Industrial AI im Maschinenbau: Podcast mit Lisa Reehten
Warum Industrial AI an der Datenqualität hängt
In Industry Insights spricht Lisa Reehten von Resourcly über Industrial AI, Datensilos und die Zusammenarbeit zwischen Industrieunternehmen und Startups. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum viele KI-Projekte noch nicht über Pilotphasen hinauskommen.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
In dieser Folge von Industry Insights spricht Anja Ringel mit Lisa Reehten (Commercial Director bei Resourcly) darüber, warum saubere Daten für KI-Anwendungen in der Industrie entscheidend sind und weshalb viele Projekte noch an fehlender Durchgängigkeit, Silos und knappen IT-Kapazitäten scheitern.Anna McMaster, Resourcly; Grafik: Claudia Weber
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Summary: Lisa Reehten, Commercial Director bei Resourcly, spricht in der neuen Folge von Industry Insights mit Anja Ringel über Industrial AI. Im Fokus stehen Datenqualität, gewachsene Systemlandschaften und KI-Projekte im Maschinenbau. Die Folge zeigt, warum saubere Daten, durchgängige Prozesse und klare Rollout-Perspektiven entscheidend sind.
Industrial AI gilt in vielen Unternehmen als Schlüssel, um
Prozesse effizienter zu machen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. In der Praxis
zeigt sich jedoch häufig: Bevor KI einen messbaren Nutzen stiften kann, müssen
Unternehmen an einer deutlich grundlegenderen Stelle ansetzen: Bei ihren Daten.
Darüber spricht Anja Ringel in der neuen Folge von Industry
Insights mit Lisa Reehten, Commercial Director bei Resourcly. Reehten kennt
sowohl die Konzernwelt als auch das Startup-Umfeld. Vor ihrer aktuellen Rolle
war sie unter anderem bei IBM und Bosch Clima Solutions tätig. Im Podcast ordnet sie ein, warum
Industrial AI anders funktioniert als allgemeine KI-Anwendungen und warum
Daten aus CAD-Systemen, Stücklisten, ERP, PLM oder Sensordaten nicht ohne
Weiteres nutzbar sind.
Ein zentrales Problem sieht Reehten dabei in gewachsenen
Systemlandschaften. In vielen Industrieunternehmen liegen technische
Informationen über verschiedene Datenbanken, Abteilungen und Systeme verteilt.
Konstruktion und Einkauf müssten teils mit zahlreichen Fenstern und Quellen
arbeiten, um Informationen zu einem Bauteil zusammenzuführen. Kommt dann noch
eine uneinheitliche Benennung von Teilen hinzu, wird aus dem vermeintlichen
Datenschatz schnell ein Effizienzproblem.
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Industrial AI beginnt nicht bei großen Visionen
„Wenn die Datenbasis nicht stimmt und ich ein Teil 18-mal im
System habe, weil es 17-mal unterschiedlich heißt, wie soll ich dann gut mit
Lieferanten verhandeln?“, sagt Reehten im Gespräch. Für sie ist deshalb klar:
Industrial AI beginnt nicht bei großen Visionen, sondern bei konkreter
Datenqualität – etwa bei der Frage, welche Zeichnungen, technischen
Datenblätter oder Spezifikationen fehlen und wie sich diese Lücken messbar
schließen lassen.
Im Podcast geht es auch darum, warum viele Unternehmen bei
KI-Projekten im Pilotmodus stecken bleiben. Reehten beschreibt eine Mischung
aus überlasteten IT-Abteilungen, isolierten Fachbereichsinitiativen und
fehlender Durchgängigkeit. Gerade im Maschinenbau, wo technische Daten oft über
Jahrzehnte gewachsen sind, reiche es nicht, einzelne Anwendungsfälle losgelöst
zu betrachten.
Ein zweiter Schwerpunkt der Folge ist die Zusammenarbeit
zwischen etablierten Industrieunternehmen und Startups. Reehten sieht hier vor
allem die Geschwindigkeit als entscheidenden Faktor. Während in großen
Organisationen Budgets, Gremien und Zuständigkeiten oft lange Vorläufe
erzeugen, könnten Startups schneller testen, anpassen und umsetzen.
Gleichzeitig warnt sie vor reinen Pilotprojekten ohne klare Perspektive für den
Rollout.
Wie Unternehmen ihre Datenbasis pragmatisch verbessern
können, warum Datensicherheit nicht pauschal als Bremsklotz gelten muss und
welche Missverständnisse zwischen Konzernen und Startups häufig entstehen,
hören Sie in der neuen Folge von Industry Insights.
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