Elektroexporte wachsen weiter

Elektroexporte: USA legen zu, China verliert

Die Elektroexporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Juli 2026 deutlich gestiegen. Besonders kräftig entwickelte sich das Geschäft im EU-Binnenmarkt.

Nach Jahren mit Stagnation und Rückgängen blickt die Elektroindustrie optimistisch nach vorn.
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie steigert ihre Exporte. Besonders der EU-Binnenmarkt trägt zum Wachstum der Branchenausfuhren bei.

• Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie exportierte im Juli 2026 Waren im Wert von 23,5 Mrd. EUR – 11,9 % mehr als im Vorjahr.
• Von Januar bis Juli erreichten die Elektroexporte 162,9 Mrd. EUR und damit ein Plus von 9,7 %.
• Wichtigster Wachstumstreiber war der EU-Binnenmarkt mit einem Exportplus von 17,0 % in den ersten sieben Monaten.
• Während die Ausfuhren in die USA im Juli um 23,3 % stiegen, gingen die Lieferungen nach China um 10,8 % zurück.

Wie stark sind die Elektroexporte im Juli gestiegen?

Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben im Juli 2026 deutlich zugelegt. Wie aus einer Presseinformation des ZVEI hervorgeht, stiegen die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,9 % auf 23,5 Mrd. EUR.

„Indem dieser jüngste Zuwachs über dem durchschnittlichen Plus des ersten Halbjahres lag, konnte das Expansionstempo damit zu Beginn des zweiten Halbjahres unterm Strich sogar nochmals etwas gesteigert werden“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

In den ersten sieben Monaten 2026 summierten sich die Branchenausfuhren auf 162,9 Mrd. EUR. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Wachstum von 9,7 %.

Auch die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Güter nach Deutschland nahmen zu. Im Juli lagen sie mit 24,2 Mrd. EUR um 9,1 % über dem Vorjahreswert. Von Januar bis Juli erreichten die Elektroimporte insgesamt 169,3 Mrd. EUR. Mit 7,9 % fiel ihre Wachstumsrate niedriger aus als die der Exporte.

EU-Binnenmarkt treibt das Exportgeschäft

Die mit Abstand größte Absatzregion für die deutsche Elektro- und Digitalindustrie blieb der EU-Binnenmarkt. Im Juli 2026 wurden Waren im Wert von 12,1 Mrd. EUR in die EU geliefert. Das waren 15,8 % mehr als ein Jahr zuvor.

Besonders hohe Zuwächse verzeichnete die Branche bei den Lieferungen nach Belgien mit 47,4 % auf 667 Mio. EUR und nach Tschechien mit 42,6 % auf 1,1 Mrd. EUR. Die Ausfuhren nach Schweden stiegen um 33,7 % auf 467 Mio. EUR, nach Portugal um 25,6 % auf 251 Mio. EUR und nach Italien um 21,4 % auf 1,2 Mrd. EUR.

Auch Polen legte um 18,3 % auf 1,3 Mrd. EUR zu. Es folgten Rumänien mit 17,3 % auf 542 Mio. EUR, die Slowakei mit 15,1 % auf 241 Mio. EUR und Ungarn ebenfalls mit 15,1 % auf 757 Mio. EUR. In die Niederlande gingen Waren im Wert von 1,4 Mrd. EUR, ein Plus von 14,5 %. Spanien kam auf 856 Mio. EUR und damit 8,6 % mehr, Frankreich auf 1,4 Mrd. EUR und ein Plus von 6,7 %.

Rückgänge gab es dagegen bei den Elektroexporten nach Dänemark und Österreich. Die Ausfuhren nach Dänemark sanken um 5,5 % auf 270 Mio. EUR, die Lieferungen nach Österreich um 7,7 % auf 928 Mio. EUR.

Warum ist die EU für die Elektroexporte so wichtig?

Von Januar bis Juli 2026 erreichten die Elektroexporte in die EU insgesamt 90,1 Mrd. EUR. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg um 17,0 %.

„Es ist das Geschäft mit dem gemeinsamen Binnenmarkt, welches das diesjährige Wachstum der Branchenausfuhren treibt“, so Gontermann. “Unterm Strich gehen fast 90 Prozent des gesamten Exportwachstums in den ersten sieben Monaten auf sein Konto.“

Damit entfiel laut ZVEI der weit überwiegende Teil des Exportwachstums in den ersten sieben Monaten auf das Geschäft innerhalb des gemeinsamen Binnenmarkts.

Elektroexporte in Drittländer legen ebenfalls zu

Auch außerhalb der EU verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im Juli ein Plus. Die Ausfuhren in Drittländer erhöhten sich um 8,1 % auf 11,4 Mrd. EUR.

Besonders stark stiegen die Lieferungen nach Hongkong. Sie legten um 55,7 % auf 252 Mio. EUR zu. Die Exporte in die USA erhöhten sich um 23,3 % auf 2,7 Mrd. EUR, nach Singapur um 22,8 % auf 204 Mio. EUR und nach Südkorea um 19,7 % auf 300 Mio. EUR. Japan verzeichnete ein Plus von 18,2 % auf 280 Mio. EUR, Malaysia von 17,9 % auf 258 Mio. EUR.

Weitere Zuwächse gab es im Geschäft mit Brasilien mit 9,0 % auf 178 Mio. EUR, dem Vereinigten Königreich mit 6,8 % auf 848 Mio. EUR und Mexiko mit 5,4 % auf 334 Mio. EUR. Die Lieferungen in die Vereinigten Arabischen Emirate stiegen um 3,8 % auf 201 Mio. EUR, in die Türkei um 0,9 % auf 339 Mio. EUR und in die Schweiz um 0,2 % auf 753 Mio. EUR.

Nach Taiwan gingen die Lieferungen dagegen um 5,2 % auf 272 Mio. EUR zurück.

Wie entwickeln sich die Exporte nach China und in die USA?

Deutlich auseinander entwickelten sich im Juli die Geschäfte mit China und den USA. Während die Ausfuhren in die USA zweistellig zunahmen, sanken die Exporte nach China erneut.

„Gleiches gilt für die Exporte nach China, die im Juli erneut um 10,8 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro absackten“, sagte Gontermann. „Im Gegensatz zu den Lieferungen in die USA, die sich aufgrund des KI-Booms sowie der inzwischen statistisch weitgehend herausgewachsenen Zoll-Einmaleffekte erholen, entwickelt sich das Geschäft mit China weiterhin schwach.“

Insgesamt exportierte die deutsche Elektro- und Digitalindustrie von Januar bis einschließlich Juli 2026 Produkte im Wert von 72,8 Mrd. EUR in Länder außerhalb der EU. Das entsprach einem Plus von 2,4 %.

mit Material des ZVEI

Was Sie zum Thema Elektroexporte wissen müssen

• Wie stark sind die Elektroexporte im Juli 2026 gestiegen? – Die Ausfuhren der deutschen Elektro- und Digitalindustrie stiegen gegenüber dem Vorjahr um 11,9 % auf 23,5 Mrd. EUR.

• Welche Rolle spielt die EU bei den Elektroexporten? – Von Januar bis Juli gingen Elektroexporte im Wert von 90,1 Mrd. EUR in die EU. Das waren 17,0 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

• Wie entwickelten sich die Elektroexporte in die USA? – Im Juli 2026 stiegen die Ausfuhren in die USA um 23,3 % auf 2,7 Mrd. EUR.

• Wie entwickelten sich die Elektroexporte nach China? – Die Lieferungen nach China sanken im Juli erneut um 10,8 % auf 1,8 Mrd. EUR.

• Wie hoch waren die gesamten Elektroexporte von Januar bis Juli 2026? – In den ersten sieben Monaten erreichten die Branchenausfuhren insgesamt 162,9 Mrd. EUR, ein Plus von 9,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.