DIW-Konjunkturbarometer im Juli

DIW-Konjunkturbarometer: Energie bremst

Das DIW-Konjunkturbarometer fällt im Juli deutlich auf 91,3 Punkte. Vor allem geopolitische Risiken, hohe Energiepreise und die schwache Nachfrage belasten die deutsche Wirtschaft.

Hohe Energiepreise, geopolitische Risiken und eine schwache Nachfrage bremsen die Wirtschaft.

Summary: Das DIW Berlin meldet am 29. Juli 2026 einen Rückgang des DIW-Konjunkturbarometers um 4,8 auf 91,3 Punkte. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Energiepreise, eine schwache Weltwirtschaft und eine verhaltene Binnennachfrage bremsen die Konjunktur. Besonders die Industrie bleibt unter Druck.

Das DIW-Konjunkturbarometer ist im Juli um 4,8 Punkte auf 91,3 Punkte gefallen. Damit erreicht der Indikator den niedrigsten Stand seit Oktober 2025 und entfernt sich wieder deutlich von der neutralen Marke von 100 Punkten. Diese steht für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft. In den vergangenen zwölf Monaten lag der Wert lediglich im Februar 2026 oberhalb dieser Schwelle, wie aus der Mitteilung des DIW Berlin hervorgeht.

Seit Februar wechselten sich steigende und fallende Werte monatlich ab. DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik führt diese Entwicklung insbesondere auf die geopolitische Lage zurück: „Die geopolitischen Unsicherheiten, vor allem bezüglich des Iran-Kriegs, spiegeln sich in der Achterbahnfahrt des DIW-Konjunkturbarometers wider.“

Im Juni war das Barometer noch leicht auf 96,1 Punkte gestiegen. Der deutliche Rückgang im Juli setzt den unbeständigen Verlauf der vergangenen Monate fort.

Wie belasten Energiepreise die Wirtschaft?

Neben dem Konflikt zwischen dem Iran und den USA beeinträchtigen die weiterhin hohen Energiepreise die wirtschaftliche Entwicklung. Sie schränken die Kaufkraft der privaten Haushalte ein und sorgen bei Unternehmen für zusätzliche Unsicherheit.

„Insgesamt belasten die immer noch deutlich erhöhten Energiepreise die deutsche Wirtschaft nach wie vor und sorgen für eine niedrigere Kaufkraft bei den privaten Haushalten sowie Verunsicherung bei den Unternehmen“, erklärt Dany-Knedlik.

Gleichzeitig entwickelt sich die Weltwirtschaft nur verhalten. Dadurch bleibt auch die ohnehin schwache Nachfrage nach deutschen Exporten unter Druck. Für die stark exportorientierten Teile der deutschen Wirtschaft fehlen damit wichtige Wachstumsimpulse.

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Weitere Risiken für die Konjunktur

Das DIW nennt zusätzliche Faktoren, die den wirtschaftlichen Ausblick belasten. Dazu zählen Sorgen über ein mögliches Abflauen des Booms rund um Künstliche Intelligenz sowie steigende Frachtkosten. Niedrige Flusspegel infolge des Hitzesommers erschweren den Transport und verteuern die Logistik.

Hinzu kommt die noch unklare konkrete Umsetzung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität durch die Bundesregierung. Die Unsicherheit über die geplanten Investitionen trägt nach Einschätzung des Instituts zur verhaltenen Stimmung bei.

Warum bleibt die Industrie ein Belastungsfaktor?

Die Industrie bleibt nach Angaben des DIW ein zentraler Schwachpunkt der deutschen Konjunktur. Die Produktion kommt nicht vom Fleck. Auch bei den Auftragseingängen sind kaum Anzeichen für eine nachhaltige Belebung erkennbar.

„Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft verläuft weiter holprig“, sagt DIW-Konjunkturexperte Guido Baldi. Die starke Abhängigkeit von ausländischen Absatzmärkten macht die deutsche Wirtschaft besonders anfällig für geopolitische Konflikte und andere externe Störungen.

„Ohne eine dynamischere Binnennachfrage wird die Konjunktur weiter stark durch geopolitische Schocks und andere Krisen beeinflusst.“

Auch im Dienstleistungsbereich bleibt die Stimmung verhalten. Die hohe Inflation dämpft die Kauflaune der Verbraucher und begrenzt damit die Impulse aus dem privaten Konsum. Eine stärkere Binnennachfrage könnte nach Einschätzung des DIW dazu beitragen, die Abhängigkeit von der Weltwirtschaft und von geopolitischen Entwicklungen zu verringern.

mit Material vom DIW

Das DIW-Konjunkturbarometer

• Wie hoch ist das DIW-Konjunkturbarometer im Juli? – Das DIW-Konjunkturbarometer liegt im Juli bei 91,3 Punkten.

• Wie stark ist das DIW-Konjunkturbarometer gefallen? – Der Indikator sank gegenüber dem Juni um 4,8 Punkte.

• Warum fällt das DIW-Konjunkturbarometer? – Gründe sind geopolitische Unsicherheiten, hohe Energiepreise, die schwache Weltwirtschaft und eine verhaltene Binnennachfrage.

• Was zeigt das DIW-Konjunkturbarometer für die Industrie? – Produktion und Auftragseingänge lassen nach Einschätzung des DIW keine nachhaltige Belebung erkennen.

• Welche Bedeutung hat die 100-Punkte-Marke beim DIW-Konjunkturbarometer? – Sie steht für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft.