Die Neue Klasse von BMW - für sie wird im Münchner Stammwerk alles umgekrempelt.

Die Neue Klasse von BMW - für sie wird im Münchner Stammwerk alles umgekrempelt. (Bild: BMW)

Es scheppert und staubt: Wo 70 Jahre die renommierten BMW-Motoren gefertigt wurden, beherrschen seit Ende 2023 Abrissbirnen die Szenerie. Aus gutem Grund: Die alten Fertigungshallen waren in die Jahre gekommen. Eine Chance, in Zeiten der Transformation, neue und smarte Impulse zu setzen.

So investiert BMW 650 Millionen Euro in vier moderne Gebäude am Standort München, darunter eine neue Fahrzeugmontage inklusive Logistikflächen und ein neuer Karosseriebau.

Ab 2026 wird dort die Produktion der Neuen Klasse laufen, zunächst parallel zur Fertigung der aktuellen Modelle. Schon gut ein Jahr später wird das Stammwerk der BMW Group ab Ende 2027 als erster bereits bestehender und dann entsprechend transformierter Standort im weltweiten Produktionsnetzwerk ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge fertigen. Damit geht 75 Jahre nach der Einführung des BMW 501 im Jahr 1952 in München die Ära von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu Ende.

Die Produktion von Fahrzeugen der Neuen Klasse wird nach dem Start im neuen Werk in Debrecen in Ungarn sowie in München auch in Shenyang in China und San Luis Potosí in Mexiko erfolgen.

Hohe Innovationskraft am Stammsitz der BMW Group in München

Das BMW Group Werk München, mit über 100 Jahren Geschichte, hat bereits verschiedene Veränderungen durchlebt, von der Umstellung von Flugzeugmotoren auf den Automobilbau bis zur Einführung der Neuen Klasse in den 1960er Jahren.

Um Platz für die Neuerungen zu schaffen, wurde die Motorenfertigung nach Großbritannien und Österreich verlagert. Der Umbau erfolgt im laufenden Produktionsbetrieb, wobei täglich knapp 1.000 Fahrzeuge produziert werden. Dieser umfassende Umbau sichert langfristig den Standort München und ist gleichzeitig eine Investition in den Industriestandort Bayern.

Die Digitalisierung des Werks München erfolgt nach den Grundsätzen der BMW iFACTORY: lean, green, digtal. Die Zukunftsstrategie der iFACTORY setzt dabei auf Digitalisierung in den Bereichen Data Science, Künstliche Intelligenz (KI) und Virtualisierung, um Prozesse zu optimieren und die Mitarbeitenden zu unterstützen.

Zur IAA 1961 präsentierte BMW die Neue Klasse, die als Urvater des heutigen Modell-Portfolios gilt. Der Produktionsstart im Werk München folgte 1962
Zur IAA 1961 präsentierte BMW die Neue Klasse, die als Urvater des heutigen Modell-Portfolios gilt. Der Produktionsstart im Werk München folgte 1962 (Bild: BMW)

Die Neue Klasse von BMW war eine wegweisende Fahrzeugreihe, die in den 1960er Jahren eingeführt wurde und für BMW einen bedeutenden Schritt in der Unternehmensentwicklung darstellte. Die Neue Klasse wurde konzipiert, um das Unternehmen aus einer finanziellen Krise zu führen und legte den Grundstein für den späteren Erfolg von BMW als Premium-Automobilhersteller.

Die Neue Klasse umfasste verschiedene Modelle, darunter den BMW 1500, 1800 und 2000. Diese Fahrzeuge zeichneten sich durch ihre sportliche Leistung, innovative Technologie und eine erfolgreiche Kombination aus Fahrkomfort und Handling aus. Ein Schlüsselelement der Neuen Klasse war der Einsatz der von BMW entwickelten M10-Vierzylinder-Motoren, die eine leistungsstarke und effiziente Antriebsquelle darstellten.

Die Neue Klasse trug maßgeblich dazu bei, das Image von BMW zu verändern und das Unternehmen als Hersteller von Fahrzeugen mit sportlichem Charakter und technischer Raffinesse zu etablieren. Der Erfolg der Neuen Klasse ebnete den Weg für weitere BMW-Modelle und trug dazu bei, die Marke als einen der führenden Anbieter von Premium-Autos zu festigen.

Die aktuelle Neue Klasse wird bei BMW wiederum als wegweisend für eine zukünftige Mobilität betrachtet: Erste Modelle kommen ab 2025 – zunächst in Ungarn, dann in München – auf den Markt.

Sie möchten gerne weiterlesen?