EU-Chipförderung für Europas Halbleiterindustrie
EU-Chipförderung soll Europas Rückstand verringern
Mit 525 Mio. EUR will die EU-Chipförderung Europas Halbleiterindustrie stärken. Junge Unternehmen erhalten Zugang zu Software, Beratung und Produktionskapazitäten. Auch direkte Zuschüsse sind vorgesehen.
Die Halbleiterfertigung bei Infineon: Mit 525 Mio. EUR will die EU die europäische Chipindustrie stärken und ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China und den USA verbessern.
Infineon
Die EU stellt gemeinsam mit beteiligten Staaten 525 Mio. EUR für die europäische Chipindustrie bereit.
Start-ups sollen Zugang zu Software, Beratung und Produktionskapazitäten erhalten.
Die Förderung reicht von bis zu 100.000 EUR für Prototypen bis zu 16 Mio. EUR für fortgeschrittene Entwicklungen.
Europa will seine Position gegenüber China und den USA verbessern. Deutschland beteiligt sich nicht an dem Programm.
Die Europäische Union will die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Halbleiterindustrie mit einer Förderung von insgesamt 525 Mio. EUR stärken. Im Mittelpunkt stehen junge Unternehmen, die bei der Entwicklung und Produktion von Mikrochips Unterstützung benötigen. Wie die Europäische Kommission mitteilt, sollen insbesondere der Zugang zu kostenintensiver Software, fachlicher Beratung und Produktionskapazitäten erleichtert werden.
Warum investiert die EU 525 Mio. EUR in die Chipindustrie?
Mit der EU-Chipförderung will Brüssel Europas Position bei einer strategisch wichtigen Schlüsseltechnologie verbessern. Insbesondere gegenüber China und den USA besteht nach Einschätzung der Europäischen Kommission erheblicher Nachholbedarf.
Das zeigt sich vor allem beim Chipdesign: Europäische Unternehmen erzielen in diesem Bereich derzeit weniger als 1 % der weltweiten Umsätze.
Auch in der Halbleiterfertigung bleibt Europa hinter den eigenen Zielsetzungen zurück. Ursprünglich hatte die EU-Kommission angestrebt, den europäischen Anteil an der weltweiten Chipproduktion bis 2030 auf 20 % zu erhöhen. Aktuell liegt dieser Anteil nach Angaben der Brüsseler Behörde bei rund 10 %.
EU-Chipförderung: 285 Mio. EUR aus Brüssel
Die Finanzierung des Förderprogramms verteilt sich auf mehrere Beteiligte. Aus dem EU-Haushalt stammen 285 Mio. EUR. Weitere 240 Mio. EUR stellen Staaten bereit, die am europäischen Chipprogramm teilnehmen.
Dabei arbeitet die Europäische Union auch mit Ländern außerhalb der EU zusammen. Zu den beteiligten Staaten zählen neben mehreren EU-Mitgliedern unter anderem Israel, die Türkei und das Vereinigte Königreich.
Deutschland gehört dagegen nicht zu den teilnehmenden Staaten.
Welche Zuschüsse können Chip-Start-ups erhalten?
Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist die direkte finanzielle Unterstützung junger Technologieunternehmen. Start-ups können sich im Rahmen des Programms um Fördermittel bewerben.
Für die Entwicklung erster Prototypen sind Zuschüsse von bis zu 100.000 EUR vorgesehen. Unternehmen, deren Entwicklungen bereits weiter fortgeschritten sind, können Förderungen von bis zu 16 Mio. EUR beantragen.
Neben diesen finanziellen Mitteln soll das Programm den Zugang zu Software, Beratungsleistungen und Produktionskapazitäten verbessern. Gerade diese Ressourcen sind für die Entwicklung neuer Halbleiterlösungen von Bedeutung.
Mikroelektronik als Schlüsseltechnologie
Die Förderung richtet sich an einen Technologiebereich, der für zahlreiche Industriezweige relevant ist. Mikrochips werden unter anderem aus Halbleitermaterialien wie Silizium gefertigt und kommen in nahezu allen modernen elektronischen Produkten zum Einsatz.
Zu den typischen Anwendungen zählen Smartphones, Computer und Automobile. Entsprechend groß ist die Bedeutung einer leistungsfähigen europäischen Halbleiterindustrie.
Mit dem Fördervolumen von 525 Mio. EUR will die Europäische Union die Voraussetzungen für die Entwicklung neuer Chiptechnologien verbessern und ihre Position im internationalen Wettbewerb stärken.
mit Material der dpa
Was Sie zum Thema EU-Chipförderung wissen müssen
Wie hoch ist die EU-Chipförderung insgesamt? – Das Fördervolumen beträgt 525 Mio. EUR. Davon stammen 285 Mio. EUR aus dem EU-Haushalt und 240 Mio. EUR von beteiligten Staaten.
Wer profitiert von der EU-Chipförderung? – Vor allem junge Unternehmen und Start-ups der Halbleiterindustrie, die Unterstützung bei Chipdesign, Entwicklung und Produktion benötigen.
Welche Zuschüsse bietet die EU-Chipförderung? – Für erste Prototypen sind bis zu 100.000 EUR vorgesehen. Weiter fortgeschrittene Unternehmen können bis zu 16 Mio. EUR beantragen.
Ist Deutschland an der EU-Chipförderung beteiligt? – Deutschland gehört laut der Mitteilung nicht zu den Staaten, die sich an dem Programm beteiligen.
Welches Ziel verfolgt die EU-Chipförderung? – Die EU will Europas Wettbewerbsfähigkeit in der Halbleiterindustrie stärken und den technologischen Rückstand gegenüber China und den USA verringern.