Der Materialmangel in der Industrie nimmt weiter zu. Laut Ifo-Institut meldeten im Juni 17,2 % der deutschen Industrieunternehmen Engpässe.
Anja RingelAnjaRingelManaging editor and podcast host for 'Produktion'
Materialengpässe bremsen Teile der deutschen Industrie: In mehreren Branchen fehlen Vorprodukte und Komponenten für eine reibungslose Produktion.Symbolbild - KI-generiert
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Summary: Das Münchner Ifo-Institut meldet für Juni einen weiteren Anstieg des Materialmangels in der deutschen Industrie. Betroffen sind vor allem chemische Industrie, Elektronikhersteller, Maschinenbau und Automobilindustrie. Ursache sind nachwirkende Störungen internationaler Lieferketten, deren Normalisierung laut Ifo noch Zeit benötigt.
Die deutsche Industrie sieht sich wieder stärker mit Materialengpässen konfrontiert. Im Juni berichteten 17,2 % der Unternehmen von Materialmangel, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilt. Damit lag der Anteil 1,3 Punkte höher als im Mai.
Der Anstieg fällt vor allem im Vergleich zum Jahresbeginn deutlich aus. Im Januar hatte der Wert noch bei 5,8 % gelegen. Die Entwicklung zeigt, dass Versorgungsrisiken in der Industrie wieder stärker in den Vordergrund rücken.
Welche Rolle die Lieferketten spielen
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Als ein wesentlicher Faktor gelten weiterhin Störungen in den internationalen Lieferketten. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, verweist auf die Folgen der jüngsten Belastungen: "Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach", sagte Wohlrabe.
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Eine schnelle Entspannung erwartet das Institut offenbar nicht. "Bis zur vollständigen Normalisierung der internationalen Lieferketten dürfte es noch einige Zeit dauern." Für Industrieunternehmen bleibt damit die Planbarkeit in Beschaffung und Produktion ein kritischer Faktor.
Chemie und Elektronik besonders betroffen
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Besonders stark betroffen sind laut Ifo unter anderem die chemische Industrie sowie Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten und elektronischen sowie optischen Erzeugnissen. In diesen Bereichen berichtet jeweils rund ein Drittel der Unternehmen von Materialengpässen.
Damit treffen die Lieferprobleme zentrale industrielle Wertschöpfungsbereiche. Gerade in Branchen mit komplexen Vorprodukten und international verzweigten Lieferketten können Engpässe schnell Auswirkungen auf Produktionsabläufe haben.
Wie sich die Lage im Maschinenbau und in der Autoindustrie entwickelt
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Im Maschinenbau blieb die Situation nahezu unverändert. Dort meldeten im Juni 15,6 % der Unternehmen Materialmangel. Damit liegt die Branche zwar unter dem Durchschnitt besonders stark betroffener Industriezweige, bleibt aber weiterhin von Engpässen geprägt.
In der Automobilindustrie nahm der Anteil der betroffenen Unternehmen dagegen spürbar zu. Er stieg von 10,0 auf 15,7 %. Für eine Branche mit eng getakteten Liefer- und Produktionsprozessen ist diese Entwicklung besonders relevant.
Wo sich der Materialmangel entspannt hat
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Nicht alle Industriezweige melden eine Verschärfung. Bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren hat sich die Lage entspannt. Dort sank der Anteil der Unternehmen mit Materialmangel von 23,7 auf 11,3 %.
Auch in der Getränkeindustrie bleibt die Situation stabil. Hersteller aus diesem Bereich meldeten laut Ifo weiterhin keine Engpässe. Die Entwicklung zeigt damit ein uneinheitliches Bild: Während einige Branchen stärker unter Materialmangel leiden, verbessert sich die Lage in anderen Bereichen.
• Warum steigt der Materialmangel in der Industrie? – Laut Ifo wirken Störungen internationaler Lieferketten weiterhin nach.
• Wie hoch ist der Materialmangel in der Industrie im Juni? – Im Juni meldeten 17,2 % der deutschen Industrieunternehmen Engpässe.
• Welche Branchen sind beim Materialmangel in der Industrie besonders betroffen? – Besonders betroffen sind chemische Industrie sowie Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen.
• Wie stark ist der Maschinenbau vom Materialmangel in der Industrie betroffen? – Im Maschinenbau meldeten 15,6 % der Unternehmen Materialmangel; die Lage blieb nahezu unverändert.
• Gibt es beim Materialmangel in der Industrie auch Entspannung? – Ja, bei Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren sank der Anteil betroffener Unternehmen von 23,7 auf 11,3 %.