Campus Buschhütten: GreenFactory für Kreislaufwirtschaft              

Kreislaufwirtschaft: Millionen für GreenFactory in Buschhütten

Mit der GreenFactory erhält der Campus Buschhütten eine Förderung von 22,46 Mio. EUR. Das Projekt soll Forschung, Transfer und kreislauffähige Industrieproduktion an einem Standort bündeln.

22,46 Mio EUR für die GreenFactory: Campus Buschhütten wird zum Leuchtturm für kreislauffähige Industrieproduktion
22,46 Mio EUR für die GreenFactory: Campus Buschhütten wird zum Leuchtturm für kreislauffähige Industrieproduktion.

Summary: Die SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen GmbH erhält für das REGIONALE-2025-Projekt GreenFactory eine Förderung über 22,46 Mio. EUR. Am Campus Buschhütten entsteht ein Forschungs- und Transferzentrum für kreislauffähige Produktion und nachhaltige Gebäudenutzung. Das Projekt soll Unternehmen, Wissenschaft und Hochschulen enger vernetzen und die nachhaltige Transformation der Industrie unterstützen.

Im Rahmen des 2. SDFS Impulsforums „Nachhaltig. Wettbewerbsfähig. Schlüsseltechnologien für die Produktion von morgen" präsentierte sich die SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen GmbH am 8. Juli 2026 mehr als 200 Gästen aus Industrie, Universität und Politik. Im Mittelpunkt standen Forschungsprojekte sowie eine Industriemesse auf der inzwischen 2.000 m² großen Produktionsfläche des Campus Buschhütten.

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, verfolgt das Impulsforum das Ziel, Unternehmen, Wissenschaft und Politik zu vernetzen und Impulse für eine nachhaltige, digitale und international wettbewerbsfähige Industrie zu setzen.

„Denn“, so Prof. Dr. Peter Burggräf, „die deutsche Industrie ist nicht gefährdet, weil sie schwach ist. Vielmehr steht sie unter Druck, weil sich ihr bisheriges Erfolgsmodell zunehmend überholt: Digitale Transformation und Klimawandel verlangen von den Unternehmen, sich schneller und konsequenter neu aufzustellen. Genau hier setzt New Industry an.“

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Nach Angaben der SDFS müssen technologische Exzellenz, Qualität und Präzision künftig mit Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz verbunden werden. Nachhaltigkeit werde dabei als Zusammenspiel von Ökologie, Ökonomie und sozialen Aspekten verstanden. KI könne Produktivität steigern, Qualität sichern sowie Energie- und Ressourceneinsatz reduzieren. Digitalisierung und Nachhaltigkeit würden dabei gemeinsam als sogenannte Twin Transformation betrachtet.

Was entsteht mit der GreenFactory?

Im Rahmen des Impulsforums übergab NRW-Umweltminister Oliver Krischer den Förderbescheid über 22,46 Mio. EUR für das REGIONALE-2025-Projekt GreenFactory. Die Förderung läuft über drei Jahre ab dem 1. Juli 2026.

Mit dem Projekt wird der Campus Buschhütten um eine weitere ehemalige Produktionshalle aus den 1890er Jahren erweitert. Dort entsteht ein Forschungs- und Transferzentrum für kreislauffähige Produktion, nachhaltige Gebäudenutzung und industrielle Ressourceneffizienz. Projektträger ist die SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen GmbH. Beteiligt sind sechs Lehrstühle der Universität Siegen sowie das Start-up Smart Plastify.

Die GreenFactory bündelt nach Angaben des Unternehmens zwei Entwicklungsfelder. Im Bereich Green Manufacturing werden Lösungen für kreislauffähige Metall- und Kunststoffbearbeitung sowie den Einsatz nachwachsender Rohstoffe entwickelt. Im Bereich Green Building liegt der Fokus auf dem nachhaltigen Umgang mit bestehenden Industriegebäuden und der Erarbeitung eines Leitfadens für deren ressourcenschonende Ertüchtigung.

„Die Green Factory ist ein echtes Leuchtturmprojekt für das Thema Kreislaufwirtschaft in Südwestfalen“, sagt Minister Oliver Krischer. „Die Verbindung aus Industriekompetenz, Forschung und Transfer hat das große Potenzial vom Campus Buschhütten in die gesamte Region zu wirken. Kreislaufwirtschaft in industrielle Produktion zu überführen, schont nicht nur Umwelt und Ressourcen, es spart Betrieben auch Geld und Energie und zeigt ihnen neue zirkuläre Geschäftsmodelle auf. Die Green Factory schafft somit insbesondere für kleine und mittlere Industriebetriebe neue Zukunftsperspektiven auf.“

Welche Bedeutung hat das Projekt für Region und Universität?

„Dabei steht die Green Factory“, ergänzt Dr. Stefanie Arens, Leiterin REGIONALE 2025, Südwestfalen Agentur, „beispielhaft für die Entwicklung zahlreicher innovativer und praxisnaher Projekte in der REGIONALE 2025. Vielerorts arbeiten Unternehmen und Hochschulen zusammen. Sie entwickeln und erproben übertragbare Lösungen für den digitalen und nachhaltigen Wandel in der Wirtschaftsregion Südwestfalen. Das zeigt: Als Region haben wir die Kompetenz, uns zukunftsfähig aufzustellen, wenn wir unsere Kräfte bündeln. Mit der Green Factory entsteht ein Ort, der dies für alle spürbar und sichtbar macht.“

Auch die Universität Siegen hebt den Nutzen des Projekts hervor. „Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gehören zu den großen Zukunftsthemen unserer Zeit. Unser Anspruch ist es, diese Themen in Forschung und Lehre an der Universität Siegen noch sichtbarer zu machen. Der Campus Buschhütten bietet uns dafür als Reallabor hervorragende Möglichkeiten: Er verbindet Wissenschaft und industrielle Praxis auf einzigartige Weise und steht für die enge Zusammenarbeit zwischen Universität und Unternehmen. Davon profitieren unsere Studierenden und Mitarbeitenden durch attraktive Lern-, Lehr- und Arbeitsumgebungen. Gleichzeitig stärken wir damit die Technikwissenschaften und das Ingenieurwesen – an der Universität Siegen und weit über die Region hinaus“, sagt Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese.

Wie soll der Wissenstransfer gelingen?

Als Erfolgsfaktoren nennt die SDFS drei zentrale Elemente. Der Campus Buschhütten folgt dem Prinzip eines Reallabors, in dem Forschungswissen, industrielle Erfahrung und Marktwissen zusammengeführt werden. Neue Erkenntnisse sollen in Microfactories demonstriert und schnell in die industrielle Anwendung überführt werden.

Darüber hinaus verfolgt der Campus einen ganzheitlichen Transferansatz. Erkenntnisse fließen sowohl in die universitäre Lehre als auch in die gewerblich-technische Aus- und Weiterbildung der SLB Smarte Lernfabrik Buschhütten gUG ein. Ergänzt wird dies durch eine offene Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Bildung.

Bereits bei seinem Besuch am 17. Mai 2023 hatte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst erklärt: „Hier ist jeder Euro gut angelegt.“ Darauf nimmt Dr.-Ing. Carl René Sauer, Geschäftsführer der SDFS, Bezug: „Im REGIONALE 2025-Projekt GreenFactory mit einer mehr als dreimal so hohen Förderung werden wir alles daransetzen, dass er diesen Satz in ein, zwei Jahren wiederholen würde.“

Auch Dr. Gabriele Barten, Mitglied der Geschäftsleitung der Achenbach Buschhütten Holding GmbH, sieht in der Verbindung von Forschung und Industrie einen entscheidenden Hebel: „Internationaler Wettbewerb in der Technologieentwicklung, Fachkräftemangel, Rohstoffknappheit und Klimawandel stellen die deutsche Industrie vor große Herausforderungen.

Ein Ansatz dem entgegenzuwirken ist das industriepolitische Innovationskonzept einer zirkulären Wertschöpfung, nach dem Produktentwicklung, Produktionsprozess und Geschäftsmodell so gestaltet werden sollen, dass Ressourcen möglichst lange ohne Verlust in Kreisläufen geführt werden.

Zielführend ist es, den Wissensschatz aus der Anwendungsforschung der Hochschulen und das Erfahrungs- und Marktwissen produzierender Unternehmen zusammenzubringen. Nachhaltigkeit und Digitalisierung müssen zunehmend zusammen gedacht werden. Der Mehrwert ist ein Multiplikatoreffekt: Digitale Lösungen ermöglichen bessere Messbarkeit und Steuerung nachhaltiger Maßnahmen, und umgekehrt stoßen Nachhaltigkeitsziele Innovationen in der Digitalisierung an. Damit geht es um eine „Twin Transformation“ mit KI, Daten und Verantwortung.“

Mit Material von Campus Buschhütten.

FAQ GreenFactory

Was ist die GreenFactory? – Die GreenFactory ist ein REGIONALE-2025-Projekt zum Aufbau eines Forschungs- und Transferzentrums für kreislauffähige Produktion am Campus Buschhütten.

Wie hoch ist die Förderung für die GreenFactory? – Das Projekt erhält eine Förderung von 22,46 Mio. EUR über einen Zeitraum von drei Jahren ab dem 1. Juli 2026.

Welche Schwerpunkte verfolgt die GreenFactory? – Im Mittelpunkt stehen Green Manufacturing, Green Building sowie Forschung zu Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz.

Wer beteiligt sich an der GreenFactory? – Projektträger ist die SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen GmbH. Partner sind sechs Lehrstühle der Universität Siegen sowie das Start-up Smart Plastify.

Warum ist die GreenFactory für die Industrie relevant? – Das Projekt soll Forschung, industrielle Praxis und Wissenstransfer zusammenführen und die nachhaltige Transformation der Industrie unterstützen.