Elektro- und Digitalindustrie
Elektro- und Digitalindustrie: Auslandsnachfrage treibt Bestellungen
Die Elektro- und Digitalindustrie hat im Mai 2026 das stärkste Auftragsplus seit zwei Jahren erzielt. Vor allem die kräftige Auslandsnachfrage sorgte für Rückenwind, während die Produktion noch unter dem Vorjahresniveau lag.
Was treibt die Elektro- und Digitalindustrie an? Die starke Auslandsnachfrage sorgt für das höchste Auftragsplus seit zwei Jahren.
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Summary:
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie verzeichnete im Mai 2026 einen Anstieg der Auftragseingänge um 19 %. Maßgeblich waren Bestellungen aus Ländern außerhalb der Eurozone. Produktion und Beschäftigung entwickelten sich dagegen weiterhin verhalten, während sich die Geschäftserwartungen aufhellten.
Die Nachfrage in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat sich im Mai 2026 deutlich belebt. Wie der ZVEI mitteilt, lagen die Auftragseingänge 19,0 % über dem Vorjahreswert. Damit verzeichnete die Branche das stärkste Auftragsplus seit zwei Jahren.
„Dieses jüngste Auftragsplus war das stärkste seit zwei Jahren“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Es ging diesmal vor allem auf eine kräftig gestiegene Auslandsnachfrage aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums zurück.“
Die Inlandsaufträge stiegen im Mai um 7,8 %, während die Bestellungen aus dem Ausland um 27,2 % zulegten. Besonders dynamisch entwickelten sich die Auftragseingänge aus Ländern außerhalb der Eurozone mit einem Plus von 43,0 %. Dagegen gingen die Bestellungen aus dem Euroraum um 1,6 % zurück.
Von Januar bis Mai 2026 erhöhten sich die Auftragseingänge insgesamt um 8,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während die Inlandsnachfrage lediglich um 1,0 % zulegte, stiegen die Auslandsbestellungen um 14,9 %. Aus dem Euroraum kamen 9,5 % mehr Orders, aus Drittländern sogar 17,8 %.
Wie entwickelte sich die Elektroproduktion?
Trotz der starken Nachfrage blieb die preisbereinigte Elektroproduktion im Mai hinter dem Vorjahr zurück. Sie lag 5,4 % unter dem Niveau des Mai 2025.
„Mit nur 18 Arbeitstagen kam der Monat jedoch auch auf ganze zwei weniger als der Mai 2025“, ordnete Gontermann ein. „Das sind zehn Prozent weniger.“
Im Zeitraum von Januar bis Mai unterschritt der Branchenoutput den Vorjahreswert um 1,1 %.
Positiv entwickelten sich dagegen die Produktionspläne der Unternehmen. Der Saldo aus Betrieben, die ihre Produktion in den kommenden drei Monaten ausweiten beziehungsweise reduzieren wollen, stieg im Juni von plus elf auf plus 14 Prozentpunkte.
Wie entwickelten sich Umsatz und Geschäftsklima?
Die nominalen Erlöse der heimischen Elektroindustrie stiegen im Mai gegenüber dem Vorjahr um 0,8 % auf 17,9 Mrd. EUR. Während die Inlandsgeschäfte um 1,9 % zurückgingen, legte der Auslandsumsatz um 3,1 % zu. Sowohl die Geschäfte mit der Eurozone (+5,5 %) als auch mit Drittländern (+1,7 %) entwickelten sich positiv.
In den ersten fünf Monaten 2026 erhöhten sich die Branchenerlöse insgesamt um 3,5 % auf 93,7 Mrd. EUR. Der Inlandsumsatz stieg um 4,5 % auf 44,1 Mrd. EUR, der Auslandsumsatz um 2,7 % auf 49,6 Mrd. EUR.
Zum Geschäftsklima erklärte Gontermann: „Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat sich im Juni unterm Strich kaum bewegt.“ Weiter sagte er: „Zwar bewerteten die Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas zurückhaltender als noch im Mai. Gleichzeitig haben sich ihre allgemeinen Geschäftserwartungen aber aufgehellt und sind wieder leicht ins Plus gedreht.“
Auch die Exporterwartungen verbesserten sich deutlich. Der entsprechende Saldo stieg im Juni von plus acht auf plus 15 Punkte.
Wie entwickelt sich die Beschäftigung?
Ende April waren 865.500 Menschen in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Zudem befanden sich 13.500 Beschäftigte in Kurzarbeit.
Quelle: ZVEI
Im Fokus: Elektro- und Digitalindustrie
• Warum verzeichnet die Elektro- und Digitalindustrie ein starkes Auftragsplus? – Vor allem die kräftig gestiegene Auslandsnachfrage aus Ländern außerhalb der Eurozone sorgte für den Anstieg.
• Wie entwickelte sich die Elektro- und Digitalindustrie bei der Produktion? – Die preisbereinigte Produktion lag im Mai 2026 um 5,4 % unter dem Vorjahreswert.
• Wie hoch waren die Umsätze der Elektro- und Digitalindustrie? – Im Mai erreichten die nominalen Erlöse 17,9 Mrd. EUR, von Januar bis Mai insgesamt 93,7 Mrd. EUR.
• Wie bewertet die Elektro- und Digitalindustrie ihre Geschäftsaussichten? – Die Geschäftserwartungen und insbesondere die Exporterwartungen haben sich im Juni verbessert.
• Wie entwickelte sich die Beschäftigung in der Elektro- und Digitalindustrie? – Ende April waren 865.500 Menschen beschäftigt, 1,5 % weniger als ein Jahr zuvor. Zudem arbeiteten 13.500 Beschäftigte kurz.