Dürr Lackierroboter Ecopaint Lackierroboter von Dürr kommen bei BMW in China und Ungarn zum Einsatz.

Ecopaint Lackierroboter von Dürr kommen bei BMW in China und Ungarn zum Einsatz. - Bild: Dürr

| von Gabriel Pankow

In Shenyang-Dadong betreibt BMW seit 2016 eine Lackieranlage von Dürr, deren Linienkapazität nun vergrößert wird. Das teilte Dürr in einer Presseerklärung mit. In Shenyang-Tiexi, wo BMW bereits seit 2013 mit Dürr-Technik lackiert, wird Dürr in einer neuen Produktionsstätte eine weitere Lackieranlage bauen.

Zudem plant BMW in Tiexi bereits eine zweite Ausbaustufe und hat die spätere Erweiterung mit Dürr vereinbart. Ebenfalls mit Dürr vereinbart ist der Bau einer Lackieranlage in Europa: Mit Produktionsbeginn im Sommer 2023 wird im ungarischen Debrecen ein neues BMW-Werk entstehen.

Lackieranlagen sollen Ressourcen schonen

Die Applikation im integrierten Lackierprozess (IPP) von BMW übernehmen in allen drei Anlagen Dürr-Lackierroboter mit Hochrotationszerstäubern des Typs EcoBell3. Insgesamt werden in den drei Werken zukünftig 165 Lackierroboter und 90 Sealingroboter von Dürr die BMW-Modelle lackieren und abdichten.

Durchgängige Versorgungssysteme für die eingesetzten Lacke und Dickstoffe sowie ein Farbmischraum sichern laut Dürr eine effiziente Farbversorgung bei der Standard-Farbpalette. Für die Versorgung mit Sonderfarben installiert Dürr das System EcoSupply P. Molchsysteme befördern dabei die Sonderfarben in Schläuchen zur Lackierkabine – und zwar nahezu ohne Verlust. Die auf einander abgestimmte Applikationstechnik minimiere den Lack- und Spülmittelverbrauch und sorge für schnelle Farbwechsel.

Wie die umweltschonende Technik funktioniert 

Bei der Lackabscheidung punkten die Dürr-Produkte EcoDryScrubber in China und EcoDry X in Ungarn mit ihren umweltfreundlichen Eigenschaften. EcoDryScrubber basiert auf einer Lackabscheidung mit Steinmehl, EcoDry X nutzt Filterboxen aus Karton als Trennmittel.

Die Dürr-Technik verzichtet damit auf umweltbelastende Verfahren, die mit einem Wasser-Chemikalien-Gemisch arbeiten. Durch bis zu 95 Prozent Umluftanteil ermöglichen die Abscheideverfahren von Dürr zudem einen um 60 Prozent geringeren Energieverbrauch in der Lackierkabine.

Video: Wie das Ecopaint WetSystem von Dürr funktioniert

Lackieranlagen mit geringem Energiebedarf

Der Trockner EcoInCure, der im neuen Werk in Tiexi sowie in Debrecen im Decklackbereich eingesetzt wird, trägt zusätzlich zur Energieeffizienz der Anlage bei. Die Abluft des Trockners wird mit nur einer Nachverbrennungsanlage des Typs Ecopure TAR gereinigt. Ein vergleichbarer Doppeltrockner mit konventioneller Durchlauftechnik würde zwei Abluftreinigungsanlagen benötigen.

Dadurch reduziert sich die erforderliche Menge an Frischluft und somit der Energiebedarf. EcoInCure nutzt zur Trocknung eine neue Technik: Durch das Einströmen der Luft über die Öffnung für die Windschutzscheibe heizen die Karosserieteile von innen heraus auf, wodurch die Karosserien – auch besondere Karosserieformen wie bei Elektrofahrzeugen – besonders gleichmäßig und schnell trocknen.

Fahrerlose Transportsysteme im Einsatz

In der Fördertechnik ermöglicht EcoProFleet, das weltweit erste speziell für Lackieranlagen entwickelte fahrerlose Transportsystem (Automated Guided Vehicle, AGV), einen wahlfreien Zugriff auf Karosserien in einem Zwischenlager und trägt damit zu einer flexiblen Produktion bei.

Erstmals setzt BMW in den neuen Anlagen in Debrecen und Tiexi auf eine durchgängig skidlose Fördertechnik. Nur auf Traversen werden die Karosserien durch die Anlagen transportiert. Damit entfallen der Platzbedarf für den Rücktransport der Skids sowie der Reinigungsaufwand für Skids im Decklackbereich. In Summe entstehen so kompakte und skalierbare Layouts.

Das ist der Dürr-Konzern: Zahlen & Fakten

Der Dürr-Konzern beliefert Branchen wie die Automobilindustrie, den Maschinenbau sowie die Chemie-, Pharma- und holzbearbeitende Industrie. Im Jahr 2018 erzielte er einen Umsatz von 3,87 Milliarden Euro.

Im Oktober 2018 hat der Dürr-Konzern das industrielle Umwelttechnikgeschäft des US-Unternehmens Babcock & Wilcox mit den Marken Megtec und Universal übernommen. Seither beschäftigt er rund 16.500 Mitarbeiter und verfügt über 108 Standorte in 32 Ländern. Der Konzern agiert mit fünf Divisions am Markt:

  • Paint and Final Assembly Systems: Lackierereien und Endmontagewerke für die Automobilindustrie
  • Application Technology: Robotertechnologien für den automatischen Auftrag von Lack sowie Dicht- und Klebstoffen
  • Clean Technology Systems: Abluftreinigungsanlagen, Schallschutzsysteme und Batteriebeschichtungsanlagen
  • Measuring and Process Systems: Auswuchtanlagen sowie Montage-, Prüf- und Befülltechnik
  • Woodworking Machinery and Systems: Maschinen und Anlagen für die holzbearbeitende Industrie

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