Maschinenbau-Konjunktur

Maschinenbau zwischen Hoffnung und anhaltender Unsicherheit

Die Maschinenbau-Konjunktur hat sich im zweiten Quartal 2026 leicht verbessert. Nach Angaben des VDMA bleiben die Unternehmen trotz positiverer Stimmung wegen geopolitischer Risiken und wirtschaftlicher Unsicherheit vorsichtig.

Der Krieg im Iran und seine wirtschaftlichen Folgen haben den deutschen Maschinen- und Anlagenbau im zweiten Quartal 2026 belastet.

Summary: Der VDMA berichtet für das zweite Quartal 2026 von einer leicht verbesserten Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau. Belastend wirken insbesondere die Folgen des Iran-Kriegs, Investitionszurückhaltung sowie Kosten- und Wettbewerbsdruck. Deutschland bleibt unter den wichtigsten Absatzmärkten das Schlusslicht, während Nordamerika vergleichsweise positiv bewertet wird.

Wie entwickelt sich die Maschinenbau-Konjunktur?

Sie wollen mehr über den Deutschen Maschinenbau-Gipfel wissen? Klicken Sie hier!

Die Stimmung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau hat sich im zweiten Quartal 2026 leicht verbessert. Von einer nachhaltigen Erholung kann jedoch weiterhin keine Rede sein, wie aus der aktuellen Konjunkturerhebung des VDMA hervorgeht.

Rund 28 % der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. Knapp ein Viertel bezeichnet die Situation dagegen als schlecht oder sehr schlecht. Damit liegt der Saldo wieder leicht im positiven Bereich, nachdem er im März noch leicht negativ ausgefallen war.

Auch die Erwartungen bleiben zurückhaltend. Rund 25 % der Unternehmen rechnen in den kommenden sechs Monaten mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 11 % erwarten eine Verschlechterung. Die Mehrheit geht weiterhin von einer weitgehend unveränderten Entwicklung aus.

„Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau hat sich zwar etwas aufgehellt. Der Iran-Krieg hat die Unsicherheit aber wieder erhöht und die globale Konjunktur zusätzlich abgekühlt“, kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt die Ergebnisse.

Auch bei den Umsatzerwartungen zeichnet sich laut VDMA noch keine klare Trendwende ab. Für das laufende Jahr wurden die Erwartungen trotz der verbesserten Stimmung leicht nach unten angepasst. Für 2027 fallen die Einschätzungen etwas positiver aus, bleiben jedoch angesichts der hohen Unsicherheit breit gestreut.

Welche Absatzmärkte entwickeln sich unterschiedlich?

Die Bewertung der wichtigsten Absatzmärkte fällt unterschiedlich aus. Nordamerika und insbesondere die USA werden weiterhin am positivsten eingeschätzt. Knapp 39 % der Unternehmen berichten dort von einer guten oder sehr guten Geschäftslage.

China wird dagegen uneinheitlich bewertet. Während 24 % der Unternehmen die Geschäftslage positiv einschätzen, bewerten 35 % sie negativ.

Deutschland bleibt unter den großen Absatzmärkten das Schlusslicht. Knapp 35 % der Unternehmen beurteilen die Geschäftslage hier als schlecht oder sehr schlecht. Lediglich knapp 20 % berichten von einer guten oder sehr guten Entwicklung. Für die kommenden sechs Monate rechnen zwar etwas mehr Unternehmen mit einer Verbesserung, insgesamt erwarten die meisten jedoch eine anhaltend durchwachsene Lage.

Die Europäische Union präsentiert sich laut VDMA als stabilerer Absatzmarkt, ohne dass sich bislang eine ausgeprägte Dynamik erkennen lässt.

Wie wirken sich die Folgen des Iran-Kriegs auf Lieferketten aus?

Die Auswirkungen des Kriegs im Iran machen sich inzwischen auch in den Lieferketten des Maschinen- und Anlagenbaus bemerkbar. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, sind insbesondere Vorprodukte aus den Bereichen Metalle, Kunststoffe, Chemie sowie Elektronik betroffen.

Bei Metallen sowie Kunststoff- und Gummiprodukten berichten jeweils rund 10 % der Unternehmen von merklichen oder gravierenden Lieferengpässen. Noch deutlicher fallen die Einschränkungen bei Elektronikkomponenten aus. Dort meldet gut jedes fünfte Unternehmen entsprechende Engpässe.

Warum bleiben Investitionen und Beschäftigung unter Druck?

Die wirtschaftliche Schwächephase wirkt sich weiterhin auf Beschäftigung und Kapazitätsauslastung aus. Mehr Unternehmen planen nach wie vor einen Abbau ihrer Stammbelegschaft als einen Ausbau. Gleichzeitig rechnen die Unternehmen mit weniger offenen Stellen.

Die Kapazitätsauslastung hat sich im zweiten Quartal zwar leicht verbessert, bleibt aber insgesamt auf einem niedrigen Niveau. Rund 17 % der Unternehmen arbeiten mit einer Auslastung von weniger als 70 %. Etwa 32 % erreichen eine Auslastung zwischen 80 und 90 %.

Nach Einschätzung des VDMA bleibt insbesondere die Investitionsbereitschaft der Kunden gedämpft.

„Kunden zögern mit Investitionen, weil die Unsicherheit hoch bleibt und sich Kosten, Regulierung und internationaler Wettbewerbsdruck gegenseitig verstärken“, sagt Dr. Gernandt. „Gerade der Mittelstand braucht jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Kosten und faire Wettbewerbsbedingungen, damit aus vorsichtiger Planung wieder konkrete Aufträge werden.“

Die Ergebnisse stammen aus der Konjunkturerhebung des VDMA für das zweite Quartal 2026.

FAQ Maschinenbau-Konjunktur

  • Wie entwickelt sich die Maschinenbau-Konjunktur? – Die Stimmung hat sich im zweiten Quartal 2026 leicht verbessert, eine nachhaltige Erholung sieht der VDMA jedoch noch nicht.
  • Warum bleibt die Maschinenbau-Konjunktur unter Druck? – Genannt werden die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs, Investitionszurückhaltung sowie Kosten-, Regulierungs- und Wettbewerbsdruck.
  • Welche Auswirkungen hat die Maschinenbau-Konjunktur auf Lieferketten? – Unternehmen berichten über Lieferengpässe insbesondere bei Metallen, Kunststoffen und Elektronikkomponenten.
  • Welche Absatzmärkte bewertet die Maschinenbau-Konjunktur positiv? – Nordamerika und insbesondere die USA werden am besten bewertet, während Deutschland unter den großen Absatzmärkten das Schlusslicht bildet.
  • Welche Folgen hat die Maschinenbau-Konjunktur für Unternehmen? – Viele Unternehmen bleiben bei Investitionen und Personalplanung zurückhaltend, während sich die Kapazitätsauslastung nur leicht verbessert.