Großaufträge stützen Industrie

BDI-Wachstumsprognose: Industrie erwartet 1 % Plus

Die BDI-Wachstumsprognose für 2026 steigt: Der Industrieverband erwartet für Deutschland nun 1 % BIP-Wachstum. Ein breiter industrieller Aufschwung ist damit aber noch nicht verbunden.

'Die Wachstumsaussichten für Deutschland hellen sich auf', so BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner.
"Die Wachstumsaussichten für Deutschland hellen sich auf", so BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner.

  • Der BDI erhöht seine Wachstumsprognose für Deutschland 2026 von 0,6 auf 1 %.

  • Rückenwind kommt vor allem vom starken Geschäft mit europäischen Partnern.

  • Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben treiben das Wachstum, private Investitionen bleiben schwach.

  • Trotz steigender Auftragseingänge sieht der BDI noch keinen breiten industriellen Aufschwung.

Warum erhöht der BDI seine Wachstumsprognose?

Die deutsche Industrie blickt zuversichtlicher auf die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet 2026 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1 %. Bislang hatte der Verband ein Plus von 0,6 % erwartet.

„Die Wachstumsaussichten für Deutschland hellen sich auf“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner. Vor allem das starke Geschäft mit europäischen Partnern gebe der deutschen Wirtschaft Rückenwind, wie aus der Meldung hervorgeht.

Auch Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Erwartungen für 2026 zuletzt angehoben. Sie zeigten sich dabei optimistischer als der BDI. Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin in einer jahrelangen Schwächephase.

Noch kein breiter industrieller Aufschwung

Die höhere BDI-Wachstumsprognose bedeutet nach Einschätzung des Verbands noch keine umfassende Erholung der Industrie. Gönner erklärte, von einem breiten industriellen Aufschwung könne weiterhin keine Rede sein.

„Staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung treiben das Wachstum, während die privaten Investitionen weiter schwach bleiben.“

Damit verweist der BDI auf eine unterschiedliche Entwicklung der Wachstumstreiber. Während staatliche Ausgaben Impulse setzen, bleiben die privaten Investitionen schwach.

Was bedeuten die steigenden Auftragseingänge?

Auch bei den Auftragseingängen zeichnet sich eine Verbesserung ab. Allerdings wird diese Entwicklung laut BDI wesentlich durch Großaufträge geprägt. Eine breite Belebung lässt sich daraus nach Einschätzung des Verbands noch nicht ableiten.

Gönner verbindet die verbesserten Aussichten deshalb mit einer Forderung an die Bundesregierung: „Umso wichtiger ist, dass die Bundesregierung handelt und die angekündigten Reformen umsetzt: Ohne Strukturreformen, die Wettbewerbsnachteile abbauen und das Wachstumspotenzial dauerhaft stärken, gibt es kein langfristiges Wachstum.“

Warum der BDI Strukturreformen fordert

Für eine längerfristige wirtschaftliche Erholung sieht der Industrieverband damit weiteren Handlungsbedarf. Die angekündigten Reformen sollen nach Auffassung des BDI Wettbewerbsnachteile abbauen und das Wachstumspotenzial Deutschlands dauerhaft stärken.

Die auf 1 % angehobene BDI-Wachstumsprognose signalisiert somit verbesserte wirtschaftliche Aussichten für 2026. Gleichzeitig bleiben schwache private Investitionen und die starke Bedeutung von Großaufträgen Faktoren, die nach Einschätzung des Verbands gegen einen bereits breit angelegten industriellen Aufschwung sprechen.

Mit Material der dpa

Was Sie zum Thema BDI-Wachstumsprognose wissen müssen

• Wie hoch ist die BDI-Wachstumsprognose für 2026? – Der BDI erwartet für Deutschland ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1 %. Zuvor waren 0,6 % prognostiziert worden.

• Warum wurde die BDI-Wachstumsprognose erhöht? – Als wichtigen Faktor nennt der BDI das starke Geschäft der deutschen Wirtschaft mit europäischen Partnern.

• Was bremst laut BDI-Wachstumsprognose die Erholung? – Die privaten Investitionen bleiben schwach, zudem werden steigende Auftragseingänge stark von Großaufträgen geprägt.

• Welche Rolle spielen Staatsausgaben für die BDI-Wachstumsprognose? – Laut BDI treiben staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung das Wachstum.

• Was fordert der BDI im Zusammenhang mit der BDI-Wachstumsprognose? – Der Verband fordert die Umsetzung angekündigter Strukturreformen, um Wettbewerbsnachteile abzubauen und das Wachstumspotenzial dauerhaft zu stärken.