Deutsche Exporte im Aufwind

Deutsche Exporte: USA-Geschäft stützt Aufschwung

Die deutschen Exporte sind im Mai den vierten Monat in Folge gestiegen. Vor allem das Geschäft mit den USA sorgt für Rückenwind, während der Iran-Krieg neue Unsicherheiten schafft.

Die deutschen Ausfuhren legten im Mai erneut zu – vor allem dank eines starken Geschäfts mit den USA.

Summary: Die deutschen Exporte legten im Mai laut Statistischem Bundesamt um 0,9 % zu. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit den USA, während die Ausfuhren in die EU zurückgingen. Der wiederaufgeflammte Iran-Krieg könnte den Außenhandel durch steigende Energie- und Transportkosten belasten.

Die deutschen Exporte sind im Mai den vierten Monat in Folge gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilt, erhöhten sich die kalender- und saisonbereinigten Ausfuhren gegenüber April um 0,9 % auf 137,9 Mrd. EUR. Im Vergleich zum Mai 2025 entspricht dies einem Plus von 6,1 %.

Ökonomen sehen in den aktuellen Zahlen ein positives Signal für die weiterhin schwächelnde deutsche Wirtschaft.

Warum treiben die USA die deutschen Exporte an?

Die USA blieben im Mai erneut der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Unternehmen. Waren im Wert von 14,1 Mrd. EUR wurden dorthin exportiert. Gegenüber April entspricht dies einem Anstieg von 23,1 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Ausfuhren um gut 15 % höher.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, bewertet die Entwicklung positiv: „Für die deutsche Wirtschaft war der Mai ein guter Monat. Die vielerorts befürchtete wirtschaftliche Delle im zweiten Quartal dürfte ausbleiben.“

Gleichzeitig warnt er vor einer übermäßigen Interpretation der Entwicklung. „Die Handelshemmnisse haben sich mit den Trump'schen Zöllen erhöht, gleichzeitig verlagern viele Unternehmen ihre Produktion direkt in die USA.“ Dadurch werde das Exportvolumen über den Atlantik langfristig geringer ausfallen.

Wie entwickelt sich das Exportgeschäft in Europa und China?

Neben den USA entwickelten sich auch die Ausfuhren nach China positiv. Sie stiegen gegenüber April um 7,1 % auf 6,2 Mrd. EUR. Die Exporte nach Großbritannien erhöhten sich leicht auf 6,7 Mrd. EUR.

Weniger dynamisch verlief dagegen das Geschäft innerhalb Europas. In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden Waren im Wert von 78,3 Mrd. EUR exportiert. Das entspricht einem Rückgang von 1,1 % gegenüber dem Vormonat.

Außenhandel mit steigendem Überschuss

Den Exporten standen Importe im Wert von 118,8 Mrd. EUR gegenüber. Gegenüber April gingen die Einfuhren um 2,5 % zurück, lagen im Jahresvergleich jedoch 6,9 % höher.

Die meisten Importe kamen erneut aus China. Von dort wurden Waren im Wert von 15,1 Mrd. EUR eingeführt, 2 % mehr als im April. Die Importe aus den USA stiegen um 11,5 % auf 9,5 Mrd. EUR.

Damit erhöhte sich der deutsche Außenhandelsüberschuss auf 19,1 Mrd. EUR nach 14,7 Mrd. EUR im April.

Welche Risiken birgt der Iran-Krieg?

Der wiederaufgeflammte Iran-Krieg könnte die positive Entwicklung der deutschen Exporte belasten. Nachdem US-Präsident Donald Trump den vorläufigen Waffenstillstand für nichtig erklärt und erneut Ziele im Iran angreifen ließ, stiegen die Ölpreise. Höhere Energie- und Transportkosten könnten sich insbesondere auf die exportorientierte deutsche Wirtschaft auswirken.

Der Sachverständigenrat („Wirtschaftsweisen“) erwartet für die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr lediglich ein Wachstum von 0,5 %. Steigende Energiepreise und eine höhere Inflation belasten Verbraucher sowie Unternehmen und erhöhen zugleich die Kosten im Transport- und Logistikbereich.

mit Material der dpa

Die deutschen Exporte im Blickpunkt

• Warum sind die deutschen Exporte im Mai gestiegen? – Vor allem das starke Exportgeschäft mit den USA sorgte für einen Anstieg der Ausfuhren.

• Wie entwickelten sich die deutschen Exporte in die EU? – Die Exporte in die EU gingen im Mai gegenüber April um 1,1 % zurück.

• Welche Rolle spielen die USA für die deutschen Exporte? – Die USA waren im Mai erneut der wichtigste Absatzmarkt deutscher Unternehmen.

• Warum gilt der Iran-Krieg als Risiko für die deutschen Exporte? – Steigende Ölpreise könnten Transport- und Energiekosten erhöhen und damit den Außenhandel belasten.

• Woher stammen die Angaben zu den deutschen Exporten? – Die Zahlen stammen aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes auf Basis vorläufiger Ergebnisse.