Der Maschinenbau in Ungarn steht zwischen schwacher Konjunktur, neuen politischen Signalen und der Hoffnung auf Investitionen. EU-Mittel und Reformen könnten die Branche beleben.
Ernst LeisteErnstLeiste
In Ungarn herrscht nach dem Wahlsieg der Tisza-Partei Aufbruchsstimmung. Das gilt auch für Teile der Industrie und damit mittelbar für den Maschinenbau Ungarn.Tomas Marek - stock.adobe.com
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Summary: In Ungarn sorgt der Wahlsieg der Tisza-Partei seit
dem 12. April für vorsichtigen Optimismus in Wirtschaft und Industrie. Die neue
Regierung unter Péter Magyar will Reformen umsetzen, damit blockierte EU-Mittel
fließen können. Für Maschinen- und Anlagenbauer könnten daraus mittelfristig
neue Impulse entstehen, auch wenn die Branche aktuell unter rückläufiger
Produktion und schwacher Exportnachfrage leidet.
„In Ungarn herrscht nach dem Sieg der
Tisza-Partei bei der Wahl am 12. April an vielen Stellung Aufbruchstimmung und
Optimismus“, berichtet Barbara Zollmann, Geschäftsführerin der
Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK). „Auch eine Konjunkturumfrage
der AHK Ungarn, die kurz vor der Wahl und dann wiederholt unmittelbar nach der
Wahl unter Kammermitgliedsunternehmen durchgeführt wurde, zeigt einen
deutlichen Stimmungsumschwung“, betont die Kammerchefin weiter.
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„So haben sich
die Investitionsbereitschaft und die allgemeinen Geschäftserwartungen zum Teil
stark verbessert. Viele Ziele der neuen Regierung werden von der Wirtschaft
begrüßt, z.B. faire und transparente Wettbewerbsbedingungen, die Sicherstellung
von Rechtsstaatlichkeit und Überlegungen zur Euro-Einführung“, fährt Zollmann
fort. Anderen geplanten Vorhaben stehen die Wirtschaftsakteure vorsichtiger
gegenüber, z.B. der Beschränkung der Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen
oder der Stärkung der Arbeitnehmerrechte und der Gewerkschaften.
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EU
gibt Mittel frei, verlangt aber Reformen
Um die bisher gesperrten EU-Mittel in
Höhe von insgesamt 16,4 Mrd Euro zu erhalten, muss der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar rasch verschiedene Reformen
durchsetzen. Denn Brüssel hatte Budapest in sog. 27 „Super-Meilensteinen“
Bedingungen auferlegt, die vor allem die vier Bereiche Korruptionsbekämpfung,
Öffentliches Beschaffungswesen, Justizreformen sowie den Schutz der
finanziellen Interessen der EU betreffen.
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Zudem muss sich die neue Regierung der
Tisza-Partei vor allem beim Abruf der Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds
(„Next Generation EU“) sputen. Von den ursprünglich vorgesehenen 10,4 Mrd Euro
wurden 6,5 Mrd Euro als Zuschüsse und 3,5 Mrd Euro als Kredite freigegeben.
Die Auszahlung knüpft Brüssel an Reformen zur Korruptionsbekämpfung und zur
Stärkung der Rechtsstaatlichkeit. Außerdem müssen die geförderten Projekte
umgesetzt sein. Für beides läuft die Frist Ende August ab.
Allerdings hat die neue Regierung, die
im ungarischen Parlament über eine Zweidrittel-Mehrheit verfügt, bei den
geforderten Reformen – wie Kommissionspräsidentin von der Leyen Ende Mai
betonte – in ihrer kurzen Amtszeit bereits „große Fortschritte“ erzielt. Und
Magyar selbst sprach nach dem Treffen mit von der Leyen in Brüssel von einem
„historischem Durchbruch“. Die EU-Mittel sind für die Belebung der
ungarischen Wirtschaft auch dringend nötig, denn die Vorgängerregierung unter
Viktor Orbán hat Péter Magyar – wie Experten betonen – eine stagnierende
Wirtschaft und ein hohes Haushaltsdefizit hinterlassen.
Ungarns
Wirtschaft braucht dringend Impulse
„Wer sich erstmals in Ungarn engagieren möchte, kann vor Ort mit einem guten allgemeinen Ausbildungsniveau, einer gut ausgebauten Infrastruktur und im EU-Vergleich günstigen Arbeitskosten rechnen“, berichtet Barbara Zollmann, Geschäftsführerin der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK).DUIHK
„Die ungarische Wirtschaft stagnierte in
den vergangenen drei Jahren weitgehend,“ konstatiert Kirsten Grieß,
Korrespondentin für Ungarn, Kroatien und Slowenien von Germany Trade &
Invest. „Das hat sowohl externe als auch interne Ursachen. Ungarns extensives
Industriemodell mit seinem starken Fokus auf die Automobilindustrie geriet
angesichts der schwachen Nachfrage auf wichtigen Exportmärkten – allen voran
Deutschland – unter Druck. Die Industrieproduktion sinkt seit 2023, die
Bruttoanlageinvestitionen sind bereits seit 2022 rückläufig. Nach der
EU-Frühjahrsprognose vom Mai 2026 fiel der Rückgang der
Bruttoanlageinvestitionen im vergangenen Jahr in Ungarn mit real minus 2,8 Prozent allerdings weniger stark aus als noch im Herbst erwartet. Hinzu kommt: Der Staat investiert seit
2023 kaum noch,“ fährt die GTAI-Expertin fort. „Aufgrund blockierter EU-Mittel
in Milliardenhöhe wurden nahezu alle öffentlichen Investitionsprojekte gestoppt
oder verschoben. Darunter leidet insbesondere die Bauwirtschaft. Auch die
Landwirtschaft steht unter Druck: Sie kämpft mit geringer Produktivität und
erheblichen Ernteausfällen infolge mehrerer Dürrejahre. Positiv entwickelten
sich zuletzt vor allem der private und staatliche Konsum. Trotz guter Zahlen im 1. Quartal 2026
dürfte die offizielle Prognose von real über 3 Prozent BIP-Wachstum kaum zu halten
sein. Die ungarische Nationalbank senkte ihre Wachstumserwartung im März auf
1,7 Prozent. Die EU-Kommission rechnet für 2026 mit einem Plus von 1,8 Prozent und für 2027
mit 2,1 Prozent. Der Konsum dürfte vorerst ein wichtiger Wachstumstreiber bleiben.
Gleichzeitig könnte sich die Industrieproduktion stabilisieren, weil
insbesondere in der Automobilindustrie – etwa bei BMW, Mercedes-Benz und BYD –
sowie in der Batterieproduktion, unter anderem bei CATL, neue Kapazitäten
anlaufen,“ berichtet Kirsten Grieß weiter.
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Von der Freigabe blockierter
EU-Fördermittel und dadurch angestoßener staatlicher Investitionen würde – so
erwartet die GTAI - vor allem das Bauwesen profitieren, mittelbar auch
Maschinen- und Anlagenbauer. Sichtbare Effekte dürften allerdings erst mit Verzögerung
eintreten. Für dieses Jahr rechnen Analysten noch nicht mit einer spürbaren
Investitionserholung. Das deckt sich mit den Prognosen der EU-Kommission. Demnach
könnten die Bruttoanlageinvestitionen 2026 wieder leicht um 1,3 Prozent und 2027 um
3,9 Prozent zulegen. Ein wesentliches Risiko für diesen Ausblick bleibt die Lage im
Nahen Osten. Störungen globaler Lieferketten und anhaltend hoher Kostendruck
könnten Investitionen erneut bremsen.
Maschinenbau-Unternehmen sind in Ungarn
traditionell stark in den Bereichen Landwirtschaftsmaschinen, Maschinen für das
verarbeitende Gewerbe sowie für die Fahrzeugindustrie, betont die
Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK). Nach Analysen der GTAI ist die
Automobilindustrie mit Abstand der wichtigste Zweig des ungarischen
verarbeitenden Gewerbes. Dahinter folgt – neben der Chemieindustrie und mit
deutlichem Abstand – der Maschinenbau. Zum Vergleich: 2024 entfielen 6,7 Prozent der Bruttowertschöpfung
des verarbeitenden Gewerbes auf den Maschinenbau, auf die Automobilindustrie
dagegen 17,0 Prozent. Insgesamt kam das verarbeitende Gewerbe 2024 auf einen Anteil
von 18,5 Prozent an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung.
„Die Lage im ungarischen Maschinenbau
bleibt angespannt. Die Produktionsleistung der Branche geht seit einigen Jahren
deutlich zurück. Im Jahr 2025 sank die Produktion wertmäßig um 5,0 Prozent gegenüber
dem Vorjahr. Ein zentraler Belastungsfaktor ist die starke Exportorientierung:
Ein großer Teil der in Ungarn hergestellten Maschinen und Maschinenteile geht
ins Ausland. Entsprechend trifft die Industrieschwäche in Deutschland, dem
wichtigsten Exportmarkt der ungarischen Maschinenbauer, die Branche besonders
stark“, analysiert Kirsten Grieß von der GTAI.
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Nach Daten des Nationalen Statistikamtes
KSH erzielte der ungarische Maschinenbau 2025 Exporterlöse von 6.025 Mio Euro.
Im Ausland gefragt waren vor allem ungarische Motoren und Turbinen, Pumpen und
Kompressoren, handgeführte Werkzeuge mit Motorantrieb sowie kälte- und
lufttechnische Erzeugnisse, berichtet die GTAI. „Im Ranking des Welt- Maschinenbaus liegt
Ungarn auf Platz 32“, ergänzt Yvonne
Heidler, Referentin Westeuropa/EU, Süd- und Zentralamerika im VDMA. „In
der Exportstatistik des deutschen Maschinenbaus stand Ungarn 2025 mit deutschen
Ausfuhren von knapp 3,6 Mrd. Euro auf Platz 16; in der Importstatistik mit
deutschen Maschinenimporten aus Ungarn von fast 10,0 Mrd. Euro sogar auf Platz
11,“ berichtet die VDMA-Expertin weiter.
„Bei den deutschen Maschinenlieferungen
war - aufgrund des starken Automobilsektors in Ungarn nicht erstaunlich – die
Branche Antriebstechnik mit 13,7 Prozent Anteil besonders gefragt. Es folgten deutsche
Exporte von Allgemeiner Lufttechnik (7,7 Prozent), Landtechnik (6,9 Prozent), Armaturen
(6,9 Prozent) und Power Systems (6,1 Prozent)“. Deutschland ist nach VDMA-Daten nach wie
vor der wichtigste Maschinenlieferant Ungarns (29,8 Prozent), mit weitem Abstand
gefolgt von China (15,3 Prozent). „Aber die chinesischen Wettbewerber sind sehr aktiv
im Markt und haben im letzten Jahr deutlich aufgeholt“, so Yvonne Heidler.
Viele
deutsche Maschinenbauer vor Ort
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Auf die enge wirtschaftliche
Verflechtung zwischen Deutschland und Ungarn wies DUIHK-Präsident Dr. Róbert
Keszte auch bei der Präsentation der beiden o.e. Kammerumfragen hin. „Rund ein
Viertel der ungarischen Exporte geht nach Deutschland, zugleich beschäftigen
deutsche Unternehmen in Ungarn mehr als 230.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter und erwirtschaften über 12 Prozent der gesamten Wertschöpfung des Landes,“
so Kammer-Präsident Keszte weiter. „Mit über 900 Mitgliedsunternehmen ist die
bereits 1993 gegründete DUIHK der größte bilaterale Wirtschaftsverband des
Landes.“
„Auch im deutschen Maschinen- und
Anlagenbau bestehen zu Ungarn traditionell enge Beziehungen. Das Land hat sich
erfolgreich als Exportmarkt, Investitionsstandort und Sourcing-Standort
(verlängerte Werkbank) etabliert, ergänzt Yvonne Heidler vom VDMA. „Vor allem für Teile und Komponenten ist Ungarn ein bedeutender
Beschaffungsmarkt. Besonders seit dem EU-Beitritt Ungarns 2004 wurde dank
EU-Mitteln viel investiert. Davon profitierten auch die Lieferungen von
Maschinen und Anlagen. Von unseren Mitgliedsunternehmen sind
viele aus unterschiedlichsten Branchen schon seit Jahrzehnten mit eigener
Niederlassung auf dem ungarischen Markt vertreten,“ berichtet die
VDMA-Expertin. „Claas fertigt und entwickelt am Standort
Törökszentmiklós Land- und Spezialmaschinen sowie Komponenten für das deutsche
Claas-Hauptwerk,“ ergänzt Barbara Zollmann, die Chefin der DUIHK. „Trumpf, der führende Anbieter von Werkzeugmaschinen und
Laser-Bearbeitungstechnik, betreibt in
Ungarn am Standort Gödöllő sein Vertriebs- und
Servicezentrum für ganz Südosteuropa. Der
Körber-Konzern, ein
weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Einzelmaschinenfertigung, früher
hauptsächlich als Produzent von Tabakmaschinen, inzwischen auch als Hersteller
von medizinischen Geräten tätig, erweitert mit Investitionen 14,5 Mrd Forint
(40,8 Mio Euro) das Werk der Körber Hungária Kft. in Pécs,
„Die ungarische Wirtschaft stagnierte in den vergangenen drei Jahren weitgehend,“ konstatiert Kirsten Grieß, Korrespondentin für Ungarn, Kroatien und Slowenien von Germany Trade & InvestUwe Voelkner / bundesfoto
Um die großen, hauptsächlich
ausländischen Unternehmen aus dem Maschinenbau hat sich ein gut
funktionierendes Netzwerk aus spezialisierten mittelständischen
Zulieferbetrieben etabliert. Zu nennen ist hier etwa die ACPS Automotive Kft.
die als führender TIER1-Zulieferer aus ihrem Werk im ungarischen Kecskemét
Anhängerkupplungen und andere Komponenten für die Automobilindustrie fertigt
und entwickelt,“ fährt Barbara Zollmann fort.
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„Beispiele für besonders erfolgreiche
deutsche Maschinenbauer gibt es zuletzt vor allem im ostungarischen Debrecen“, so Kirsten Grieß von der GTAI.
„Dort haben sich mit Krones und Harro Höfliger zwei deutsche Maschinenbauer
erfolgreich positioniert, die weniger stark auf die Automobilindustrie
ausgerichtet sind. Der Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen Krones
betreibt seit 2019 ein Werk in Debrecen und beschäftigt dort mehr als 760
Mitarbeiter. Harro Höfliger unterhält in Debrecen sein größtes Auslandswerk;
der Verpackungsspezialist für Medizin- und Pharmaprodukte erzielte dort 2024
einen Rekordumsatz und baut eine neue Werkhalle für etwa 15 Mio Euro.“
Staatliche
Förderprogramme künftig meist für KMU
In Ungarn gibt es nach Auskunft der
Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer seit vielen Jahren eine Reihe
von staatlichen Förderprogrammen für Unternehmen. Diese werden von der
staatlichen Agentur Hungarian Investment Promotion Agency (HIPA) ausgeschrieben
und koordiniert. In den letzten Jahren hat sich der Fokus der Förderungen von
der reinen Produktion hin zu Projekten mit höherem Wertschöpfungsgrad wie z.B.
F+E, Entwicklungszentren etc. verschoben.
„Im Ranking des Welt- Maschinenbaus liegt Ungarn auf Platz 32“, berichtet Yvonne Heidler, Referentin Westeuropa/EU, Süd- und Zentralamerika im VDMAUwe Noelke
Die neue ungarische Regierung hat es als
ihr Ziel erklärt, die Förderpolitik verstärkt mit Blick auf den KMU-Sektor
sowie auf forschungs- und innovationsorientierte Projektvorhaben mit einem
potenziell höheren Wertschöpfungsgrad auszurichten, so die DUIHK weiter. „Die unter der Vorgängerregierung aufgesetzten
Förderprogramme für KMU konnten auch für den Kauf von Maschinen und
Ausrüstungen genutzt werden. Der unmittelbare Effekt auf den Maschinenbau
dürfte jedoch begrenzt gewesen sein, da die einzelnen Fördervolumina meist
überschaubar waren. Das könnte sich nun möglicherweise ändern“ ergänzt Kirsten
Grieß.
„Bislang hat Ungarn deutlich stärker
industrielle Großansiedlungen gefördert. Viktor Orbán setzte seit seiner
Rückkehr ins Amt 2010 auf eine extensive, ansiedlungsgetriebene
Industriepolitik,“ fährt die GTAI-Expertin fort. „Hochvolumige
Industrieinvestitionen wurden unter seiner Regierung per individuellem
Regierungsbeschluss großzügig bezuschusst. In einzelnen Fällen erreichten die
Zuschüsse Größenordnungen von rund 30 bis 50% der gesamten Investitionssumme.
Davon konnten indirekt auch Maschinenbauer profitieren – sowohl aus Ungarn als
auch aus Deutschland, etwa als Ausrüster bei Großinvestitionen von BMW beim
Werksneubau oder von Mercedes-Benz bei Werkserweiterungen. Die neue Regierung unter Péter Magyar
will die Ansiedlungspolitik der Orbán-Regierung hingegen kritisch überprüfen.
Es ist daher zu erwarten, dass sich die staatliche Förderpraxis künftig
verändert. Bereits angekündigt wurde ein stärkerer Fokus auf produktivitätssteigernde
Investitionen.“
Tipps
für Newcomer
„Wer sich erstmals in Ungarn engagieren
möchte, kann vor Ort mit einem guten allgemeinen Ausbildungsniveau, einer gut
ausgebauten Infrastruktur und im EU-Vergleich günstigen Arbeitskosten rechnen“,
resümiert Barbara Zollmann. „Kriterien für den Geschäftserfolg sind vor allem
die eigene Anpassung an die regionalen und landesüblichen Gegebenheiten, die
Förderung der Ausbildung, die deutsche Unternehmen meist selbst in die Hand
nehmen und praxisnah ausrichten, und die Steigerung der Produktivität und
Effizienz durch Automatisierung und den Einsatz von KI.“
„Sorgen
bereitet vielen unserer Mitgliedsfirmen – so Zollmann weiter – dass in Ungarn
quasi Vollbeschäftigung herrscht, die neue Regierung gleichzeitig aktuell die
Arbeitsaufnahme für Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Ländern einschränkt und Anbieter
aus Fernost oft unter ungleichen Wettbewerbsbedingungen auf dem ungarischen
Markt auftreten.“ Aus Ihrer Erfahrung ergänzt Yvonne Heidler: „Besonders in
den Ballungsgebieten werden deutsche Maschinenbauer auch durch die mit
dem Fachkräftemangel verbundenen
Lohnkostensteigerungen erheblich belastet“.
FAQ zum Maschinenbau Ungarn
Was prägt den Maschinenbau Ungarn derzeit? – Die Branche
ist durch rückläufige Produktion, hohe Exportorientierung und eine schwache
Nachfrage aus Deutschland belastet.
Warum sind EU-Mittel für den Maschinenbau Ungarn wichtig?
– Freigegebene EU-Mittel könnten staatliche Investitionen anstoßen und
mittelbar Maschinen- und Anlagenbauer unterstützen.
Welche Rolle spielt Deutschland für den Maschinenbau
Ungarn? – Deutschland ist wichtigster Exportmarkt und zugleich der wichtigste
Maschinenlieferant Ungarns.
Welche Unternehmen stehen beispielhaft für Maschinenbau
Ungarn? – Genannt werden unter anderem Claas, Trumpf, Körber, Krones und Harro
Höfliger mit Aktivitäten in Ungarn.
Welche Chancen bietet Maschinenbau Ungarn für neue
Marktteilnehmer? – Chancen liegen in Infrastruktur, Ausbildungsniveau,
vergleichsweise günstigen Arbeitskosten sowie Automatisierung und
Effizienzsteigerung.