EU Inc.: Mehrheit deutscher Startups zeigt Interesse
Die geplante EU Inc. stößt bei deutschen Tech-Startups auf breite Zustimmung. Vor allem einfachere Gründungen und eine leichtere Expansion innerhalb der EU stehen im Fokus.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Eine Bitkom-Umfrage zeigt hohe Zustimmung deutscher Startups und klare Anforderungen an die neue Rechtsform EU Inc.Symbolbild - KI-generiert
Anzeige
Summary: Eine Umfrage von Bitkom Research unter 102 Tech-Startups zeigt: 62 Prozent würden ihr nächstes Unternehmen als EU Inc. gründen. Besonders wichtig sind grenzüberschreitendes Wachstum ohne lokale Tochtergesellschaften und vollständig digitale Prozesse. Die Ergebnisse stammen aus einer Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Die geplante europäische Gesellschaftsform EU Inc. findet bei deutschen Tech-Startups großen Zuspruch. Laut einer Umfrage von Bitkom Research würden 62 Prozent ihr nächstes Startup als EU Inc. gründen. Lediglich zehn Prozent schließen dies aus, während sich 28 Prozent nicht festlegen.
Die EU diskutiert derzeit die Einführung einer europaweit einheitlichen Rechtsform. In Kürze sollen die entscheidenden Trilog-Verhandlungen beginnen. Ziel ist es, Gründungen zu vereinfachen und das grenzüberschreitende Wachstum innerhalb Europas zu erleichtern.
„Europa braucht mehr Tech-Startups. Die EU Inc. würde das Gründen stark vereinfachen und Wachstum außerhalb der nationalen Grenzen erleichtern“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die große Zustimmung unter Gründerinnen und Gründern zeigt, dass die EU die Weichen richtig stellt. Jetzt gilt es, die Pläne rasch und europaweit einheitlich umzusetzen.“
Expansion und digitale Prozesse stehen im Fokus
Für 94 Prozent der Befragten steht im Vordergrund, ohne lokale Tochtergesellschaften in andere EU-Länder expandieren zu können. Ebenfalls hohe Priorität besitzt ein vollständig digitaler und automatisierter Gründungsprozess über einen One-Stop-Shop (91 Prozent). 82 Prozent wünschen sich eine digitale Übertragung von Gesellschaftsanteilen ohne Notar. 78 Prozent halten die freie Wahl des Gesellschaftssitzes innerhalb der EU für wichtig.
Anzeige
Sie wollen mehr über den Deutschen Maschinenbau-Gipfel wissen? Klicken Sie hier!
Einheitliche Regeln sind Startups wichtiger als niedrige Kosten
Rund zwei Drittel sprechen sich zudem für einen EU-weit einheitlichen Mustervertrag für Startup-Investments (69 Prozent), harmonisierte Regelungen zur Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen (67 Prozent), einheitliche arbeits- und sozialpolitische Vorgaben (67 Prozent) sowie eine Gründung innerhalb von 48 Stunden (67 Prozent) aus. Die geplanten Gründungskosten von 100 Euro sind dagegen nur für 57 Prozent ein entscheidender Faktor.
Politisches Verfahren soll zentrale Regeln sichern
Anzeige
„Entscheidend ist, dass die EU Inc. im nun anstehenden politischen Verfahren nicht zerredet und die zentralen Regelungen Bestand haben“, so Wintergerst. Die Auswertung basiert auf einer Onlinebefragung von 102 Tech-Startups in Deutschland. Die Erhebung wurde zwischen KW 21 und KW 27 2026 durchgeführt und ist nicht repräsentativ, soll aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild liefern.
Quelle: Mit Material von Bitkom
FAQ zur EU Inc.
1. Was ist die EU Inc.?
Eine geplante europaweit einheitliche Rechtsform, die Gründungen und Wachstum innerhalb der EU erleichtern soll.
2. Warum unterstützen Startups die EU Inc.?
Vor allem wegen der einfacheren Expansion in andere EU-Länder und digitaler Gründungsprozesse.
3. Wie viele Startups würden eine EU Inc. wählen?
Laut Bitkom würden 62 Prozent ihr nächstes Startup als EU Inc. gründen.
4. Welche Anforderungen stellen Startups an die EU Inc.?
Besonders wichtig sind grenzüberschreitendes Wachstum, digitale Prozesse und einheitliche Regelungen innerhalb der EU.
5. Welche Vorteile soll die EU Inc. für Startups bieten?
Die neue Rechtsform soll Gründungen vereinfachen, grenzüberschreitendes Wachstum erleichtern und digitale Verwaltungsprozesse innerhalb der EU ermöglichen.