Eine Frau hält ein Plakat mit Skizzen zum Thema Innovation hoch

Ein übereinstimmendes Innovations- und Qualitätsverständnis? Gibt es nur in weniger als der Hälfte der Unternehmen. - Bild: Pixabay

Das Institut für Change Management und Innovation (CMI) hat in Kooperation mit dem Verband Deutscher Maschinen‐ und Anlagenbau e. V. (VDMA) in diesem Jahr eine empirische Studie mit 232 befragten Führungskräften durchgeführt.

Diese belegt, welchen positiven Einfluss die intensive Zusammenarbeit der Innovations- und der Qualitätsfunktion der Unternehmen auf den wirtschaftlichen Erfolg hat. Gleichzeitig wird deutlich, dass es noch einen erheblichen Handlungsbedarf gibt.

Hoher Stellenwert von Innovation und Qualität vs. unterschiedliches IQ-Verständnis

Innovation und Qualität nehmen in den Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert ein. Trotzdem hat nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen den Innovationsbegriff einheitlich definiert. Beim Qualitätsbegriff sieht es besser aus: Hier geben 80 Prozent der Befragten an, eine unternehmenseinheitliche Begriffsdefinition zu haben.

Entsprechend ausgeprägt ist auch das Verständnis von Innovation und Qualität: In weniger als der Hälfte der Unternehmen gibt es ein übereinstimmendes Innovations- und Qualitätsverständnis!

Das führt im Arbeitsalltag fast zwangsläufig zu Missverständnissen und damit zu einem uneinheitlichen Verhalten insbesondere der Führungskräfte. Da hilft es dann auch nichts, wenn Innovation und Qualität in Leitbildern, Richtlinien und Ähnlichem hoch priorisiert werden.

Innovations- und Qualitätskultur passen in vielen Unternehmen nicht zusammen

Damit sind wir ganz nah am Thema Innovations- und Qualitätskultur. Dass es hier Handlungsbedarf gibt, zeigen die Antworten auf die Frage, ob die Innovations- und Qualitätskultur miteinander vereinbar sind oder nicht. So gibt nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten an, beide Subkulturen in ihren Unternehmen seien kompatibel.

Damit ist es lohnenswert, sich die eigene kulturelle Situation einmal genauer anzusehen und beispielsweise zu fragen, ob es Kommunikations- und Kooperationsbarrieren zwischen dem Qualitäts- und dem Innovationsmanagement gibt, die im Ergebnis negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben.

Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten ist das ein Muss für das Top-Management, um die möglichen Synergien zwischen beiden Bereichen zielgerichtet zu nutzen und Ressourcenverschwendung zu vermeiden.

Nach Ansicht der Befragten gehören die Verbesserung des gegenseitigen IQ-Verständnisses und der Zusammenarbeit ebenso zu den sinnvollen Maßnahmen wie die frühzeitige Einbindung der Qualitätsfunktion in den Innovationsprozess oder eine intensive Auseinandersetzung mit den Zielen, Interessen und Arbeitsweisen des jeweils anderen Funktionsbereichs. In Zeiten agiler Strukturen sollte das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein – ist es aber leider in vielen Unternehmen (immer) noch nicht!

  • Würzburg Mainbrücke

    Die fränkische Stadt Würzburg liegt auf dem zehnten Platz der wirtschaftsstärksten Städte Deutschlands. Das ist das Ergebnis des gemeinsamen Städtetest-Projekts von WirtschaftsWoche, Immobilienscout24 und dem IW Köln. Das Ranking bewertet deutsche Städte unter anderem in Hinblick auf das Wachstum, den Arbeits- und den Immobilienmarkt. - Bild: Pixabay

  • Hamburg Speicherstadt

    Auf Platz 9 aller deutschen, kreisfreien Städte ab 100.000 Einwohnern liegt die Hansestadt Hamburg. - Bild: Pixabay

  • Ulmer Münster

    Auch Ulm kann im Hinblick auf die mehr als 50 Faktoren, zu denen unter anderem der Arbeitsmarkt zählt, gut abschneiden. Die baden-württembergische Stadt, die die höchste Kirche beherbergt, landet im Ranking auf Platz 8. - Bild: Pixabay

  • Wolfsburg

    In der niedersächsischen VW-Hochburg Wolfsburg scheint es sich auch gut leben zu lassen: Die Stadt belegt Platz 7. - Bild: Pixabay

  • Regensburg

    Die sechstplatzierte Stadt befindet sich am Ufer der Donau: Die bayerische Stadt Regensburg. - Bild: Pixabay

  • Frankfurt am Main

    Auf Platz fünf des Rankings landet die größte Stadt Hessens: Frankfurt am Main. - Bild: Pixabay

  • Ingolstadt

    Und erneut schafft es eine Auto-Hochburg ins Ranking: Ingolstadt. Die Audi-Hochburg kommt auf Platz 4. - Bild: Audi

  • Stuttgart

    Der dritte Platz: Die Hauptstadt Baden-Württembergs, Stuttgart, schneidet im Hinblick auf die über 50 untersuchten Faktoren sehr gut ab. - Bild: Pixabay

  • Erlangen

    In der bayerischen Großstadt Erlangen scheint man ebenfalls sehr gut leben zu können. Erlangen schafft es auf Platz 2 des Rankings. - Bild: Pixabay

  • München

    Hier boomt die Wirtschaft: Die bayerische Haupstadt München landet in Bezug auf Lebensqualität, Arbeitsmarkt und weitere Faktoren auf dem ersten Platz und ist damit die wirtschaftsstärkste Stadt Deutschlands. - Bild: Pixabay

In vielen Unternehmen gibt es eine strategische Lücke

Strategien dienen der langfristigen Ausrichtung von Unternehmen und entscheiden über den Einsatz knapper Ressourcen. Gerade wenn es um Innovation und Qualität geht, sollte eine klar formulierte Strategie eigentlich eine zwingende Voraussetzung für alle operativen Aktivitäten sein.

In unserer Studie gab aber nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten an, eine Qualitäts- und Innovationsstrategie verabschiedet und kommuniziert zu haben. Wirklich umgesetzt wurde die Strategie dann aber in noch weniger Unternehmen.

Handlungsempfehlungen

  • Schaffen Sie ein gemeinsames Verständnis von Innovation und Qualität in Ihrem Unternehmen!
  • Stärken Sie das bereichsübergreifende Bewusstsein für Innovation und Qualität!
  • Schließen Sie die „strategische Lücke“ zwischen Ihrer Innovations- und Qualitätsstrategie!
  • Sorgen Sie für eine konsequente Umsetzung Ihrer Innovations- und Qualitätsstrategie!
  • Identifizieren und überwinden Sie die kulturellen Barrieren zwischen Ihrer Innovations- und Qualitätsfunktion!
  • Gestalten Sie Ihre Innovationsprozesse klarer, vor allem an den Schnittstellen zur Qualitätsfunktion!
  • Binden Sie die Qualitätsfunktion frühzeitig in Ihre Innovationsprozesse ein!

Innovations- und Qualitätsstrategie werden nicht aufeinander abgestimmt

Das bedeutet, dass viele Unternehmen nicht konsequent genug handeln oder die Chancen einer strategischen Ausrichtung von Zielen und Maßnahmen schlichtweg völlig ausblenden. Hier stellt sich die Frage, ob es sich die Unternehmen heute und in Zukunft derartige strategische Lücken noch leisten können.

Hinzu kommt, dass in rund einem Drittel der Unternehmen die Innovations- und die Qualitätsstrategie unabhängige Teilstrategien sind, die nicht aufeinander abgestimmt werden. Nur zwei Prozent der Unternehmen integrieren dagegen beide Strategien in einer übergreifenden IQ-Strategie.

Angesichts der Bedeutung und der wechselseitigen Beziehungen und Abhängigkeiten wären hier deutlich höhere Werte wünschenswert, um die beiden Top-Erfolgsfaktoren auch langfristig aufeinander abzustimmen und die damit verbundenen Erfolgspotenziale zu nutzen.

Immer noch problematisch: Die Schnittstellen zwischen Innovation und Qualität

Eigentlich sollten Silodenken, Bereichsoptimierungen, Schnittstellen usw. längst der Vergangenheit angehören. Das tun sie aber nicht! Vielmehr sind in fast 70 Prozent der befragten Unternehmen die Schnittstellen zwischen der Innovations- und der Qualitätsfunktion immer noch nicht ausreichend geregelt.

So verwundert es nicht, dass etwa zwei Drittel der Befragten angegeben haben, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Funktionen verlaufe nicht immer konstruktiv.

Das mag auch einer der Gründe sein, warum die Qualitätsfunktion in den meisten Unternehmen erst relativ spät in den Innovationsprozess eingebunden wird.

Dabei wäre es in den meisten Fällen einfach, durch eine klarere Regelung der Abläufe und Verantwortlichkeiten und ein gemeinsames Prozessverständnis die Prozesseffizienz wesentlich zu erhöhen und so die operative Schlagkraft der Unternehmen signifikant zu verbessern.

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