Die Bosch Halbjahreszahlen 2026 zeigen ein Umsatzplus von 3,6 % auf 46,4 Mrd. EUR. Während Zukäufe das Wachstum stützen, sinkt die operative EBIT-Rendite auf 4,6 %.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Bosch hat im Mai einen neuen Großauftrag von Mercedes-Benz erhalten und soll bis in die 2030er-Jahre ein großes Volumen an Elektromotoren für die nächste Generation elektrischer Antriebe des Premiumherstellers liefern.Bosch
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Bosch steigert den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 3,6 % auf 46,4 Mrd. EUR und bestätigt die Jahresprognose.
Rund 2 Mrd. EUR Umsatz steuert das zugekaufte Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäft von Johnson Controls und Hitachi bei.
Industrial Technology wächst um 6,8 % auf 3,4 Mrd. EUR, während Mobility mit 27,8 Mrd. EUR leicht unter dem Vorjahreswert bleibt.
Bosch reduziert Kosten und Komplexität weiter. Die Beschäftigtenzahl sinkt gegenüber Ende 2025 um 6.549 auf 406.225.
Die Bosch-Gruppe hat sich im ersten Halbjahr 2026 in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld solide entwickelt. Wie das Unternehmen mitteilt, stieg der Umsatz um 3,6 % auf 46,4 Mrd. EUR. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 44,8 Mrd. EUR gewesen. Rund 2 Mrd. EUR steuerte das neu zugekaufte Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäft von Johnson Controls und Hitachi zum Wachstum bei.
Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) erreichte 2,2 Mrd. EUR nach 2,3 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Die operative EBIT-Rendite sank von 5,1 auf 4,6 %. Belastend wirkten vor allem Sondereffekte im Mobility-Geschäft.
Trotz konjunktureller und geopolitischer Unsicherheiten bestätigt Bosch seine Prognose für das Gesamtjahr. „Mit einem soliden Umsatzwachstum im ersten Halbjahr sehen wir uns auf der Zielgeraden für 2026, brauchen aber noch einen starken Endspurt“, sagte Markus Forschner, Finanzchef und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der erstmaligen Vorlage von Halbjahreszahlen. „Daher verfolgen wir unsere eingeleiteten Strukturanpassungen und Kostenarbeit konsequent weiter, um auch künftig hohe Vorleistungen für Zukunftstechnologien erbringen und Wachstumschancen nutzen zu können.“
Wettbewerbsfähigkeit steht im zweiten Halbjahr im Fokus
Die Weltwirtschaft zeigt sich 2026 insgesamt widerstandsfähig. Bosch sieht die konjunkturellen Aussichten allerdings weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Diese verzögern nach Angaben des Unternehmens in vielen Märkten Investitionsentscheidungen und sorgen für hohen Wettbewerbsdruck.
Im Automobilsektor erwartet Bosch für 2026 erneut weltweit rückläufige Produktionszahlen bei Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen. Bei schweren Nutzfahrzeugen soll die Fertigung dagegen leicht wachsen.
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„Bosch verfolgt seine Wachstumsstrategie ungeachtet globaler Unsicherheiten konsequent weiter und nutzt Chancen in neuen Technologien, Geschäftsfeldern sowie aufstrebenden Märkten“, erklärte Forschner. „Auch im zweiten Halbjahr steht deshalb die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und die robuste Aufstellung des Unternehmens im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, Kosten und Komplexität weiter zu reduzieren.“
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Bosch unverändert mit einem Umsatzwachstum von 2 bis 5 %. Die operative EBIT-Rendite soll zwischen 4 und 6 % liegen.
Wie entwickeln sich die Bosch-Unternehmensbereiche?
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Die Entwicklung der Unternehmensbereiche fällt im ersten Halbjahr unterschiedlich aus. Alle Sektoren trugen jedoch positiv zum Ergebnis bei.
Mobility erwirtschaftete einen Umsatz von 27,8 Mrd. EUR. Das entspricht einem Rückgang von 0,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wechselkursbereinigt ergibt sich ein Plus von 2,3 %. Neben der stagnierenden Automobilproduktion wirkten sich einmalige Sondereffekte aus. Dazu zählen vor allem Wertminderungen auf Produktionsanlagen von 270 Mio. EUR, da sich der weltweite Hochlauf der Elektromobilität gegenüber den bisherigen Erwartungen verzögert. Die operative EBIT-Rendite sank von 5,8 auf 4,7 %.
Industrial Technology profitierte von einer verbesserten Auftragslage. Der Umsatz stieg um 6,8 % auf 3,4 Mrd. EUR, wechselkursbereinigt betrug das Plus 9,2 %. Die operative EBIT-Rendite erreichte 2,5 % nach 4,5 % im ersten Halbjahr 2025.
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Consumer Goods verzeichnete einen Umsatzrückgang um 2,9 % auf 9,6 Mrd. EUR. Wechselkursbereinigt blieb der Umsatz unverändert. Bosch verweist hier auf die steigende Wettbewerbsintensität mit chinesischen Anbietern. Die operative EBIT-Rendite lag bei 4,4 % nach 5,1 % im Vorjahreszeitraum.
Energy and Building Technology verbuchte durch den Zukauf im Geschäftsbereich Home Comfort einen Umsatzsprung um 45,9 % auf 5,4 Mrd. EUR. Rund 2 Mrd. EUR entfielen auf die Akquisition. Gleichzeitig führte der Verkauf wesentlicher Teile des Produktgeschäfts von Building Technologies zu einem Umsatzrückgang von rund 450 Mio. EUR. Wechselkursbereinigt erreichte das Umsatzplus 52,0 %. Die operative EBIT-Rendite stieg von 0,8 auf 7,3 %.
Umsatz wächst in allen Regionen
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In allen Regionen dämpften Wechselkurseffekte die Umsatzentwicklung. In Europa stiegen die Erlöse um 1,4 % auf 22,4 Mrd. EUR. Wechselkursbereinigt lag das Wachstum bei 2,2 %.
In Amerika erreichte Bosch einen Umsatz von 9,4 Mrd. EUR. Das entspricht einem Plus von 5,7 % beziehungsweise wechselkursbereinigt 12,2 %. Asien-Pazifik steigerte den Umsatz um 5,9 % auf 14,6 Mrd. EUR, wechselkursbereinigt um 10,4 %. Maßgeblich für die positive Entwicklung in Amerika und Asien-Pazifik war der Zukauf bei Bosch Home Comfort.
Wie verändert sich die Beschäftigtenzahl bei Bosch?
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Zum Ende des ersten Halbjahres beschäftigte die Bosch-Gruppe 406.225 Menschen. Damit sank die Zahl gegenüber dem 31. Dezember 2025 um 6.549 Beschäftigte. Damals hatte Bosch 412.774 Mitarbeitende.
Der Personalrückgang betraf alle Unternehmensbereiche, überproportional jedoch Mobility. Regional verzeichnete Europa den stärksten Rückgang. In Deutschland waren zur Jahresmitte 118.932 Menschen bei Bosch beschäftigt. Ende 2025 waren es noch 122.968 gewesen. Damit sank die Beschäftigtenzahl in Deutschland um 4.036.
Die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung lag im ersten Halbjahr bei 9,0 Mrd. EUR nach 11,2 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Die Eigenkapitalquote erreichte 41,3 % gegenüber 41,5 % zum Jahresende 2025.
Die Investitionsquote sank von 3,8 auf 2,5 %. Bosch investierte 1,2 Mrd. EUR in Sachanlagen, nach 1,7 Mrd. EUR im ersten Halbjahr 2025. Die F&E-Quote lag bei 8,0 % gegenüber 8,7 % im Vorjahreszeitraum.
Der Free Cashflow verbesserte sich zum 30. Juni 2026 auf -969 Mio. EUR. Ein Jahr zuvor hatte er bei -2,7 Mrd. EUR gelegen. Als wesentliche Faktoren nennt Bosch die Saisonalität der Sachanlageinvestitionen und den daraus zum Jahresende resultierenden Aufbau von Verbindlichkeiten, der im ersten Quartal überproportional zu Auszahlungen führte. Zum Jahresende erwartet Bosch einen positiven Free Cashflow von mindestens 1 % des Umsatzes.
Mit Material von Bosch.
Was Sie zum Thema Bosch Halbjahreszahlen wissen müssen
Wie hoch ist der Umsatz laut Bosch Halbjahreszahlen 2026? Bosch erzielt im ersten Halbjahr einen Umsatz von 46,4 Mrd. EUR. Das entspricht einem Wachstum von 3,6 %.
Wie hoch ist die EBIT-Rendite in den Bosch Halbjahreszahlen? Die operative EBIT-Rendite beträgt 4,6 % nach 5,1 % im Vorjahreszeitraum.
Welcher Bereich wächst laut Bosch Halbjahreszahlen besonders stark? Energy and Building Technology steigert den Umsatz um 45,9 % auf 5,4 Mrd. EUR, vor allem aufgrund des Zukaufs bei Home Comfort.
Was zeigen die Bosch Halbjahreszahlen für Industrial Technology? Der Umsatz steigt um 6,8 % auf 3,4 Mrd. EUR. Wechselkursbereinigt beträgt das Wachstum 9,2 %.
Welche Prognose nennt Bosch in den Halbjahreszahlen für 2026? Bosch erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum von 2 bis 5 % und eine operative EBIT-Rendite von 4 bis 6 %.