um die Uhr werden wir
sicherlich solche Tools benötigen“, so Leue. Die Intralogistik-Automatisierung erweist sich damit als
zentraler Hebel für Produktivität, Skalierbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
FAQ: Intralogistik-Automatisierung
Was ist Intralogistik-Automatisierung? – Die
Intralogistik-Automatisierung umfasst den Einsatz automatisierter Systeme wie
AGVs und Lagertechnik zur Steuerung innerbetrieblicher Materialflüsse.
Warum setzt Koch auf Intralogistik-Automatisierung? –
Gründe sind Fachkräftemangel, steigende Durchsatzanforderungen und der Bedarf
an flexiblen, skalierbaren Prozessen.
Welche Systeme kommen bei der
Intralogistik-Automatisierung zum Einsatz? – Eingesetzt werden automatisierte
Hochhubwagen, Schmalgangstapler, Assistenzsysteme und ein zentrales Leitsystem.
Welche Leistung erreicht die
Intralogistik-Automatisierung? – Das System ist auf bis zu 38 Paletten pro
Stunde im Doppelspiel ausgelegt und ermöglicht bis zu 45 Lkw täglich.
Welche Vorteile bietet Intralogistik-Automatisierung? –
Sie steigert Effizienz, reduziert Schäden, erhöht die Verfügbarkeit und
ermöglicht flexible Anpassungen im Betrieb.